Wahlzuckerl – Kostenaufstellung

Jede Partei hat Wahlzuckerl (also Forderungen, die im Wahlkampf besonders lautstark betont werden) im Angebot, aber sie sind unterschiedlich teuer. Hier eine Liste der Zuckerl inklusive voraussichtlicher Kosten:

SPÖ

Weg mit Studiengebühren, 13. Familienbeihilfe, Halbierung der Umsatzsteuer für Lebensmittel, Erhöhung des Pflegegelds & Verlängerung der Hacklerregelung
Voraussichtliche Kosten: 1,3 Mrd. Euro

ÖVP

Erhöhung von Pflegegeld & Familienbeihilfe, gratis Kindergartenjahr, “Österreich-Ticket” für Öffis
Voraussichtliche Kosten: 550 Mio. Euro

Grüne

Gratis Öffis für Kinder, Lehrlinge, SchülerInnen und StudentInnen für den Weg vom Wohnort in die Arbeit oder Schule.
Voraussichtliche Kosten: 420 Mio. Euro

FPÖ

Senkung der Mineralölsteuer, Entfall von Umsatzsteuer auf Medikamente
Voraussichtliche Kosten: 6 Mrd. Euro

BZÖ

“Kärntner Modell”: Teuerungsausgleich von 100 Euro & Billigdieseltankstellen
Voraussichtliche Kosten: unbekannt

Witziges Detail am Rande: Die ÖVP war die erste Partei, die mit Wahlzuckerl an den Start gegangen ist – lustigerweise mit SPÖ-Forderungen, die die ÖVP selbst allesamt während der Regierungszeit abgelehnt hat. Jetzt fordert die ÖVP einen Stop der Wahlzuckerl. Na ja.

Die Forderungen der Grünen sind die billigsten von allen Parteien – auch nicht schlecht.

oe24.at: Nachrichten ohne Datum

Ich hab gerade nach Sonntagsfrage gesucht, um um zu schauen, ob ich aktuelle Umfrageergebnisse finde. Prompt finde ich einen Artikel von oe24.at (der Online-Version der Tageszeitung “Österreich”) – in dem die ÖVP vorne ist. Liest man den Artikel, merkt man aber sofort, dass er nicht aktuell, sondern ca. ein Jahr alt ist.

Das lustige: Nirgends steht, von wann der Artikel genau ist! Kein Datum, nichts. Wer macht sowas?!

ÖVP vs. Krone: Es bleibt peinlich

Die Krone unterstützt die SPÖ und attackiert die ÖVP – soweit nichts neues. Mit einer fingierten Leserbrief-Seite hat sich die ÖVP jetzt einmal mehr lächerlich gemacht.

Die ÖVP hat versucht, eine Werbeschaltung zu kaufen, die die Leserbrief-Seite der Kronen Zeitung kopiert – mit eigenen Leserbriefen. So weit, so gut. (Nicht wirklich – Werbung muss klar als solche erkennbar sein, in dem Fall sieht sie aber aus, wie die Leserbriefseite.) Die ÖVP hat in der Anzeige aber auch sehr Krone-kritische Beiträge drin. Wie zum Beispiel folgendes:

Ich kann diese Negativ-Berichterstattung in der Krone nicht mehr lesen. (von “Sabine Klug, Graz”)

Die ÖVP ist dämlich, wenn sie erwartet, dass die Krone so etwas abdruckt. Lächerlich aber auch die Begründung der Krone: Wir lassen uns nicht in die Wahlkampfauseinandersetzung hineinziehen!

Strategische Dummheiten von der ÖVP haben wir aber schon genug gesehen, da muss das nicht wundern. Bedenklicher ist aber, dass die ÖVP in dummen Anti-Amerikanismus verfällt, mit diesem letzten Satz:

Manchmal glaub ich fast, hinter der Krone stecken die Amis, die unbedingt Europa schwächen wollen. (ebenfalls “Sabine Klug, Graz”)

Ich habe solche Aussagen immer vom BZÖ oder der FPÖ erwartet, aber von einer staatstragenden Partei, die jahrelang eine Außenministerin gestellt hat?

Hier das Leserbrief-Inserat im Originaltext: (anklicken zum Vergrößern)

krone-inserat

via derStandard.at

derStandard 2.0, drittes Update

derStandard.at 2.0 ist ein kleines Stück JavaScript, das im Browser läuft und die Kommentar-Funktion von der/dieStandard.at modernisiert und verbessert. Offenbar bin ich nicht der einzige, der den Vorteil darin sieht – das Script wurde bisher schon 40x herunter geladen. Infos gibt’s auf der derStandard.at 2.0-Seite dieses Blogs: http://sebmos.at/derstandardat-20/

Heute freue ich mich, das nächste Update online zu stellen:

  • Infinite Scrolling
    Es gibt nicht mehr mehrere Seiten – die nächsten Postings werden einfach nachgeladen, wenn man weit genug nach unten scrollt.
  • Login Detection
    Es wird jetzt geprüft (und erkannt), ob man überhaupt online ist.
  • dieStandard.at
    Ganz einfach: Diese Seite war bisher nicht in den Domains dabei, auf die das Greasemonkey-Script angewendet wird. Jetzt ist das auch der Fall. Juchee!

Die bisherigen Funktionen sind:

  • Instant Rating
    Sofortiges Bewerten von Beiträgen, ohne dafür erst ein neues Fenster öffnen zu müssen.
  • Instant Replys
    Sofortiges Schreiben von Beiträgen, ohne dafür ein neues Fenster öffnen zu müssen. (Formular wird direkt unter dem zu beantwortenden Beitrag geöffnet.)

Kdolsky & Geld: Die ÖVP hat Probleme

Kdolsky, eine der “herausstechenden” Persönlichkeiten der letzten Regierung, ist weg und kommt nicht wieder. Landesparteigruppen weigern sich, den Wahlkampf der Partei mitzufinanzieren. Bartenstein versucht, die ÖVP/FPÖ-Zeit schönzureden (für die die ÖVP bei der Wahl 2006 abgestraft wurde).

Die ÖVP hat Probleme, und zwar gewaltige. Den meisten Leuten, auch ÖVP-WählerInnen, ist bewusst, dass die ÖVP die SPÖ absichtlich überall blockiert hat. Der Spitzenkandidat ist so schwach (unbeliebt & uncharismatisch), dass er auf den Plakaten gar nicht drauf war. Jetzt hat Andrea Kdolsky bekannt gegeben, dass sie sich aus der Politik zurück zieht – auf langen Druck durch die ÖVP – und das, obwohl sie sich ehrlich bemüht hat, gute Politik zu machen! (Vermutlich der Grund, wieso sie rausgemobbt wurde.)

Dazu kommt, dass sich mehrere Parteiorganisationen weigern, den erwarteten Beitrag zum Wahlkampfbudget zu bezahlen, was klar zeigt, was selbst die Landeschefs von den ÖVP verursachten Neuwahlen halten.

Die ÖVP hat die letzte Wahl unter viel besseren Voraussetzungen verloren. Die ÖVP sollte sich warm anziehen, mit Pech verliert sie diese Wahl sogar noch! (Wehe, die Schuld wird dann auf die Kronen Zeitung abgeschoben!)

Kdolsky & Geld: Die ÖVP hat Probleme

Kdolsky, eine der “herausstechenden” Persönlichkeiten der letzten Regierung, ist weg und kommt nicht wieder. Landesparteigruppen weigern sich, den Wahlkampf der Partei mitzufinanzieren. Bartenstein versucht, die ÖVP/FPÖ-Zeit schönzureden (für die die ÖVP bei der Wahl 2006 abgestraft wurde).

Die ÖVP hat Probleme, und zwar gewaltige. Den meisten Leuten, auch ÖVP-WählerInnen, ist bewusst, dass die ÖVP die SPÖ absichtlich überall blockiert hat. Der Spitzenkandidat ist so schwach (unbeliebt & uncharismatisch), dass er auf den Plakaten gar nicht drauf war. Jetzt hat Andrea Kdolsky bekannt gegeben, dass sie sich aus der Politik zurück zieht – auf langen Druck durch die ÖVP – und das, obwohl sie sich ehrlich bemüht hat, gute Politik zu machen! (Vermutlich der Grund, wieso sie rausgemobbt wurde.)

Dazu kommt, dass sich mehrere Parteiorganisationen weigern, den erwarteten Beitrag zum Wahlkampfbudget zu bezahlen, was klar zeigt, was selbst die Landeschefs von den ÖVP verursachten Neuwahlen halten.

Die ÖVP hat die letzte Wahl unter viel besseren Voraussetzungen verloren. Die ÖVP sollte sich warm anziehen, mit Pech verliert sie diese Wahl sogar noch! (Wehe, die Schuld wird dann auf die Kronen Zeitung abgeschoben!)

Beeindruckende Heide Schmidt im Report

Heide Schmidt ist die Politikerin, die den Grünen fehlt. Sie schafft es, das, was eigentlich die Grünen im wesentlichen auch sagen (der Staat ist kein “Raubritter”; die Inflation ist nicht hausgemacht; die Gebühren, die er einnimmt, werden für’s Gemeinwohl weiter investiert; natürlich kann man viel optimieren) unglaublich gut rüber zu kriegen. Bei keinem Interview mit Alexander van der Bellen hab ich mich je so bestätigt gefühlt. Das Problem? Das LIF muss um den Einzug ins Parlament zittern, die Grünen nicht.

Deshalb: Stimmt gleich für die Grünen, da geht eure Stimme nicht verloren und ihr bekommt eigentlich im Großen und Ganzen das gleiche Angebot – nur weniger charismatisch präsentiert.

Eine andere große Frage: Haben die Grünen jemals überlegt, Heide Schmidt eine politische Heimat anzubieten? Das wäre vermutlich eine sehr schwierige Angelegenheit, vor allem die sehr linke Fraktion (die zum Glück nicht sehr prominent in den Listen steht) würde sich dagegen streuben, die starken inhaltlichen Parallelen sind aber da, also wieso eigentlich nicht?

Tripwolf, sozialer Reiseleiter

TripwolfDie Welt wächst zusammen, weite Reisen sind immer üblicher, und doch hat das noch wenig Repräsentation in der Web 2.0-Welt gefunden. Dass jetzt ausgerechnet ein teilweise Wiener Start-Up dazu ein sehr überzeugendes Angebot entwickelt hat, freut mich natürlich sehr.

Tripwolf (Blog) heißt die Firma, von meinem 30-jährigen Vornamensvetter Sebastian Heinzel (Blog, LinkedIn) im März dieses Jahres gegründet und vom Start-Up-Inkubator i5invest finanziert (Sebastian Heinzel ist dort auch SVP Marketing & PR International). Die Website ist seit knapp zwei Monaten online.

Die Features umfassen eine einfache Messaging-Infrastruktur, man kann FreundInnen eintragen, Lieblingsplätze definieren, Foto-Galerien erstellen und einen Reise-Blog schreiben. Das wichtigste ist aber meiner Ansicht nach der PDF-Generator, der für ausgewählte Orte einen eigens generierten Reiseführer zum Ausdrucken und Mitnehmen erstellt.

Interessant ist es aus drei Gründen, von denen sich viele Web-Start-Ups etwas abschauen können:

1. Neues Produkt, klare Nische

Tripwolf ist neu, nicht nur in Österreich, sondern generell. Für ein Start-Up, dessen Reichweite zwangsläufig weltweit ist, ist das sehr wichtig. Tripwolf hat seine Nische (bisher) recht genau abgesteckt und füllt sie aus.

(Ich bin keiner derer die sagen, jedes Start-Up muss völlig neu sein. Konkurrenz ist wichtig und gut, aber der erste zu sein ist dennoch hilfreich.)

2. Facebook-Applikation

Teil von Tripwolf ist eine Facebook-Applikation, die sehr gut umgesetzt ist und genau das ist, was eine Facebook-Applikation sein soll.

Tripwolf selbst ist zwar für manche ein Produkt, das sie sehr regelmäßig verwenden, für die meisten aber etwas unregelmäßiges. Man fährt halt nicht andauernd auf Urlaub, sondern nur ein paar Mal pro Jahr. Daher ist es schwierig, eine eigenständige Website zu einem Thema aufzubauen, bei der die Mitglieder einen eigenen Account haben müssen und alles seperat abläuft.

Tripwolf macht – ganz richtig – Facebook zum Teil ihrere Distributions-Strategie. Bei Facebook muss Tripwolf nur erreichen, dass ihre Applikation installiert (oder im neuen Facebook gebookmarkt) wird, und schon sind sie jederzeit für das Facebook-Mitglied leicht auffindbar – man muss sich nicht daran erinnern, in der Urlaubszeit zu www.tripwolf.com zu gehen.

Das Problem: Die Facebook-Anwendung funktioniert im neuen Facebook nicht! (Aber der Fehler, meiner Beobachtung nach ein einfacher Verlinkungsfehler, wird sicher bald behoben.)

3. Kooperation mit “Old Media”

Das interessanteste ist aber etwas anderes: Tripwolf kooperiert mit MairDumont, laut eigenen Angaben “Marktführer für touristische Informationen” in Deutschland und Europa. Die Firma stellt auf Tripwolf alle ihre Reiseinformationen kostenlos zur Verfügung. In Zeiten, in denen traditionelle Medienkonzerne mehr und mehr von flinken Web-Start-Ups verdrängt werden (siehe Craigslist, das den Medienkonzernen das Kleinanzeigengeschäft ruiniert) eine sehr kluge aber unerwartete Entscheidung.

Davon profitieren beide Firmen. Ich vermute, dass MairDumont für diese Kooperation an Tripwolf beteiligt wurde (ob auch Geld die Seiten gewechselt hat, weiß ich nicht), eine Beteiligung, die sehr viel Geld wert werden könnte und durch die hochwertigen Inhalte an sich bereits wesentlich wertvoller wurde.

Fazit

Tripwolf sollte (und ist sicher dabei) ihre Facebook-Anwendung auf andere Social Networks zu portieren (vornehmlich MySpace, am besten aber auf OpenSocial generell) und stärker hervorheben, dass sie nicht nur ein User Generated Content-Start-Up sind, sondern auch redaktionell geprüfte Inhalte von einem der größten Reiseführerhersteller haben. Dafür wärs vermutlich notwendig, das Design zu entlasten und die vielen Werbebanner für verschiedene Features weg kommen.

Tripwolf ist aber definitiv eines der Start-Ups, das durch eine exzellente Umsetzung brilliert. Davon werden wir sicher noch viel hören.

Unbedingt ausprobieren: Songbird 0.7!

Ich hab’s echt versucht, das nicht zu schreiben. Ich wollte ein bisschen weniger über amerikanische Start-Ups schreiben, aber jedes Mal, wenn ich Songbird 0.7 öffne, fühle ich die Verpflichtung, meinen werten LeserInnen mitzuteilen, wie ich fühle: Songbird 0.7 – OMG!!

Songbird ist ein auf der Mozilla Plattform basierender Media Player mit integriertem Browser. Das klingt jetzt doof, ist aber in Wirklichkeit wahnsinnig praktisch, da sich Songbird sehr gut mit Mp3-Suchmaschinen integriert. Was in der neuesten Version aber dazu kommt, ist das wirklich sehr schöne Theme. Vorher schwarz, düster und ein Krampf zu verwenden, wurde das neue Theme von iTunes inspiriert, aber deutlich verbessert und optimiert.

Songbird 0.7 RC1

Die bekannten Features werden hier erstmals wirklich gut verwendbar: Integrierte Mp3-Suchmaschinen, Songs können direkt in die Medie Library heruntergeladen werden. Unterstützte Geräte umfassen iPods und alle MTP-kompatiblen Geräte (so ein Microsoft-Standard, der von den meisten anderen unterstützt wird). Der Browser unterstützt Tabs, und natürlich gibt es eine Fülle an Add-Ons.

Das Design ist noch nicht fertig, es gibt einige Sachen, bei denen ich nicht verstehe, warum man Mozilla-Konventionen verlässt (bspw. den Einstellungen-Dialog oder eine Sprach-Auswahl im Programm drin), das Programm wird aber verdammt verwendbar!

Wer sich das Programm installiert, sollte auch das SeeqPod-Add-On herunter laden, das bietet eine besonders gut integrierte Mp3-Suchmaschine an.

Unbedingt herunterladen!