Nachdem ich das G1 jetzt fast zwei Wochen lang verwende, hab ich genügend Erfahrung mit der Hardware bekommen, um darüber zu schreiben.
Für das Design des G1 wurden Google und HTC bekanntlich vielfach gescholten – es sieht einfach nicht so gut aus wie das iPhone. Eine Gemeinsamkeit, die das G1 mit fast allen Smartphones am Markt hat.
Wie angekündigt, werde ich das G1 vor allem mit meinem bestehenden Smartphone, dem Palm Treo 750, vergleichen. Über Kommentare, wie sich das G1 in den einzelnen Bereichen mit dem iPhone und anderen Smartphones vergleicht, freue ich mich sehr!
Bildschirm
Der Bildschirm kann sich sehen lassen. Die Auflösung gleicht mit 320×480 Pixel der des iPhones, er ist mit aufgedrehter Bildschirmbeleuchtung hell und kontrastreich. (Wobei ich nicht empfehle, die Bildschirmbeleuchtung aufzudrehen.)
Im Vergleich zu meinem Treo gewinnt das G1 eindeutig.
Trackball
Google hat sich natürlich nicht nur vom iPhone inspirieren lassen, sondern auch von Blackberry – und hat diesen eigenartigen Trackball eingebaut, mit dem man Scrollen und Klicken kann. Ich versuche, dessen Sinnhaftigkeit zu verstehen und komme immer wieder zu dem Schluss, dass dieses Ding einfach völliger Blödsinn ist.
Eine Bitte: Diese Blackberry-“Innovation” darf in zukünftigen Smartphones fehlen!
Tastatur
Ein viel kommunizierter Vorteil des G1 gegenüber dem iPhone ist die eingebaute Tastatur. In der Realität ist der nicht so groß. Eine eingebaute Tastatur ist zwar grundsätzlich praktisch, hier konkret aber sehr dilettantisch implementiert:
Die (weiße) Beleuchtung der Tastatur (beim weißen G1) führt dazu, dass die (weißen) Tastenbeschriftung nicht mehr lesbar ist.
Hier muss angemerkt werden, dass ich relativ schnell gut genug “blind” tippen konnte. Außerdem wird das Problem durch die Applikation Dark Keys teilweise behoben und besteht beim schwarzen G1 gar nicht.
Die Tasten sind kaum ertastbar. Die Tasten sind nicht abgerundet, was zwar gut aussieht, aber die Ertastbarkeit (die für blindes Tippen wichtig ist) ruiniert. Außerdem ist zwischen den Tasten zu viel Abstand. Die Tastatur fühlt sich nicht wirklich gut an.
In diesem Punkt gewinnt mein Treo. Die Tasten sind kleiner und enger beieinander, aber dennoch leichter zu bedienen.
Externe Funktionstasten
Das G1 hat acht Funktionstasten, abgesehen von der Tastatur. Manche sind nützlich (Lautstärke regeln, Foto knipsen), aber vor allem die fünf Tasten unter dem Display sollte Google noch einmal überdenken. Sie sehen nicht nur nicht aufregend aus, sie sind auch ersetzbar.
Ich kann verstehen, wenn ein Klumpert wie Windows Mobile nicht ohne diese vielen Tasten auskommt – Android sollte das aber nicht müssen.
Mein Treo ist natürlich um nichts besser. :)
Kamera
Die Kamera habe ich ganz kurz schon in meinem ersten Beitrag verglichen – das G1 hat eine 3,2 Megapixel-Kamera, die iPhone-Kamera hat 2 Megapixel und der Treo hat 1,3 Megapixel. Klarer Gewinner mit einem blauem Auge ist das G1. Das blaue Auge deshalb, weil all diese Kameras wegen der schlechten Linse und dem fehlenden Blitz nur unter besten Lichtbedingungen verwendbar sind. Blitzlose Vergleichsbilder mit dem Treo gibts hier.
(Das Palm Pre wird übrigens neben der 3,2 Megapixel-Kamera eine Art Blitzlicht und eine innovative Bildverschönerungstechnologie haben.)
Gewinnen tut in der Kategorie weder Treo noch G1: Ich finde Händi-Kameras ohne Blitz in etwa so überflüssig wie einen Kropf.
Kopfhörer
Ein Missgriff, über den ich bisher relativ wenig gelesen habe, ist die fehlende Musik-Player-Fähigkeit von G1 und Android. Ich weiß nicht, ob ich das G1 als MP3-Player verwenden wollen würde – es spricht aber grundsätzlich nichts dagegen: Ich hab das Gerät immer dabei und es hat einen erweiterbaren Speicher.
Leider ist hier nicht nur die Musik-Software furchtbar klobig, es fehlt auch der Standard-Kopfhörer-Anschluss. Stattdessen wird MicroUSB eingesetzt – an sich zwar eine Standard-USB-Schnittstelle, die Anzahl der MicroUSB-Kopfhörer, die ich in meinem Leben gesehen habe, lässt sich allerdings an einem halben Finger abzählen. So richtig als Kopfhörer zählt nämlich das mitgelieferte Headset nämlich nicht. Ein Adapter würde Abhilfe schaffen, wird allerdings nicht mitgeliefert.
Allgemeiner Formfaktor
Zwei Kritikpunkte:
- Der Knick unter dem Display schaut komisch aus und sollte nicht notwendig sein. (Jedes andere Smartphone kommt gut ohne zurecht.)
- Der Display ist ca. 1,5 Zentimeter zu weit oben, um es einhändig bedienen zu können.
Allgemein:
Das G1 lässt sich Design-mäßig relativ klar eingliedern: Ein deutliches Stück hinter dem iPhone, in einer Reihe mit den vielen anderen Verfolgern. Damit ist es für sehr viele Menschen mehr als geeignet, denn trotz iPhone werden millionenfach Smartphones anderer Marken verkauft.
Wichtig auch: Das Betriebssystem Android wird in diesem Artikel logischerweise nicht erwähnt, sollte aber bei einer Kaufentscheidung ebenfalls eine große Rolle spielen!


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