Fortsetzung eines Beitrags von gestern.
Der Mörder Samir Kuntar (Zur Erinnerung: Er hat einen Israeli vor den Augen seiner 4 Jahre alten Tochter erschossen und ihr dann den Schädel mit einem Gewehrkolben eingeschlagen. In der libanesischen Version ist der Mann ein Atomwissenschaftler (stimmt nicht), von der Tochter ist nie eine Rede.) ist also frei und wird mit Staatsehren empfangen.
Nur einen Tag später sehe ich zwei Trends:
- Die Hisbollah ist gestärkt. Sie hat es geschafft, dass sich alle – auch die Regierungsvertreter – bei ihr bedanken, ihre Rolle als “Befreiungs-Organisation” schätzen, etc. Die Hisbollah arbeitet hier für die Zukunft – sie muss sich im eigenen Staat nicht mehr für ihren “Widerstand” (Wogegen? Die Israelis sind seit 8 Jahren lange abgezogen!) rechtfertigen.
- Israel ist gestärkt. Ich hab das am Anfang nicht gesehen – ich sah den Austausch als strategischen Fehlschlag. Jetzt, wo ich die Kommentare auf derStandard.at zu den Artikeln lese, merke ich aber, dass die Meinung geschwenkt hat. Normalerweise beklagt jeder zweite Kommentar im Forum das “israelische Regime” und die Opfer der Hisbollah, während über israelische Verluste frohlockt wird. Das hat sich geändert. Ich hab fast keine solcher Kommentare gelesen.
Wenn die Bevölkerung gegen den Libanon ist, wird auch irgendwann die Politik aufhören, das Land zu unterstützen. Verdient hat es diese Unterstützung nicht.