Bali-Terroristen hingerichtet, leider!

Im Jahr 2002 haben islamistische Terroristen in Bali einen Terroranschlag verübt, der 202 Menschen das Leben gekostet hat, vor allem ausländische Tourist/innen. Die drei Männer wurden zum Tod verurteilt und heute hingerichtet. Da stellt sich die unweigerliche Frage: Haben diese Menschen den Tod verdient? Hätte man sie anders bestrafen sollen?

Ich bin ein grundsätzlicher Gegner der Todesstrafe. Ich denke, dass sie fast immer falsch ist. Es gibt vielleicht wenige Ausnahmen. Saddam Hussein hat vielleicht den Tod verdient, Osama Bin Laden und die Terroristen vom 11. September wohl auch. Selbst bei diesen Personen halte ich sie aber für falsch, aus einem einfachen Grund:

Märtyrer

Was passiert, wenn ein Terrorist hingerichtet wird? Er wird zum Märtyrer. Sobald ein Terrorist im Gefängnis sitzt, ist er für die Organisation ohnehin “verloren” und kann nur durch seinen Tod noch “aufgewertet” werden. Der hinrichtende Staat hingegen hat von der Hinrichtung nichts, außer vielleicht einer langfristigen Geld-Ersparnis, die im Strafvollzug aber keine Rolle spielen soll.

Die dritte Gruppe, die Opfer der Terroristen, wird meistens den Tod der Täter bevorzugen – das ist zwar verständlich, man sollte darauf aber nicht hören. Die Opfer fordern Rache – das ist aber nicht die primäre Aufgabe des Strafvollzuges (die ist die Verbrechensprävention, die funktioniert bei Terroristen aber nicht auf die klassische Art und Weise).

Eine humanere Strafe, von der die Terrororganisation nicht profitieren kann wäre, die Terroristen lebenslang einzusperren. Wenn ein Land befürchtet, dass die eigenen Gefängnisse nicht sicher genug sind, wird es die Leute sicher in einem anderen Land unter bringen.

Die Krönung wäre dann wohl die lebenslange Dauerbeschallung mit amerikanischen Heldenfilmen.

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2 Kommentare »

co
10. November 2008 @ 19:11 Uhr

du hast zwar grundsätzlich recht, alleine schon deshalb weil man den Typen nicht die Vorfreude auf die 72 Jungfrauen gönnen sollte…allerdings sollte man erwähnen das gegenwärtigtig in Indonesien mehrere dutzend Menschen wegen Drogendelikte in der Todeszelle sitzen, darunter ausgerechnet drei Australier auf Bali…
da wäre es dann schon bitter wenn die hundertfachen Massenmörder besser aussteigen als die Hippies auf der Suche nach der nächsten Haschtrafik…
vielleicht also doch Schweineschnitzel als Grabbeigabe

hmoser
12. November 2008 @ 17:39 Uhr

Dauerbeschallung ist eine Folter-Methode!
Nicht einmal per Spass solltest du Dauerbeschallung als “Erziehungsmaßnahme” erwähnen!

Die Hinrichtung von Sadam Hussein am Tag des Opferfestes war eine gezielte Provokation der islamischen Welt. man hat also das Schlimme (ich weiß das ist für die Gräueltaten von Sadam Hussein ein zu schwaches Wort) das bereits passiert ist, die Verletzung, Kränkung, Verzweiflung, Hass … fortgesetzt.
Meine Meinung: nie Hinrichtung! Sie ist keine Lösung. Sie heilt keine Wunden.

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