Beeindruckende Heide Schmidt im Report

Heide Schmidt ist die Politikerin, die den Grünen fehlt. Sie schafft es, das, was eigentlich die Grünen im wesentlichen auch sagen (der Staat ist kein “Raubritter”; die Inflation ist nicht hausgemacht; die Gebühren, die er einnimmt, werden für’s Gemeinwohl weiter investiert; natürlich kann man viel optimieren) unglaublich gut rüber zu kriegen. Bei keinem Interview mit Alexander van der Bellen hab ich mich je so bestätigt gefühlt. Das Problem? Das LIF muss um den Einzug ins Parlament zittern, die Grünen nicht.

Deshalb: Stimmt gleich für die Grünen, da geht eure Stimme nicht verloren und ihr bekommt eigentlich im Großen und Ganzen das gleiche Angebot – nur weniger charismatisch präsentiert.

Eine andere große Frage: Haben die Grünen jemals überlegt, Heide Schmidt eine politische Heimat anzubieten? Das wäre vermutlich eine sehr schwierige Angelegenheit, vor allem die sehr linke Fraktion (die zum Glück nicht sehr prominent in den Listen steht) würde sich dagegen streuben, die starken inhaltlichen Parallelen sind aber da, also wieso eigentlich nicht?

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7 Kommentare »

septembergirl
20. August 2008 @ 14:06 Uhr

tja aber tatsache bleibt, dass die grünen laut Umfragen nicht genug Stimmen bekommen werden, um eine Mehrheit mit einer der großen zu bilden, bei einer Dreierkoalition mit dem LIF wäre das was anderes…

Sebastian
20. August 2008 @ 15:01 Uhr

Ja, leider. Würden aber die Leute, die das LIF wählen (immerhin knappe 4%) die Grünen wählen, wärn die bei knapp 20%, und damit vielleicht in der Lage, eine Koalition einzugehen.

Leider lassen sich viele LIF-InteressentInnen vom (zugegeben beeindruckenden) Charisma von Heide Schmidt beeinflussen.
Gerade die aktuellen Landeslisten sollten Leute, die Angst vor dem “reaktionären” Flügel der Grünen haben, besänftigen – von denen ist nämlich kaum wer in den Listen drin.

*Memo an mich selbst: Zweifler daran erinnern, dass die pragmatischen Kräfte die mit Abstand meisten Abgeordneten stellen werden!*

laurenzennser
20. August 2008 @ 16:10 Uhr

ha! da hatten wir wohl die gleiche eingebung:

http://laurenzennser.twoday.net/stories/5134320/

ehrlich, ich wär als grüner durchaus happy mit einer kandidatin heide schmidt. aber das wird’s schon allein deswegen nicht spielen, weil heide schmidt das nicht tun würde, so wie ich sie einschätze.

Sebastian
20. August 2008 @ 16:41 Uhr

Heide Schmidt will sich glaub ich keiner Partei (mehr) anschließen, in der sie nicht das Sagen hat… :)

Christopher Clay
20. August 2008 @ 17:08 Uhr

Das Argument mit der verlorenen Stimme ist eine selbsterfüllende Prophezeihung: Sie ist nur dann verloren, wenn Leute nicht für das LIF stimmen, weil sie denken sie wäre es.

Die Grünen bieten (bei aller Sympathie) nicht dasselbe Angebot: Sozialliberal sind sie zwar auch, aber dafür meiner Ansicht nach Dogmen aus der Öko-Bewegung (Gene, Atome– lauft um euer Leben!) zu verhaftet, und in ihren Lösungsansätzen viel stärker als das LIF etatistisch.

Das LIF fischt auch natürlich nicht nur in grünen Wässern: Von Gusenbauers Dauerumfallen oder der Krone-Anbiederung enttäuschte Rot-, vom Ausländerwahlkampf abgeschreckte liberal-urbane Schwarz- aber auch vor allem frühere Nichtwähler sind genauso in der Zielgruppe.

Auf 20% kämen die Grünen auch ohne LIF-Antreten leider nie im Leben — sie schneiden immer in den Umfragen viel besser ab als bei Wahlen. Eine Zweierkoalition mit ihnen wird’s so oder so nicht spielen, und ob’s nun 11 oder 15% sind ist für Koalitionsmehrheiten ziemlich irrelevant — zumindest solange es das LIF nicht ebenfalls schafft.

Sebastian
20. August 2008 @ 18:02 Uhr

Das LIF bekommt ca. 1/3 der Stimmen von den Grünen, nur knapp ber 10% von der SPÖ. Aber es stimmt schon: Besser das LIF, das von allen Parteien Stimmen bekommt, als die Stimmen auf die verschiedenen Parteien verteilt.

Ich stimme bei den “Öko-Dogmen” nicht ganz zu. Atomkraft ist eine kurzfristige und Sicherheitspolitisch fragwürdige Entscheidung. Da könnte man auch gleich Atombomben in die Landschaft stellen und zur Attacke freigeben. Außerdem ist die Endlagerung ein Problem, und wird es noch hunderttausende Jahre sein. Rechnet man die Kosten der Endlagerung (Das werden Regierungen bezahlen, nicht Atomkonzerne – die wird es in 1000 Jahren vermutlich längst nicht mehr geben.), ist Atomstrom auch sauteuer.

Hier denkt das LIF die Lösungsansätze einfach nicht fertig, bzw. denkt nur mittelfristig, nicht langfristig.

Aber gut, die Zeit arbeitet sowieso für die Grünen. Bei der Abhängigkeit von Öl hat auch (außer den Grünen) niemand erwartet, dass sie ein Problem wird.

Katharina
24. Oktober 2009 @ 14:16 Uhr

Ich kann dir ganz und gar nicht zustimmen.

Lieber sollten jene Leute, die wollen, dass das LIF im (nächsten) Parlament ist, auch dieses wählen und eben nicht die ÖVP (oder die Grünen).

Denn dann würde auch die Position der Grünen gestärkt, aber das wollen viele kurzsichtig denkende Bierzeltproletarier nicht wahrhaben.

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