Die Studiengebühren wurden abgeschafft, und schon geht das Gesudere los: Die Deutschen werden uns überrennen, wir sind alle so arm, wir werden bald nicht mehr studieren können. Laaaangweilig!
Wieso werden Student/innen von außerhalb immer als Bedrohung gesehen? Ich seh das mal von einer anderen Perspektive: (Hochschul-)Bildung kann Entwicklungshilfe sein!
Beispiel: Bhutan
Österreich leistet in Bhutan Entwicklungshilfe, in den Bereichen Energie, Wirtschaft und Kultur. Wie wäre es, wenn Österreich Entwicklungshilfe im Bildungssektor leisten würde?
Bhutan hat 640.000 Einwohner/innen, 90% davon arbeiten in der Landwirtschaft. Was wäre, wenn man 100 Bhutaner/innen Studienplätze in Österreich garantieren würde. In Bhutan könnte ein Auswahlverfahren gestartet werden, das die 20 fähigsten Bhutaner/innen findet, sie noch in Bhutan in eine Intensiv-Sprach-Schule schickt. In Österreich könnten sie dann mit einem Stipendium ausgestattet studieren.
Nach dem Studium können sie selbst auswählen, ob sie in Österreich arbeiten oder zurück nach Bhutan gehen (meist ist es so, dass die Leute noch einige Jahre in Österreich bleiben und danach zurück gehen). Die, die zurück gehen, können der lokalen bhutaner Wirtschaft helfen und das Land weiter entwickeln.
Beispiel: Indien
Viele Inder studieren und arbeiten in den USA. Dort gab es kein offizielles Förderungsprogramm, aber viele Unis machen solche Projekte selbst. (Unis in den USA sind finanziell potenter und können sich das leisten.) Das hat dazu geführt, dass tausende Inder in den USA studiert haben, hier arbeiten und oft auch wieder zurück gehen. Der Wirtschaftsboom in Indien kann zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auf die Bildung ruch amerikanische Top-Unis zurück geführt werden.
Freilich gehen nicht alle Inder wieder zurück – die gut ausgebildeten, die in den USA bleiben, arbeiten aber in Hochlohnsektoren und/oder schaffen Arbeitsplätze, die USA profitiert also genauso.
Bildung führt zu Wohlstand – warum soll Österreich das nicht ins Ausland ausweiten?
Ich bin ja der Meinung, der indische Wirtschaftsaufschwung beruht einzig und allein auf der Liberalisierung der 90er, und nicht auf der Hand voll von Studenten (die meisten davon ausgestattet mit Papas Kohle oder Bildungskrediten), die nach dem Studium in den USA zurück nach Indien gekehrt sind.
Bildung war sicher nicht der einzige Faktor, aber sicher ein wesentlicher. Liberalisierung alleine hätte sicher keinen so rapiden Aufschwung ermöglicht – da gäbe es eine langsamere Weiterentwicklung, sicher nicht die rapide Entwicklung beispielsweise im IT-Bereich.
Die Hand voll von Studenten sind nicht eine Handvoll, sondern zehntausende, über die letzten Jahrzehnte.
Das eine wäre aber ohne das andere (in der Form/Geschwindigkeit) nicht möglich gewesen.
@Daniela: Liberalisierung schön und gut, aber tun wir bitte auch nicht so als wäre das überall ein erfolgsrezept. die liberalisierungen in china und indien haben unter anderem deswegen erfolg gehabt, weil beide länder einen verdammt riesigen haufen an verdammt billigen (und im falle von indien, großteils englisch sprachigen) arbeitskräften hatten. so konnten dann ausländische firmen durch die liberalisierung auf diese arbeitskräfte zugreifen.
Menschen mit geringer Bildung und wenig selbstvertrauen verlieren nur all zu leicht ihre Kulur. Wenn man mit offenen Augen durch Länder schreitet wird man erkennen wie sehr ein amerikanisches Studium hilft.
Vielleicht steht hier irgendjemand auf Rammstein, dann kennt er auch das lied “we all live in amerika, amerika ist wunderbar”. Es ist leider Realität. Fragt mal eure Großeltern, dann werdet ihr sehen das uns das auch passiert ist.
Geld macht nicht glücklich, noch verhindert es krankheit, alter und tot. Viele dieser “Entwicklungsländer” wären der Schlüsses für unsere Probleme, aber wir sind ja die Gscheiten. Ursache allen Übels ist Ignoranz.