Ergebnis 08: Was passiert mit dem LIF?

Heiß umkämpft waren die Stimmen der potentiell Liberal wählenden Österreicher/innen, nachdem Hans-Peter Haselsteiner mit mehreren Millionen Euro für den Wahlkampf versprach und Heide Schmidt aus dem politischen Ruhestand zurück kam, um die Partei zu führen.

Trotz enormen Wahlkampfaufwand ist das gründlich schief gegangen, noch vor der Wahl musste Alexander Zach seinen Posten räumen – Heide Schmidt und Hans-Peter Haselsteiner haben sich nach der Wahl enttäuscht verabschiedet.

Trotzdem wurde mit der Kandidatur des LIF bzw. Heide Schmidts offenbar ein Nerv getroffen – jetzt wird diskutiert, ob und wie man das LIF weiter führen könnte. Ohne Geld, ohne Strukturen, ohne Mitarbeiter – so wie die Grünen vor einigen Jahrzehnten.

Im Heide-Schmidt-Blog und auf Staatsreform.at (Tiroler Liberale) soll organisiert und diskutiert werden. Wenn das LIF auf diesem Weg ins Parlament kommt, wäre das sehr beeindruckend und hätte viel Respekt verdient, nur hat das LIF ein Problem:

Heide Schmidt, Heide Schmidt, Heide Schmidt. Sie ist das Liberale Forum. Nicht umsonst heißt hat die Wahlkampf-Blog-Plattform des LIF unter www.heide-schmidt-blog.at residiert, und nicht etwa unter www.lif-blogs.at. In der “Tag Cloud” auf der Seite ist “Heide Schmidt” der größte Begriff – größer als “LIF” oder “Fairness”. Alle Header der verschiedenen LIF-Seiten zieren Heide Schmidt.
Heide Schmidt war die Bedingung, dass Hans-Peter Haselsteiner das LIF finanziert, der wesentliche Grund, wieso das LIF knapp 2% gemacht hat und nicht 1%, wie 2002.

Ohne Heide Schmidt wird es fürs LIF noch viel schwerer, dafür besteht die Chance, das LIF als “Grassroots-Bewegung” neu aufzubauen und zu etablieren.


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2 Kommentare »

Michael
5. Oktober 2008 @ 23:22 Uhr

vanderbellen.at, das-ist-faymann.at, hcstrache.at, wilhelm-molterer.at schon vergessen? Zwei davon sind jetzt auch mehr oder weniger obsolet und dass die Leute nun auf Heide Schmidt Blog diskutieren, wie es weitergehen kann, ist mMN nur ein Zeichen, dass Aufbruchstimmung herrscht.

Schaut man sich die LIF-NR-Ergebnisse mit der Spitzenkandidatin Heide Schmidt an (94: 6 %, 95: 5,5 %, 99: 3,7 %, 08: 2 %), dann war der Trend auch mit ihr klar sinkend. Als Stimmenfängerin geht sie also sicher nicht durch.

Ich glaube, dass die Grünen ohne vdb mehr einbüßen als das LIF ohne Heide Schmidt (also mindestens 2 %). Es wäre wirklich erfreulich, wenn sich die Liberalen – bei null anfangend – wirklich als offenes, partizipatives Netzwerk positionieren könnten, das auch politischen Einfluss hat. Zwei Probleme: Entweder man scheitert gleich, weil Österreich noch nicht so weit ist und nur eine stur hierarchische Parteienstruktur eine Chance hat. Oder man hat Erfolg als ein solches offenes Netzwerk und verkrustet spätestens, wenn man sich als fixe Größe im Nationalrat etabliert hat. Ähnliche Vorwürfe gibt es ja auch in Richtung Grüne.

Sebastian
6. Oktober 2008 @ 00:16 Uhr

Zu den Kandidat-Homepages: Diese Homepages waren nichts besonderes, weil sie einfach fad waren. Das LIF hat beim Heide-Schmidt-Blog etwas ziemlich cooles gemacht – weil man dort alle “Spitzenleute” bloggen ließ, auch sie selbst.
Bei den Grünen gibts nur vereinzelt Blogs, aber nicht zentral organisiert, und nicht mit Glawischnig und VdB.

Zur Zugkräftigkeit von Heide Schmidt: Ihr Glanz ist eindeutig verloren gegangen, aber ohne sie wäre das LIF von Anfang an bei 0,5% gewesen, anfangend mit ‘94 bis ‘08. Wäre sie diesmal ins Parlament gekommen, wäre ihre Beliebtheit wieder gestiegen (viele kennen Heide Schmidt nicht mehr oder noch nicht).

“Österreich ist nicht bereit” ist eine schlechte Ausrede für das LIF. Das LIF hat keinen Unique Selling Point, kein Thema, das in der Bevölkerung verankert ist. Das muss man sich erkämpfen, und das geht nicht mit einer Investition von 3 Millionen Euro in einen Wahlkampf. Wenn sich das LIF als Bewegung neu aufbaut, hat es die Chance, das zu erreichen.

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