Facebook Applikationen – Geschäfts-Modelle

Top Friends, My Questions, iLike, Graffiti, SuperPoke!, X Me, Free Gifts, Likeness, und so weiter. Es gibt einen ganzen Haufen großer Facebook-Applikationen, aber auch viele kleine – insgesamt sind es bereits über 3.000 Stück, und das, obwohl die Plattform erst wenige Monate online ist, und nur wenige Firmen die Zeit bzw. Möglichkeit hatten, schon vor Veröffentlichung der Plattform an ihren Applikationen zu arbeiten.

Mittlerweile gibt es schon Risikokapital-Fonds, die speziell für Facebook Applikationen gedacht sind.

Nur: Wo ist da das Geld in diesen Anwendungen?

Im Prinzip ist es gar nicht so schwer: Werbung, Bezahlung durch Mitglieder und Traffic zur eigenen Haupt-Seite.

Wie eben auch im Internet.

Entweder, man schafft es, mit Werbung genügend Geld zu machen, oder man schafft ein Service, bei dem die Mitglieder entweder direkt für die Verwendung der Applikation zahlen (bisher noch nicht verfügbar) oder über Umwege, während sich der Applikations-Entwickler einen Teil des Transaktionsvolumens abzwickt.

Werbung

Es ist unbeliebt, Werbung als wesentlichen Geldbeschaffungs-Faktor zu beschreiben. Es ist aber so – glaubt es einfach! Facebook macht hunderte Millionen, Google macht Milliarden. Wenn Page Views nicht so einfach zu monetarisieren sind wie bei Google – kein Problem! Wenn genügend vorhanden sind, kann man immer noch Geld damit machen.

Es hat sich sogar ein spezieller Facebook-Werbe-Markt entwickelt, der ursprünglich wahrscheinlich nicht absehbar war, und auch nicht wirklich im Sinne von Facebook ist: Bezahlung für neue Mitglieder.

Einzelne Applikationen von Slide, Inc. (Die besitzen mehr als 5 der meistverwendeten Anwendungen mnit jeweils mehreren Millionen Mitgliedern.) werfen angeblich bereits ca. 50.000 Dollar pro Monat an Werbeeinnahmen ab, auf dieser Basis.

Der Nachteil: Eine bekannte Anwendung zu schaffen, wird eine Kapital-intensive Angelegenheit!

Wie aber Mark Zuckerberg bei der Präsentation von F8 schon angedeutet hat, arbeitet auch Facebook selbst an einem AdSense-ähnlichen Programm, das vermutlich aber erst dann veröffentlicht wird, wenn Facebook in der Lage ist, seine eigenen Page Views zu monetarisieren.

Bezahlung durch Mitglieder

Applikationen, die auf die Bezahlung ihrer Mitglieder setzen, werden ziemlich sicher eine Nischen-Anwendung bleiben, wenn man aber bedenkt, dass 1% der Facebook-Mitglieder bereits 350.000 Personen sind, dann ist eine Nische trotzdem schnell interessant.

Was wichtig ist, um diesen Markt anzufachen, ist eine von Facebook zur Verfügung gestellte Bezahl-Plattform. Das würde den Benutzern Vertrauen geben, und könnte die verschiedenen Bezahl-Angebote zusammenfassen. (Wie zur Zeit die Icon-Geschenke, für die man einen Dollar bezahlt.)

Traffic zur eigenen (Haupt-)Seite

Ein dritter, nicht zu vernachlässigender Teil der Facebook Plattform-Strategie kann sein, durch die Anwendung Traffic auf die eigene Seite zurück zu bringen, wo der Traffic dann entsprechend des jeweiligen Geschäftsmodells monetarisiert werden kann.

Ich war ursprünglich Skeptisch, dass das funktionieren kann, iLike scheint das aber geschafft zu haben. Wie auch immer deren Geschäftsmodell aussieht, wenn es auf ihrer Haupt-Seite basiert, dann haben sie mit der Verdreifachung des Traffics auf ilike.com einen großen Schritt nach vorne gemacht. Bei Slide.com sieht die Situation ähnlich aus.

(Ich nehme hier die Daten von Compete, das nur die USA analysiert, dafür aber bei großen Seiten relativ gut ist - die von Facebook veröffentlichten Mitglieder- und Besucherzahlen haben sich immer sehr genau mit den Daten von Compete gedeckt!)

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