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Google sammelt enorme Mengen an Daten. Im Jahr 2006 (von da gibt es die letzten bekannten Zahlen) wurde der Google Analytics-Datenbestand mit 200 Terabytes beziffert. Heute ist es vermutlich zwei-, dreimal so viel.
Enorme Datenansammlungen bei einer einzelnen Firma halt ich nicht für klug. Die Statistik-Software selbst zu hosten und die Daten besitzen ist eine interessante Aussicht. Daher hab ich vor meinem Urlaub die selbsternannte Google Analytics-Alternative Piwik, installiert und möchte von meinen Erfahrungen berichten. (Ich teste hier Piwik Version 0.2.34.)
Daten-Sammlung
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Daten-Sammlung für Statistik-Software. Google Analytics und Piwik setzen jeweils einen JavaScript-Code (der detailliertere Statistiken ermöglicht) ein. Piwik verwendet deaktiviertem JavaScript zusätzlich eine versteckte Grafik, die aber nur sehr wenige Daten sammeln kann. Damit dürfte Piwik etwas mehr Daten sammeln als Google Analytics.
Piwik hat in den letzten 14 Tagen, seit der Installation auf meinem Blog, 12% mehr Visits und 24% mehr Page Views gezählt als Google Analytics. (WordPress.com Stats hat im gleichen Zeitraum 52% mehr “Aufrufe” gezählt. Was auch immer das ist.)
User Interface
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Dieser Screenshot spricht für sich selbst: Das User Interface von Piwik ist krampert und schwierig zu verstehen. Kleine Chart-Grafiken sind Links, obwohl sie nicht unterstrichen sind, es ist schwierig, die detaillierten Statistiken zu finden. Die deutsche Übersetzung ist ein Witz, ich hab mich überhaupt nicht damit zurecht gefunden.
Ich habe viele Funktionen erst während der sehr genauen Recherche für diesen Artikel gefunden. Mit einem neuen Design, entwickelt von Menschen, die etwas davon verstehen, könnte Piwik viele Defizite beheben. Ich wäre schon mit einem “Klon” der Google Analytics-Oberfläche zufrieden (und werd mich bei Gelegenheit daran versuchen).
Auf der offiziellen Demo-Seite kann damit experimentieren!
Reports
Noch problematischer für komplexe Projekte ist die fehlende Report-Funktion. Zur Auswertung der gesammelten Daten gibt es simple Widgets, die diese Daten visualisieren.
Für Presentify schauen wir uns zum Beispiel an, wie neue Besucher/innen die Seite verwenden, um die Seite gezielt verbessern zu können.
Google Analytics macht das (relativ) einfach, Piwik kann das nicht.
Piwik hat Reports zwar angekündigt, aber nicht mehr für die Version 1.0, die irgendwann 2009 veröffentlicht werden soll.
Open Source, Widgets & API
Der große Vorteil von Piwik ist, dass es Open Source ist. Damit kann es auf dem eigenen Web-Server installiert werden (= man besitzt die Statistik-Daten) und durch die Widget-API erweitern. Zweiteres hab ich bisher noch nicht getan, es kann aber interessante Anwendungen ermöglichen. Diese Flexibilität besitzt man bei Google Analytics selbstverständlich nicht.
Installation
Die Installation ist so einfach, wie man sich das wünschen kann: Piwik herunterladen, Dateien auf den Server kopieren, Installationsprogramm starten. Die MySQL-Tabellen werden automatisch erstellt, alles zusammen dauert das keine 10 Minuten.
Fazit & Weiteres Vorgehen
Piwik versagt im Moment bei User Interface und Reports, gibt mir dafür aber die volle Kontrolle über die Daten und eine API für eigene Erweiterungen.
Deshalb setze ich (vorerst) Piwik und Google Analytics parallel ein, wo ich genaue Statistiken haben will (auf diesem Blog, auf Palm Mania und auf Lokales.at). Bei Nebenprojekten (Twitter-Stream, Grüner Twitter-Stream, mein Life Stream, etc.) genügt mir Piwik.
Meine Empfehlung ist auf jeden Fall, Piwik auszuprobieren. Für viele Web-Projekte dürfte es gut genug sein und es gibt nichts zu verlieren!
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