Google investiert in Maxthon

Neben den ganzen Diskussionen um den von Tim O’Reilly vorgeschlagenen Blogger’s Code of Conduct geht ein bisschen unter, dass Google in den chinesischen Maxthon Browser investiert hat, eine Million Dollar wird geschätzt.
Auf TechCrunch wurde es schon erwähnt, Read/WriteWeb glaubt gar, die Firefox-Macher würden eifersüchtig werden.

Um den wahren Grund der Investition von Google in Maxthon zu sehen, muss man aber zwei Dinge verstehen.

1. Den chinesischen Suchmarkt

Im chinesischen Markt herrschen zur Zeit völlig andere Rahmenbedingungen als in den USA oder gar in Europa. Google konnte in China zwar deutlich aufholen, liegt aber noch immer weit abgeschlagen mit ca. 22% Marktanteil am zweiten Platz hinter der chinesischen Suchfirma Baidu, die ca. 55% des Suchmarktes besetzt.

Browser sind eine Möglichkeit, solche Zahlen zu ändern. Bei einem geschätzten Anteil von 30% bietet Maxthon Google also die Möglichkeit, ein bisschen aufzuholen, vorerst auf Kosten von Yahoo! (der aktuellen Standard-Suchmaschine von Maxthon), mittelfristig aber auch auf Kosten von Baidu.

2. Maxthon’s Finanzierungsstruktur

Ein starker Hauptgrund für Google’s Investition in Maxthon wird sein, dass Maxthon bereits viele Millionen an Risikokapital erhalten hat. Risikokapitalgeber beeinflussen vermutlich stark die Geschicke der Firma und wollen endlich einen Return On Investment sehen. Einen Teil der Firma zu verkaufen, kommt da gelegen.

Die genaue Finanzierungs- und Besitzstruktur ist mir aber nicht bekannt, unter Umständen wurde auch beispielsweise ein einzelner Investor “hinausgezahlt”.

Jedenfalls wird Maxthon weniger Interesse an langfristigen Verträgen haben, die irgendwann einmal Geld abwerfen, was aber nicht sicher ist, sondern will einfach Kohle sehen.
3. Maxthon’s Zukunftsaussichten

Maxthon wird demnächst seine Version 2 veröffentlichen, die eine wirklich starke Verbesserung zur bisherigen Version darstellt, die zwar “gut” ist, aber bestenfalls “gut” wie Opera das ist, nicht aber im Sinne von Firefox. (Gut = einfach zu bedienen, schön, etc.)

Man will jetzt auch in der restlichen Welt stark werden, weshalb es ganz einfach eine Schnapsidee wäre nicht in Maxthon zu investieren.

Was alles nicht passieren wird

Google wird nicht aufhören, Firefox zu unterstützen. Firefox hat einen weltweiten Marktanteil von ca. 15% und ist dank seines Add-On-Systems ein Inkubator für freie und innovative Weiterentwicklungen.

Google wird auch keine Marketingkampagnen für Maxthon starten, zumindest nicht stärker, als das bereits der Fall war. Es gibt einen Grund, wieso Mozilla Firefox nur einmal ganz kurz auf der Google-Homepage beworben wurde: Es nervt, von einer Homepage einen Browser empfohlen zu bekommen. Und Google will nicht nerven.

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