Google hat gerade bestätigt, die größte Firmen-Übernahme seiner Geschichte durchzuführen – der ein bisschen lädierte Werbeanbieter DoubleClick wird für 3,1 Milliarden Dollar übernommen.
Das hat mich jetzt so fasziniert, dass ich trotz leichter Betrunkenheit noch darüber schreiben muss.
DoubleClick macht gerade einmal 300 Millionen Umsatz pro Jahr, ohne Tendenz zu starkem Wachstum – eine ziemlich hohe Summe für dieses Unternehmen.
Was also bringt DoubleClick dem Suchgiganten Google?
Technologie? Die Technologie ist für Google uninteressant. Während Google AdWords seit Jahren massiv gewachsen ist, konnte DoubleClick nie wirklich mit aufregenden Zahlen brillieren – der Punkt spricht also klar dagegen.
Kunden? Auch nicht – die werden in absehbarer Zeit vermutlich nicht auf Google AdWords umgestellt – zu groß der Umstellungsstress.
Der Grund liegt darin, dass Microsoft versucht hat, DoubleClick zu übernehmen. DoubleClick hätte Microsoft adCenter ein paar Milliarden Pageviews mehr gegeben, also ein paar Milliarden Gründe mehr für Werbetreibende, über Microsoft Werbung zu kaufen.
Das ist für Google eine Gefahr. Nur so lange sie den größten Anteil am Werbemarkt haben, können sie so hohe Preise pro Klick verlangen. Ändert sich das irgendwann, sinkt nicht nur der Marktanteil Googles am Online-Werbemarkt, sondern auch das Einkommen pro Klick.
So lange Microsoft oder Yahoo! Firmen wie DoubleClick nicht übernehmen können, weil Google mehr bezahlt (auch, wenn das auf den ersten Blick meist verteuert aussieht), werden sie nicht so relevant sein können wie Google AdWords, wird Google AdSense nicht an Beliebtheit einbüßen, was Google’s Image wieder sehr gut tut. Und so weiter – es ist ein Teufelskreis, wenn man mit Google im globalen Stil konkurrieren will.
[...] in Google Juhu! Google’s Übernahme von DoubleClick wurde zwar in den USA von den Kartellwächtern durchgewunken, in Europa wird es Google aber [...]