Herausforderung für LIF und Grüne

Das LIF und die Grünen haben für die letzten eine Herausforderung – nämlich die drei bis vier Prozent, die laut Umfragen das LIF wählen wollen.

Herausforderung fürs LIF

Das LIF ist in den Umfragen unmitelbar nach Ankündigung der Kandidatur von Heide Schmidt auf ca. 4% gesprungen, seither hat sich daran nicht mehr viel getan. Heide Schmidt hat den Schein von seriöser und ehrlicher Politikum sich nicht verloren.

Danach kamen immer wieder kleine Probleme – Vorwürfe wegen angeblicher Parteienfinanzierung in Ungarn, die Involvierung von STRABAG-Chef Peter Haselsteiner (und Alexander Zach) in das Bauprojekt Ilisu-Staudamm und dem Einstieg des russischen Oligarchen Oleg Deripaska.

Das LIF hat diese 4% dadurch nicht wirklich verloren, der Rücktritt von Alexander Zach als Parteisprecher und als Nationalratsabgeordneter ist aber eine Sache, die groß genug ist, um das LIF in Bedrängnis zu bringen. (Nicht vergessen: Es genügt, dass das LIF von 4% auf 3,9% fällt, und es ist nicht im Parlament!)

Wäre das LIF angetreten und hätte gesagt “Unser Parteisprecher hat indirekt aber wissentlich für die Eurofighter gearbeitet, angeblich in Zusammenarbeit mit Peter Haselsteiner in Ungarn Parteien finanziert, um zu Bauaufträgen zu kommen, der wiederum eng mit einem russischen Oligarchen zusammen arbeitet. Ach, und Heide Schmidt tritt am ersten Platz an!”, wäre sie vermutlich nie auf 4% gekommen.

Sie muss also darauf hoffen, dass die Leute einerseits zu bequem sind, ihre Wahl jetzt noch zu ändern, oder sich nicht um diese Themen kümmern. (Die Annahme ist nicht unrealistisch. Wer sich einmal fest legt, ändert die Wahl nicht mehr so ohne weiteres.)

Herausforderung für die Grünen

Die Grünen haben sich im Wahlkampf legitim unter anderem auf das LIF eingeschossen. Verständlich, denn ein großer Teil der LIF-Wähler/innen würden Grün wählen, wenn das LIF nicht antreten würde. Die Grünen würden vermutlich zwei bis drei Prozent besser da stehen, und damit je nach Umfragen bei zwischen 12 und 15%.

Die Grünen haben primär durch Peter Pilz versucht, das Image von Alexander Zach und Peter Haselsteiner in den Vordergrund zu stellen und haben dabei unter anderem anonyme Schützenhilfe auf lif-transparent.org erhalten.

Ihre Herausforderung ist es, die LIF-Wähler/innen dazu zu bringen, ihre Wahl zu überdenken, müssen aber gleichzeitig aufpassen, nicht zu aggressiv vorzugehen, um nicht einen “Jetzt erst recht!”-Effekt bei den LIF-Wähler/innen zu erzeugen.

Meine Erwartung

Meine (ehrliche) subjektive Erwartung ist, dass die Grünen dem LIF Stimmen abnehmen können, aber nur sehr wenige, nicht mehr als 0,5% – so wenig, dass es in den Umfragen kaum auffallen wird. Ob das LIF dann noch ins Parlament kommt, hängt dann stark von der allgemeinen Wahlbeteiligung ab. Sollte die ÖVP Mobilisierungsprobleme haben (was ich erwarte), könnte das die entscheidenden Zehntel Prozent für das LIF ermöglichen.

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