Hungerkrise in Afghanistan: Chance für den Westen

Nach einer jahrelangen Dürreperiode befindet sich Afghanistan in einer Hungerkrise, die für die westlichen Militärmächte die Chance bieten könnte, zu beweisen, dass sie sehr wohl für Afghanistan kämpfen, nicht dagegen.

Die westlichen Länder sollten sofort beginnen, den afghanischen Bauern in zwei Schritten aus dieser Krise zu helfen. Einerseits muss es Soforthilfe geben, in einem zweiten Schritt muss ihre Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, verbessert werden. Das beinhaltet auch einen Weg aus dem Opium-Handel.

Noch viel wichtiger ist: Diese Hilfe muss es für alle geben, auch für Bauern, die in Taliban-freundlichen Gegenden leben. Wir müssen allen Afghanis zeigen, dass wir uns um sie kümmern, nicht nur denen, die bereits auf unserer Seite sind.

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3 Kommentare »

kritikus.at
9. November 2008 @ 11:03 Uhr

Im Prinzip hast Du vollkommen recht und solche Hilfe wäre auch leistbar. Die Probleme liegen aber im Detail. Wie sollte man Hilfe an die Leute bringen? Sie würde abgefangen und in Waffen umgesetzt werden. Sie direkt den Bedürftigen zukommen zu lassen, wird auch nicht gehen, wenn das die Herrschenden (in den Talibangebieten) nicht wollen. Und Feldzüge, nur um Brot zu verteilen, werden auch nicht so gut ankommen.
Noch schlechter sieht es mit der “Hilfe zur Selbsthilfe” aus. Soldaten sind keine Bauern, die werden den Afghanis diesbezüglich nichts zeigen können. Und Bauern oder Entwicklungshelfer hinzuschicken, wenn diese mit hoher Wahrscheinliche entführt oder umgebracht (oder beides) werden, wäre (selbst wenn man genügend Freiwillige finden würde) höchst unverantwortlich…

comeister
9. November 2008 @ 11:44 Uhr

Ein Vielfaches an Entwicklungshilfe wäre wünschenswert und notwendig, die Vermeidung einer Hungersnot Pflicht und Chance.
Mit militärischen Mitteln alleine wird dieser Krieg tatsächlich nicht zu gewinnen sein, aber – und da gibt man sich in Europa in gewohnter und bequemer Realitätsverweigerung – ohne ein Mehr an militärischen Einsatz, ohne zusätzliche Truppen, ist eine Niederlage die wahrscheinlichste Perspektive.
Und die bereits angelaufen Diskussionen in Deutschland und anderswo in Old Europe wie man sich den Wünschen des zukünftigen US Präsidenten entziehen kann, lassen nichts Gutes ahnen.
“Yes we can” ist in Afghanistan nicht genung, die Antwort auf die Frage nach mehr Engagement – zivil und militärisch – müsste lauten: “Yes We will”…..because we have to

Sebastian
9. November 2008 @ 12:49 Uhr

@kritikus.at
Du unterschätzt Soldat/innen – die leisten heute schon einen Teil der Entwicklungsarbeit. (Deutsche Soldat/innen haben bisher vor allem Sachen wie Brunnenbau gemanaged.)

Die wesentliche Frage ist: Was ist für die Afghanis der langfristige Ausweg aus dieser Hungerskrise, ohne nur Hilfsgüter zu verteilen? (Hilfsgüter funktionieren immer nur kurzfristig, aber nie langfristig.) Wenn man das weiß, kann man die NATO-Armee sehr wohl in diese Überlegungen miteinbeziehen. (Die kann ja auch gemeinsam mit zivilen Entwicklungshelfer/innen durch’s Land ziehen.)

Es ist sicher nicht der Fall, dass, nur weil die NATO-Armee hinter einer Maßnahme steht, diese Maßnahme nicht funktioniert. Ganz im Gegenteil: Es könnte in großem Stil zeigen, dass die NATO-Armee tatsächlich auch andere Sachen kann, als Kollateralschäden zu verursachen.

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