Es gibt ja genügend Gründe, sich über die SPÖ aufzuregen. Kürzlich erst hat sie mehrheitlich einen deutschnationalen Burschenschafter zum dritten Nationalratspräsidenten gewählt. Aber ist die SPÖ wirklich schuld am Gas-Preis?
Ich hab immer gedacht, der Gas-Preis ist so hoch, weil die Nachfrage nach Gas so hoch ist, bzw. weil man die Preise verlangen kann.
Kein Wunder, dass die ÖVP in Wien im Vergleich so schlecht abschneidet.

der gaspreis hat (leider) nichts mit der nachfrage zu tun. der ist vertraglich an den ölpreis gekoppelt, d. h. er vollzieht das ölpreis-auf-und-ab mit einigen monaten verspätung nach. der ölpreis war im juli bei fast 150 dollar, jetzt ist er bei rund 65. trotzdem macht der gaspreis den anstieg (und hoffentlich auch den abstieg) mit.
Teilweise ja, teilweise nein. Die steigende Nachfrage der emerging markets ist definitiv ein Faktor in der Erhöhung gewesen, die Wirtschaftskrise ein Grund für den (temporären) Rückgang im Preis.
Deshalb hab ich auch dazu geschrieben “weil man die Preise verkangen *kann*”. Hier sind Kartelle am Werken, die viel zu mächtig sind, als dass man sie einbremsen könnte. Die haben früher geglaubt, dass bei 50 Dollar pro Barrell Öl eine Weltwirtschaftskrise ausbrechen würde. Jetzt haben sie gesehen, dass auch Preise jenseits der 100 Dollar möglich sind – und werden wieder dort hin kommen, sobald die weltwirtschaftliche Lage wieder besser ist.
Klar ist der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt. Ebenso klar ist aber auch, dass die Energielieferanten einen beträchtlichen (ich sage unredlichen) Gewinn aus den Schwankungen des Ölpreises schlagen. Und weil die Besitzer der Gas/Strom-Lieferanten die Länder (die an den unredlichen Gewinnen natürlich mitpartizipieren) sind, wären wir in Wien bei der SPÖ, in NÖ bei der ÖVP und im Burgenland wieder bei der SPÖ. Uuups, sind das nicht gerade die Parteien, welche eben dabei sind, nebst heldengleicher Rettung von Pleitebanken auch die Inflation hintanzuhalten? ;)