Die Wirtschaftskrise, in der sich die Welt zur Zeit befindet, ist eine allesvernichtende Welle, die bislang vor nichts halt gemacht hat. Daran werden auch sinnlose Milliardeninvestitionen in sterbende Industrien oder ein Kniefall vor den Industrie-Lobbies nichts ändern.
Ein Opfer, über das wenig berichtet wird, ist dabei das österreichische Bundesheer, dem von ÖVP-Finanzminister Josef Pröll das Budget zusammengestrichen wird. Die Differenz zwischen Budget-Planung des Bundesheeres und des Finanzministeriums beträgt ca. 500 Millionen Euro.
“Man darf das ja gar nicht zu laut sagen, aber: Hat man eigentlich bedacht, was das für Österreich bedeuten würde, wenn es in der Ukraine zu einem Bürgerkrieg kommt? Oder wenn Österreich Ziel von Terroranschlägen wird und der Ruf laut wird, dass sofort alle Kraftwerke und Staudämme vom Heer bewacht werden müssen? Da kann man nicht in ein paar Wochen wieder aufbauen, was man jetzt an Strukturen fahrlässig zusammenbrechen lässt!”
Eduard Paulus, Präsident der Offiziersgesellschaft

Die Bedrohungssituation in Österreich ist natürlich nicht so schlimm, wie Herr Paulus das andeutet. Ein ukrainischer Bürgerkrieg, müsste erst einmal die Slovakei oder Ungarn erfassen, bevor er nach Österreich käme. Das ist nicht wahrscheinlich. Für Staudammbewachung (??) dagegen braucht Österreich keine unfreiwilligen, schlecht ausgebildeten Wehrpflichtigen, kein Berufsheer bestehend aus Offizieren, sondern kleine Mannschaften mit Boden-Luft-Raketen und gut ausgebildete Schnell-Eingreif-Truppen.
Es ist richtig, dass am Bundesheer eingespart wird. Es hat keine Priorität in einer Zeit, in der der Staat ohnehin schon viel Geld ausgeben muss, um den Wohlstand im Land so weit als möglich zu erhalten.
Hoffentlich wird das Bundesheer ganz einfach Geld sparen. So könnten zum Beispiel noch einige Kasernen verkauft werden, die aus politischen Gründen (um einen ÖVP-Bürgermeister zu besänftigen) aufrecht erhalten werden. Es könnte die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft werden (und stattdessen ein Katastrophenschutz-Dienst gegründet werden). Es könnten die eigenen Ränge von inkompetenten Deppen befreit werden.
Die Wirtschaftskrise beendet das Kapitel “Bundesheer” unserer Republik. Es wird weiterhin ein Militär geben – aber es wird andere (echte) Aufgaben erfüllen, anders ausgerüstet sein und deutlich kleiner sein als bisher. Das Heer kann nicht anders, als sich zu reformieren und wesentlich sparsamer zu werden.