Kein politischer Pragmatismus mit Ahmedinejad

Nachher ist man immer gescheiter.

Ich hab vorgestern darüber nach gedacht, ob es klug sei, die Anti-Rassismus-Konferenz zu blockieren. Eine Rede wie die, die Ajmedinejad gestern gehalten hat, war ja zu erwarten.
Gleichzeitig hat Benjamin Netanyahu gestern (auf Druck durch die USA) angekündigt, ohne Vorbedingungen mit den Palästinensern verhandeln zu wollen.

Vergleichen wir die österreichische Teilnahme an der Konkurrenz mit den möglichen bedingungslosen Verhandlungen zwischen Israel und Palästina – zwei Entscheidungen, die aus politischem Pragmatismus getroffen wurden, und doch sehr verschieden sind.

Netanyahu verzichtet auf Vorbedingungen (entgegen seiner Wahlkampf-Aussagen), weil (wenigstens von Seiten der Fatah) eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft vorhanden ist, die Grundbedingung (Anerkennung des Staates Israel) aber aus politischen Gründen schwer vor Beginn der Gespräche erfüllt werden kann.
Gespräche können stattfinden, weil von beiden Seite eine Gesprächsbereitschaft vorhanden ist.

Die Anti-Rassismus-Konferenz dagegen war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ahmedinejad hat nie glaubwürdig angedeutet, irgendwelche Gespräche führen zu wollen. Ein Eklat war absehbar, die Diskussionen von vorne herein zum Scheitern verurteilt.
Gespräche können nicht stattfinden, weil keine ernsthafte Gesprächs-Bereitschaft von Seiten Ahmedinejads besteht. (Die Rede gestern ist der beste Beweis dafür.) Dafür muss die Welt auf den nächsten Präsidenten hoffen, falls die “Wahlkommission” überhaupt einen liberaleren Kandidaten zulässt.


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