Kaum wird das Risikokapital mehr, glaubt jeder wieder, wir würden von einer “Bubble 2.0″ reden. Das ist absoluter Blödsinn, sag ich euch!
Klar, es werden zweifelhafte Geschäftsmodelle finanziert, aber das war schon immer so. Klar, es gibt Firmen, die Probleme haben. Und das wird auch so bleiben. Es werden noch viele Firmen in Konkurs gehen. Wir reden hier ja auch von Risikokapital, und nicht etwa von Blue Chips.
Aber noch wichtiger – nach dem Platzen der “dotcom-Blase” im Jahr 2001 wurde die ganze Internet-Industrie nieder gerissen, obwohl viele vernünftige Firmen dabei waren, die ohne weiteres den Weg in die Profitabilität schaffen hätten können oder trotz Schwierigkeiten auch geschafft haben. Das Problem war damals, dass der Werbemarkt, der auch heute noch ein wesentlicher Bestandteil der meisten Geschäftsmodelle im Internet ist, sehr stark von Start-Ups getragen war. Dank der riesigen Finanzierungsrunden konnte massiv Werbung geschalten werden – in einem Ausmaß, wie das heute längst nicht mehr der Fall ist. Wie viele Start-Ups werben mit Google AdWords für ihr Unternehmen? Wieviele Banner für digg sind auf Yahoo!-Seiten zu sehen?
Richtig: keine!
Heute machen neben großen Unternehmen auch viele kleine Unternehmen Werbung im Internet. Der Werbemarkt ist jetzt zwar trotzdem noch zyklisch, aber auf wesentlich mehr Branchen aufgeteilt.
Wenn die Bubble 2.0 tatsächlich eines Tages kommt, wird sie weit weniger dramatische Auswirkungen haben. Einige Firmen werden in Konkurs gehen, einige werden Übernahme-Ziele werden, einige werden an die Börse gehen, und wieder andere werden unabhängig bleiben.