Hinter dem harmlosen Wort Kollateralschaden verbirgt sich etwas furchtbares, nämlich die unbeabsichtigten, zivilen Todesopfer in Kriegen. (Das Wort wird auch für Sachschäden oder psychische Schäden während eines Krieges verwendet, aber um die geht’s hier nicht.)
In jedem Krieg, der nicht auf fest definierten Schlachtfeldern stattfindet (also jedem Krieg seit dem Ersten Weltkrieg), gibt es Kollateralschaden – Opfer, die mit dem Krieg nicht unmittelbar (zB als Soldat/innen) zu tun haben, die von Querschlägern oder fehlgeleiteten Raketen getötet werden.
Der moderne Terrorismus hat den Begriff erweitert:
Provozierte Kollateralschäden
Terroristische Gruppen gehen immer mehr dazu über, die bekämpften Länder dazu zu bringen, Zivilist/innen zu töten, indem sie militärische Einrichtungen in Wohngebiete bauen werden. (Das ist übrigens ein Verstoß gegen das Völkerrecht, denn verbietet militärische Einrichtungen in Wohngebieten.) Angriffe auf diese Einrichtungen haben fast zwangsläufig zur Folge, dass es auch zivile Opfer gibt – egal, wie genau eine Bombe ihr Ziel trifft.
Für Länder, die Terrororganisationen bekämpfen, ist das ein Dilemma: Lässt man zu, dass sich Terroristen hinter Kindern verstecken, kann man sie nicht bekämpfen. Greift man sie trotzdem an, sterben Zivilist/innen. Meistens verliert man auch den Medienkrieg (um die Gunst der Öffentlichkeit), denn auch die Medienarbeit nach solchen Angriffen haben diese Terrororganisationen perfektioniert.
Aus diesem Dilemma kann man kaum entkommen. Einerseits ist es falsch, Zivilist/innen zu töten – andererseits werden Terrorist/innen selbst unbeteiligte Menschen ermorden. Beide Seiten dieser Diskussion haben gute Argumente – aber am Ende kann es nur eine Antwort geben: Wenn sich Terroristen, deren Ziel es ist, wahllos Menschen zu töten, gezielt hinter Menschen verstecken, um bei ihrem Tod auch möglichst viele zivile Opfer zu verursachen, müssen sie trotzdem angegriffen werden. Unschuldige Menschen werden wegen ihnen sterben – so oder so. Es ist besser, man versucht sie wenigstens langfristig zu stoppen.
Diese Taktik wird übrigens zumindest von den Taliban in Afghanistan, der Hamas in Gaza und der Hisbollah im (Süd-)Libanon eingesetzt.
In Zeiten des Chaos gibt es aber auch gute Nachrichten: Seit dem Libanonkrieg 2006 (zwischen 17% (lt. Hisbollah) und 37% (lt. israel. Armee) der libanesischen Todesopfer Hisbollah-Kämpfer) hat Israel dazu gelernt und ihre Ziele besser ausgesucht. Laut UNO-Zahlen sind im Gazakrieg 2008/09 ca. 75% der Opfer Hamas-Kämpfer. Ein schwacher Trost für die Familien der Toten – aber ein guter für all diejenigen, die die Hamas gerne tot gesehen hätte.
co
7. Januar 2009 @ 23:49 Uhr
Kollateralschäden sind immer a große Freude für unsere Freunde von Hamas und der restlichen “Ihr liebt das Leben, wir leben den Tod”-Jihad-Fraktion.
Schließlich veranlassen sie österreichische Journalisten von Kaliber eines Wolfgang Fellners in Qualitätsmedien alla “Österreich” Leitartikel zu verfassen, wo ich am Montag beim Lesen beinahe meinen Hamburger verschluckt hätte:
Hamas “Lausbuben”, Raktenterror “Krampustreiben” und israelischer Feldzug “gezielter Völkermord”.
http://blog.oe24.at/wfellner/2009/01/05/israel-muss-jetzt-menschlichkeit-zeigen-macht-frieden/
Hab den Artikel achgut.de weitergeleitet und heute hat sich bei mir der Broder Henryk – Journalist Superstar – via mail bedankt und folgendes treffendes Kommentar verfasst: “Der Lümmel aus der letzten Reihe”
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_luemmel_aus_der_letzten_reihe/
;)