Lächerlich: Zach tritt zurück

Alexander Zach tritt zurück – eigentlich absehbar. So hat das LIF wenigstens eine kleine Chance, die Glaubwürdigkeit zu behalten. (Das Problem: Es genügt, wenn sie 0,3 Prozentpunkte verlieren, und sie sind weg.)

Witzig auch (und ebenfalls absehbar), wie das LIF das jetzt drehen will:

Das LIF zeigt, dass die selbst auferlegten Anforderungen an eine ehrliche und offene politische Kultur nicht nur hohle Phrasen sind: Nachdem die Negativkampagne gegen seine Person pünktlich zum Wahlkampfende ihren Höhepunkte erreicht hat, nimmt Bundessprecher Alexander Zach – anders als viele rücktrittsreife Berufspolitiker der letzten Jahre – seinen Hut.

Nachdem Zach jahrelang behauptet hat, die Vorwürfe wären gelogen, stimmt jetzt doch plötzlich alles. Und dann, wo das LIF eh schon sowas von in der Ecke steht, versucht man das auch noch als Beweis der Glaubwürdigkeit des LIF zu drehen. Das LIF konnte gar nicht mehr anders, als Zach rauszuschmeißen. Wären sie glaubwürdig, hätte Heide Schmidt bei Aufkommen der Vorwürfe gesagt, dass sie geprüft werden. Aber nein, da wurde von einer grünen Lügenkampagne geredet.

Das LIF war vielleicht früher mal glaubwürdig – jetzt ist es das längst nicht mehr.

via LIF-Blog

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6 Kommentare »

Hanno
23. September 2008 @ 12:10 Uhr

die vorwürfe sind eh gelogen. ist ja nichts illegales passiert. höchstens was mit schiefer optik. und wenn wir nach schiefer optik gehen, hätten diverse flugupgrader, schuhpreisverhandler und webseitenauftraggeber in der österreichischen politik schon viel früher zurücktreten müssen. das lif ist da wenigstens aufrichtiger als alle anderen parteien.

Sebastian
23. September 2008 @ 12:17 Uhr

Wenn auf das LIF kein höherer Standard angewandt werden soll, wie auf andere Parteien, was ist am LIF dann so besonders? Das LIF ist eine Mischung aus SPÖ und ÖVP, mit genau diesem höheren Standard.

Lustig, dass dieser Standard jetzt vom LIF selbst weggeleugnet wird.

guy inkognito
23. September 2008 @ 12:54 Uhr

Jetzt muss ich mich da auch mal einschalten: Das LIF als Mischung aus SPÖ und ÖVP zu bezeichnen, greift schon etwas sehr kurz. Da könnte ich ja gleich die SPÖ als Mischung aus ÖVP und Grünen bezeichnen und die Grünen als Mischung aus KPÖ und SPÖ mit etwas mehr Umweltbewusstsein (das sind bewusst absurde Beispiele, weil mir dein Vergleich ebenso absurd vorkommt).

Und jetzt meine Meinung zu Zachs Rücktritt: Ich bin froh, dass er diesen Schritt getan hat, in vielen anderen Parteien wäre das so nicht passiert. Sicher: Der Kerl hat unglaublich ungeschickt agiert – aber für mich ist das LIF jetzt wieder wählbar, und ich bin froh, dass ich eine Alternative zu faden Grünen und dem für mich diesmal ohnehin unwählbaren Rest an Parteien habe.

Alexander Eppelein
23. September 2008 @ 16:52 Uhr

Wie wäre es mit dem einen oder anderen Blick in das Gesamtprogramm des LIF anstelle haltloser Behauptungen (und sinnloser bis beleidigender Kommentare im Schmidt Blog)?

Der selbst geforderte Standard ist ein Merkmal unter vielen. Das innovative, vollständige und zukunftsorientierte Programm ist ein anderes. Alles zusammen sollte den Ausschlag geben.

Sebastian
23. September 2008 @ 17:25 Uhr

Ein Programm ist wertlos, wenn die Glaubwürdigkeit nicht vorhanden ist. Ohne die politischen Programme vergleichen zu wollen, erinnert mich das an HC Strache, der ganz beleidigt ist, wenn man ihn “ausländerfeindlich” nennt, dessen Landespolitiker gleichzeitig vor ein paar Tagen gefordert hat, dass blonde und blauäugige Frauen mindestens drei Kinder zur Welt bringen sollen, damit wir nicht von Türken überrannt werden.

Alexander Marktl
23. September 2008 @ 20:11 Uhr

Ich persönlich wünsche mir eine Partei deren Programm UND deren Leute für gemäßigte Zukunftspolitik gepaart mit einer vernünftigen Haushaltspolitik stehen.

Die Grünen sind in der Basis gespickt mit Fundis. Das macht sie für mich einfach nicht wählbar. Da mag der Professor noch so gut sein.

Ob nun das LIF die richtige Antwort kann ich selbst schwer sagen. Von irgendeinen Hickhack wegen angeblicher Irgendwas hab ich aber sowas von genug. Da findet man in jeder Partei genug…

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