Win ist in einer Lose-Lose-Situation. Wird Alexander Zach wird doch abgesägt? Wird er die Parteiführung an Heide Schmidt abtreten? Wird alles unverändert bleiben und Zach versprechen, nicht mehr für Projekte zu arbeiten, die er politisch kritisiert? Doppelschwör?
Zach, der Architekt der Neuauflage des LIF, ist ein schillerndes Beispiel für das, was in der österreichischen Politik falsch läuft. Die Obrigkeit kritisieren, aber trotzdem die Hand offen halten. Ein bisschen kommt er mir wie Strache vor. Der wettert zwar gegen soziale Ungerechtigkeit, lässt sich aber trotzdem die Zustimmung zur Abschaffung der Erbschaftssteuer (einer sozial sehr treffsicheren Steuer) bezahlen.
Das LIF kann jetzt nur verlieren.
Entweder Zach wird abgesägt, dann geht das aber eigentlich nicht, weil die Listen längst fest stehen – man müsste darauf vertrauen, dass er sein Mandat nicht antritt. Dabei würde man eingestehen müssen, dass man einem kompletten Schwachkopf mit der Neuauflage des LIF betraut hat, der das wahrscheinlich nur zu seiner persönlichen Bereicherung getan hat. Die Glaubwürdigkeit des LIF wäre jedenfalls futsch.
Oder Zach bleibt im Amt, dann wäre die Glaubwürdigkeit ebenfalls futsch – das LIF könnte nicht mehr von Fairness und Transparenz reden. Heide Schmidt’s gutes Image wäre auch dahin.
Das LIF kann in dieser Situation nicht gewinnen und wird hoffentlich endgültig in der Versenkung verschwinden. Nach dieser Wahl wird es Heide Schmidt sicher nicht mehr probieren.
Ich bin jedenfalls gespannt, was heute in der Pressekonferenz verkündet wird.
Alexander Eppelein
23. September 2008 @ 10:32 Uhr
Ich sehe die Angelegenheit naturgemäß etwas anders (und das beginnt schon bei der nicht nachvollziehbaren Ansicht, die Erbschaftssteuer in ihrer damaligen Form wäre sozial treffsicher gewesen). Die eigentliche Kritik an Alexander Zach muss sich auf seinen Umgang mit der ganzen Angelegenheit beziehen, weit weniger auf seine Tätigkeiten an sich. Und seinen Umgang zu thematisieren, entspricht den eigenen Ansprüchen des LIF. Wäre seine Verstrickung in die Eurofighter-Geschichte selbst ein Rücktrittsgrund, so wären -bei gleichem Anspruch- die Reihen der politischen Mitbewerber wohl deutlich gelichtet.