Google, Yahoo!, Microsoft, Ask – sie alle versuchen, den nächsten großen Such-Markt zu bekommen – die lokale Suche.
Während man mit der klassischen Web-Suche primär nach Informationen ohne lokale Referenz sucht, geht es bei der lokalen Suche darum, lokale Bilder, Restaurants, Nachrichten und Geschäfts zu finden. Man kann also sagen: Lokale Suche ist etwas völlig anderes. Denn während es kein Problem ist, alle möglichen Websites zu durchsuchen und die Inhalte irgendwie aufzulisten (was eine Web-Suchmaschine tut), muss man bei lokalen Suchmaschinen viele Informationen erst einmal ins Internet bringen.
Google versucht dieses Problem zu beheben, dass die meisten Firmen keine statistisch erfassbaren Adressen online haben, und Telefonbücher nicht ausgelesen werden dürfen, und startet das Google Local Business Referrals-Programm, das einfach gesagt Leute dafür bezahlt, Geschäfte zu fotografieren, die Öffnungszeiten zu notieren und mitsamt der Adresse auf Google’s Server hinauf zu laden. (Das Programm wurde Ende 2008 eingestellt.)
Also das gleiche, das manche Projekte (zB Tupalo) uns gratis machen lassen. Interessant – leider aber vorläufig nur für die USA. Google hat davon einiges. Nicht nur erhalten sie eine Unmenge an Daten, der Großteil der Zahlung (8 Dollar) findet nur dann statt, wenn der Kontakt überprüft und bestätigt wurde. Ergo: Google hat einen Unternehmer mehr, der seine Kontaktdaten bestätigt, und dabei sicher auf die günstigen Werbemöglichkeiten mittels AdWords hingewiesen wurde.
Wer wird davon profitieren?
Die Unternehmen, denn sie werden automatisch in die Datenbank von Google eingetragen.
Die Personen, die die Arbeit machen. (Diese Arbeit benötigt nur eine Digitalkamera und einen Computer – das ist für Studenten und Arbeitslose eine tolle Sache!)
Google. Sie bekommen einen Datenbestand, glückliche Unternehmer, die vielleicht Werbung buchen und einen Haufen Studenten, die sicher begeistert ihren Freunden von Google Maps erzählen werden.
Start-Ups, die es schaffen, ihre Mitglieder dazu zu bringen, diese Informationen gratis zur Verfügung zu stellen. Sie werden interessante Übernahmekandidaten für Google, bald aber auch Yahoo! und Microsoft.
Wer wird darunter leiden?
Microsoft und Yahoo!, weil Google die Latte höher legt. Sie können sich von ihrem Leiden aber auch durch ähnliche Programme freikaufen.
Local Search-Konkurrenten & -Start-Ups, die nicht das Geld haben, sich wie Yahoo! und Microsoft aus diesem Dilemma freizukaufen.
Webmaster: Sie werden deutlich weniger von Local Search profitieren, da die Informationen ja schon im Besitz von Google sind. Wozu also zu Seiten weiterleiten
Der Markt: Die Eintrittsbarriere für diesen Markt steigt gerade um einige Millionen Dollar an. Und es wird täglich mehr.
Was Google hier macht, bestätigt mich in mehrerlei Hinsicht.
- Viele Daten im Local Search-Bereich sind noch gar nicht im Internet verfügbar. Sie müssen erst erzeugt werden.
- Man muss andere Leute dazu bringen, die Daten zusammen zu tragen.
- Google schafft es einfach nicht, eine Community aufzubauen.
Was Google hier macht, ginge auch anders und billiger. Google könnte eine Community entwickeln, und die Mitglieder wesentlich billiger für ihre Arbeit belohnen. Monatliche Preise, etc. Vielleicht wäre mehr Aufwand notwendig, um die Einträge zu verifizieren, aber es wäre schlussendlich sicher billiger.
Aber gut. Google kann das einfach nicht. Die verstehen soziale Netzwerke nicht oder haben bestimmte Gründe, wieso sie keines entwickeln. Klar, es gibt Gründe, kein Social Network zu entwickeln – es könnte scheitern. Aber es wäre das Risiko wert und hätte mehr Erfolgschancen, als Google Video jemals hatte. (Übrigens: Google Video wurde eingestellt. Wusste eigentlich jemand, dass man dort Videos kaufen konnte? Wie auch immer…)