Die Gerüchteküche hat schon länger gebrodelt, jetzt ist es offiziell: Microsoft hat Google im Bieterwettstreit geschlagen und investiert 240 Millionen Dollar in Facebook – bei einer 15-Milliarden-Dollar-Valuierung. Microsoft besitzt also 1,6% an Facebook.
Nicht nur hat Facebook jetzt einen Haufen Geld, um seine Expansion nach Europa voranzutreiben. (Die vermutlich von einigen Übernahmen begleitet werden wird!) Microsoft darf auch international die Display-Ads für Facebook vermarkten.
Für 240 Millionen Dollar bekommt Microsoft also nicht nur einen kleinen Anteil an Facebook, der durchaus noch wertvoller werden könnte, sondern vor allem Zugriff auf das zweitgrößte Social Network der Welt. Oder mit anderen Worten: Microsoft ist endlich zur Konkurrenz für Google geworden.
Wer profitiert davon?
- Facebook, da es mit dem neuen Geld seine Expansion nach Europa vorantreiben kann. (Die vermutlich von einigen Übernahmen begleitet werden wird!)
- Microsoft, da es das zweitgrößte Social Network der Welt vermarkten darf, was den Abstand zwischen Microsoft adCenter und Google AdWords verkleinern wird.
- Alle anderen Social Networks, da diese Valuierung weiteres Risikokapital in die Branche pumpen wird, vor allem in Europa. Außerdem werden Yahoo!, Google und vielleicht auch AOL Übernahmen tätigen. (Mein Tipp: Yahoo! kauft Bebo; Google kauft einige kleinere Anbieter und bastelt etwas neues, basierend auf orkut.)
Jetzt muss nur aufgepasst werden, dass sich die Risikokapitalgeber nicht verzetteln. In Social Networking ist noch viel Geld zu machen, aber Facebook wird andererseits nicht das nächste Google werden.
Auch wird nicht jede Nische einen Erfolg haben. Sinnvoller ist es, auf Sub-Applikationen zu setzen, die sich in Facebook, MySpace, Friendster, Hi5 und allen anderen Plattformen, die kürzlich angekündigt wurden, einnisten. Eine Nur-Facebook-Strategie ist gefährlich, aber ein breit gestreuter Mix hat durchaus Erfolgschancen.
Twitter’s Rolle in dem Spektakel
Und wirklich interessant ist auch die Rolle von Twitter in der Angelegenheit. Ich bin normalerweise nicht aktiv auf Twitter, hab mir aber schon gedacht, dass ich dort als erster erfahren würde, wer endgültig das Rennen gemacht hat.
Und Twitter’s “tracking”-Funktion hat mir erlaubt, einfach alles, wo “Facebook” drin vorkommt, zugeschickt zu kommen. Zack bum. Ich wusste das endgültige Ergebnis deutlich bevor es auf TechCrunch oder gar Techmeme stand.
Macht das einen Unterschied? Vielleicht nicht! Aber es zeigt, wie schnell sich über Twitter Nachrichten verbreiten.