Misstrauen gegen die Polizei

Die Wiener Polizei wird von Skandalen geschüttelt, etwas, das bisher noch nicht auf andere Bundesländer übergegriffen hat. Wird es aber, denn die Missstände sind überall vorhanden.

Leider wird es nicht als Skandal angesehen, dass offenbar drei Migrant/innen-Familien, nachdem ihre Kinder angeschossen wurden, keine Anzeige erstattet haben.

Würde es das, hätte die Polizei in ganz Österreich ein Problem. Denn ein großer Teil der Flüchtlinge, die in Österreich Asyl bekommen haben, wollen nach den schlechten Erfahrungen mit Fremdenpolizisten und dank dem enormen Misstrauen, das ihnen oft entgegen gebracht wird, nie wieder etwas mit der Polizei zu tun haben.

Ich arbeite in dem Bereich als Zivildiener – ich weiß das also direkt von Betroffenen.

Oder wie kann es sein, wenn ein Arabisch-stämmiger Österreicher die Polizei ruft, nachdem er ausgeraubt wurde (er hat den österreichischen Täter festgehalten), und die Polizei nach ihrer Ankunft sofort das Opfer fragt: “Na, wos host jetzt scho wieda do?”

Oder wie kann es sein, dass Bundesheerler, die an der burgenländischen Grenze ihren Wehrdienst ableisten erzählen, von der Fremdenpolizei folgende Anweisung erhalten zu haben: “Wenns an findets, dann hauts eam zerst midm Gewehrkolben ane uman Schädl, dann liefertsn ob.”

Oder wie kann es sein, dass ein Afro-Amerikaner in einer Linzer “Hitzezelle” (Zur Information: Hitzezellen sind Zellen, in denen die Boden- und Wandtemperatur auf konstant 40° Celsius gehalten wird.) zu Tode kommt, nachdem er dort tagelang eingesperrt ist, und man von einem Unfalls spricht? Wie kommt es eigentlich, dass die Opfer dieser “Unfälle” immer nur Afro-Amerikaner sind?

Und dann wundert man sich, dass MigrantInnen kein Vertrauen in die Polizei haben. Und dass sie keine Anzeige erstatten, nicht mal, wenn ihre Kinder mit einem Luftdruckgewehr angeschossen werden.

Das hat nicht mit Polizeierfahrungen in deren Heimatländern zu tun. Das liegt an Polizeierfahrungen in Österreich.

Via Kurier.at

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