myM, Mash, Kickstart – Yahoo!'s Social Networks

Yahoo! stellt sein bisheriges und einziges Social Network, Yahoo! 360, ein. Was anfangs nach einem Ende von Yahoo!’s Social Networking-Ambitionen aussah, schaut für mich immer mehr nach einer wesentlichen Neugestaltung aus, die viel eher zu einem Erfolg führen könnte.

Denn mittlerweile hat Yahoo drei neue Communities – Yahoo! Mash, Yahoo! Kickstart und myM gestartet. Mash und myM sind nur mit einer Einladung zugänglich. (Im Gegensatz zu Yahoo! 360, das für alle zugänglich war war.) Gemeinsam haben sie, dass alle drei sind nur im Authentifizierungs-System mit Yahoo! verbunden sind (im Gegensatz zu Yahoo! 360, das stark mit verschiedensten Yahoo!-Services verbunden und integriert war) und alle spezifische Zielgruppen ansprechen (Kickstart = für StudentInnen & AbsolventInnen, myM angeblich für User von Instant Messengern, Mash ist ein allgemeineres Netzwerk, lässt aber viel Platz für Kreativität) – wieder im Gegensatz zu Yahoo! 360, das versuchte, möglichst viel zu sein, und dabei gleich überall versagte.

Die Frage ist: Wieso soll das besser funktionieren? Wieso nicht nur ein neues Projekt starten und die ganze Marketing-Macht von Yahoo!’s Startseite nützen, um es zu bewerben? Nun, mit Yahoo! 360 sind sie bereits einmal mit dieser Herangehensweise gescheitert.

Der Grund liegt ganz einfach in der Erfolgswahrscheinlichkeit von Social Networking-Start-Ups. Social Networks kann man nicht mit viel Geld bewerben. Das versuchen viele, ComBOTS ist damit schon massiv auf die Schnauze gefallen. Das hab ich in Web 2.0 als Management-Projekt schon einmal ausführlich beschrieben.

Diese Projekte sind vermutlich Teil von “Brickhouse”, einem Versuch, Start-Up-Kultur innerhalb von Yahoo! zu ermöglichen – geleitet von Caterina Fake, einer der Flickr-GründerInnen. Yahoo! bringt jetzt schon das dritte solche Netzwerk heraus, angeblich ist noch ein Social Network rund um Yahoo! Mail in Arbeit, und ich vermute, dass noch weitere solche Projekte in Arbeit sind.

Werden sie alle erfolgreich sein? Nein, sicher nicht! Vielleicht wird es eines schaffen, wesentliches Puplikum anzuziehen. Aber das ist schon genug – ein erfolgreiches Netzwerk bringt genug Werbeeinnahmen (und vielleicht auch andere Einnahme-Quellen), um für das verlorene Geld der anderen Netzwerke aufzukommen.

Und genau das ist der Punkt: Von einem Dutzend Social Networks wird vielleicht eines erfolgreich sein. Oder weniger. Yahoo! entwickelt deshalb einen ganzen Haufen dieser Netzwerke – und es werden sicher noch einige auf uns zu kommen – um wenigstens mit einem davon erfolgreich zu sein. Wenn ich richtig liege und Yahoo! klug ist, dann wird jedes dieser Netzwerke nur von einem kleinem Team betreut, vielleicht 10, 20 Leute, die innerhalb von Yahoo! von Unternehmenskommunikation mit anderen Gruppen freigestellt sind, untereinander konkurrieren dürfen, etc.

Wenn diese Seiten jetzt noch auf alles Rücksicht nehmen müssen, was andere Gruppen innerhalb von Yahoo! tun, dann wird das sicher schief gehen. So aber könnte es was werden.

Ich freu mich darüber, denn Konkurrenz zu Google in jeder möglichen Form ist wünschenswert – kein Unternehmen sollte uneingeschränkte Markt-Macht besitzen, selbst wenn seine Produkte grandios sind.

Oh, und jetzt noch kurze Erklärungen zu den Projekten:

Yahoo! Mash

Yahoo! Mash ist nur mit einer Einladung zugänglich.

Würde ich einen direkten Konkurrenten dafür nennen müssen, würde ich MySpace nennen, wobei Mash wirklich deutlich schöner und durchdachter ist. Mash ist das, was MySpace sein sollte – wenn wir schon Netzwerke, die von den Benutzern stark modifiziert werden sollen können, brauchen. Man unterstützt Widgets – oder wie auch immer das dort heißt – als ich es zuletzt probiert hab, war da aber nicht viel vorhanden.

Sehr positiv zu erwähnen ist ein Tamagotchi-ähnliches Widget, bei dem man ein auf ein Blatt Papier gezeichnetes Gesicht “füttern”, “streicheln”, etc. kann. Das ist mir in Erinnerung geblieben, auch wenn ich nie herausfinden konnte, wie das eigentlich funktioniert. Ich hab meins vor ein paar Wochen mal versehentlich getötet. Sehr makaber, aber die Idee ist echt genial.

Und wehe, es kennt hier wer keine Tamagotchis. Das würde nämlich heißen, dass ich schon aus einer älteren Generation komme… :’(

Yahoo! Kickstart

Kickstart ist ein StudentInnen-Netzwerk für StudentInnen aus aller Welt – im Gegensatz zu Facebook kann man seine Uni selbst anlegen, was einerseits Platz für Blödsinn macht – ich weiß nicht, ob die Einträge dort jemals überprüft werden – andererseits die Verbreitung in neue Universitäten vereinfachen kann. (Ich bin übrigens nach wie vor das einzige Mitglied, dass in der TU Wien ist.)

Kickstart soll StudentInnen die Jobsuche vereinfachen, hat aber auch einfache Social Networking-Funktionen und ist alles in allem eine sehr einfache, aber funktionelle Seite. gefällt mir persönlich besser als Mash. Und: Kickstart ist frei zugänglich.


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