Netzneutralität: Immer mehr Argumente dafär!

Wer hätte gedacht, dass die Telekom-Konzerne, die sich in den USA so sehr gegen eine gesetzlich festgeschriebene “Netz-Neutralität” gewehrt haben, plötzlich immer mehr Gründe dafür liefern, wieso die Netz-Neutralität so dringend vorgeschrieben werden muss?

Netz-Neutralität

Netz-Neutralität bedeutet im wesentlichen, dass die Internet-Provider unter keinen Umständen den Zugriff auf Websites künstlich beeinflussen dürfen. Internet-Provider würden gerne von Website-Betreibern Geld für bessere Verbindungs-Geschwindigkeiten verlangen. Das wäre einerseits wettbewerbstechnisch bedenklich, weil Internet-Provider bestimmte Websites eine langsame Geschwindigkeit verpassen könnten, um Vertrags-Partner, die dafür entsprechend bezahlen, einen Markt-Vorteil zu bieten.

Die Provider haben darauf einerseits damit gekontert, dass so etwas bisher noch nie der Fall war und der Markt sich von selbst regelt, andererseits gesagt, dass es besser wäre, die Internet-Firmen würden für den Traffic bezahlen, anstatt der Internet-Benutzer.

Bisher wurde in den USA kein Netz-Neutralitäts-Gesetz beschlossen, einige Präsidentschafts-KandidatInnen wollen das allerdings tun, falls sie gewählt werden. (Alle demokratischen KandidatInnen, sowie der repuplikanische Kandidat Mike Huckabee.)

Argumente für Netz-Neutralität

Ich war überrascht zu bemerken, dass die Internet-Provider durch einschlägige Aktionen allen Grund dafür geben, Netz-Neutralität gesetzlich festzuschreiben.

Der Kanadische ISP “Robers” modifiert die Google-Homepage, um die KundInnen vor einer Übertretung ihres monatlichen Limits zu warnen.

Das klingt jetzt harmloser, als es ist, aber Internet Service Provider (ISPs) sollten auf keinen Fall Websites verändern dürfen. Die Internet-Nutzer erwarten, dass www.google.com von Google kommt, wenn Rogers plötzlich eigene Inhalte dazu schaltet, ist das nicht nur verwirrend, sondern kann auch dem Unternehmen schaden. (Will ich, dass Google weiß, wie viel monatliches Download-Volumen ich noch frei habe? Tja, für die Benutzer sieht das aber so aus, als wüsste Google Bescheid. Das kann Google’s Reputation schaden.)

Abgesehen davon, dass ein ISP neben einem Hinweis bezüglich Limit-Übertretung auch andere Sachen einbauen könnte. Zum Beispiel Statistik-Software, Spyware, etc.

T-Mobile USA sperrt Twitter

T-Mobile sperrt Twitter-SMS-Services. Das betrifft jetzt nicht direkt das Internet, aber auch hier sind offensichtlich gesetzliche Regelungen nötig! T-Mobile hat auch zugegeben, Twitter gesperrt zu haben.

Die Begründung? Twitter ist kein autorisierter Service, in den Nutzungsbedingungen des T-Mobile-Vertrags steht drin, dass T-Mobile solche Services nicht anbieten muss.

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