ÖVP vs. Krone: Es bleibt peinlich

Die Krone unterstützt die SPÖ und attackiert die ÖVP – soweit nichts neues. Mit einer fingierten Leserbrief-Seite hat sich die ÖVP jetzt einmal mehr lächerlich gemacht.

Die ÖVP hat versucht, eine Werbeschaltung zu kaufen, die die Leserbrief-Seite der Kronen Zeitung kopiert – mit eigenen Leserbriefen. So weit, so gut. (Nicht wirklich – Werbung muss klar als solche erkennbar sein, in dem Fall sieht sie aber aus, wie die Leserbriefseite.) Die ÖVP hat in der Anzeige aber auch sehr Krone-kritische Beiträge drin. Wie zum Beispiel folgendes:

Ich kann diese Negativ-Berichterstattung in der Krone nicht mehr lesen. (von “Sabine Klug, Graz”)

Die ÖVP ist dämlich, wenn sie erwartet, dass die Krone so etwas abdruckt. Lächerlich aber auch die Begründung der Krone: Wir lassen uns nicht in die Wahlkampfauseinandersetzung hineinziehen!

Strategische Dummheiten von der ÖVP haben wir aber schon genug gesehen, da muss das nicht wundern. Bedenklicher ist aber, dass die ÖVP in dummen Anti-Amerikanismus verfällt, mit diesem letzten Satz:

Manchmal glaub ich fast, hinter der Krone stecken die Amis, die unbedingt Europa schwächen wollen. (ebenfalls “Sabine Klug, Graz”)

Ich habe solche Aussagen immer vom BZÖ oder der FPÖ erwartet, aber von einer staatstragenden Partei, die jahrelang eine Außenministerin gestellt hat?

Hier das Leserbrief-Inserat im Originaltext: (anklicken zum Vergrößern)

krone-inserat

via derStandard.at

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3 Kommentare »

Serge
29. August 2008 @ 15:10 Uhr

“Werbung muss als solche erkenntlich sein”

Stimmt. Deswegen bekommt jede Text-Schaltung von der Zeitung ein “Anzeige” oder “bezahlte Werbung” o.ä. dazugedruckt.

Nur, weil bloggen möglich ist heisst das nicht, daß wir Blogger auf Recherche verzichten sollen. Sonst wirken wir schnell so dämlich wie die, die wir so schön anprangern wollen.

Sebastian
29. August 2008 @ 15:31 Uhr

Nicht ganz richtig. Werbung muss als solche erkennbar sein, und meistens steht auch irgendwo klein “Anzeige” dabei. Wenn allerdings eine Werbung so sehr wie ein redaktioneller Inhalt ausschaut (immerhin wurde hier das Logo nachgebaut, etc.), kann das schnell zu wenig werden.

Serge
30. August 2008 @ 07:17 Uhr

Wieder daneben. Nicht “meistens” sondern immer muss bei Text-Anzeigen eine Anmerkung dabei stehen.

Diese Vorgangsweise ist in der Privatwirtschaft eine völlig normale und wundert niemanden, der sich in der Medienwelt auskennt.

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