Polen hat gewonnen

Mein Bruder hat auf den Punkt gebracht, was ich mir gestern auch schon gedacht hab:

Ich hab mich noch nie so über den Wahlsieg einer rechtsliberalen Partei gefreut!

Polen hat den ersten Kaczynski-Bruder abgewählt. Nicht nur gewonnen hat Donald Tusk, er hat sogar mit 10% Vorsprung gewonnen, was niemand erwartet hätte.

Kaczynski hat sich in Verschwörungstheorien und Selbstmitleid gebadet. Die Medien seien Schuld am Sieg der liberalen Bürgerplattform (PO). Vermutlich hat er vergessen, dass er in seinen Allmachtsfantasien die staatlichen Medien unter die Leitung von ihm treu ergebenen Personen gestellt hat.

Polen wird das nicht nur intern gut tun, auch innerhalb der EU wird Polen einen deutlich besseren Stand haben. Zwar hat Kaczynski mit seinen Blockade-Drohungen immer im letzten Moment ein paar Goodies herausgeholt, hatte es dafür aber allgemein sehr schwer, verbündete zu finden.

Tusks Einstellung ist da folgende: Er sei nicht nur pro-deutsch (was ihm von den Kaczynskis vorgeworfen wurde), sondern auch pro-tschechisch, pro-slowakisch und sogar pro-russisch, denn seine Politik sei auf Kooperation, nicht Konfrontation ausgerichtet.

Leicht wird er’s dennoch nicht haben, Lech Kaczynski ist noch immer Staatspräsident, und auch JAroslaw Kaczynski wird weiter fuhrwerken. Ein Fortschritt ist es allemal.

Das zweite politische Top-Thema ist der PKK-Konflikt an der türkisch-irakischen Grenze. Die Türken wollen die PKK im Irak besiegen, wo sie sich ungestraft von grauenhaften Angriffen auf türkische Soldaten zurück ziehen kann. Die Amerikaner haben im restlichen Irak viel zu viel zu tun, als dass sie sich auch noch darum kümmern könnten, und die kurdische Regierung des Nordirak hält aus welchen Gründen auch immer zur PKK.

Was soll man tun? Die Türkei sollte nicht in den Irak einmarschieren – damit tun sie sich selbst keinen Gefallen und destabilisieren das Land noch viel mehr. Andererseits – wer stoppt die PKK?

Der Türkei ist hier kein Vorwurf zu machen – aber hoffentlich lässt sich dennoch eine Lösung finden. Vielleicht können ja doch die Amerikaner für Frieden stiften. Unter den nordirakischen Kurden genießen sie ja doch ein gewisses Ansehen.

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