Spekulations-Blase im Web 2.0

Jens Kunath, ein deutscher Business Angel, unter anderem Investor der Social-Commerce-Plattform shoppero, fragt, ob es eine “Bubble2.0″ gibt.

Es gibt keine Bubble2.0.
Gute Ideen mit tragfähigen Businessmodellen werden sich durchsetzen. Aber die vielen Klone werden nicht überleben. Es gibt keine Notwendigkeit für zum Beispiel 10 Familiennetzwerke. Es werden 2-3 Anbieter den Markt unter sich aufteilen, der Rest wird in der Bedeutungslosigkeit versinken. Das haben wir aus der ersten Welle gelernt. Es gibt in den meisten Segmenten nur noch 2-3 große Anbieter. 2 Autobörsen, 2 Immobilienbörsen, 1 Auktionshaus, 1 Suchmaschine. Ausnahme ist der Markt der Singlebörsen, wo noch 5-6 relevante Player am Markt sind. Aber auch dort wird es eine Konzentration geben.

Ich stimme zu. Es wird keine weitere Spekulations-Blase geben. Natürlich ist der Markt zyklisch, es wird Firmenkonkurse geben, es wird eine Phase folgen, in der weniger Geld vorhanden ist, aber das ich doch ganz normal!

Wo ich nicht zustimme, ist die Frage, ob es 10 Familiennetzwerke braucht, und die Aussage, die vielen Klone würden nicht überleben.

Das schöne im Online-Markt heute ist, dass es möglich ist, mit wesentlich weniger Ressourcen und Aufwand ein erfolgreiches Unternehmen zu führen.

Nicht jedes Social Network braucht die Größe von MySpace oder Facebook, die hunderte von Mitarbeitern haben. Szene1 beispielsweise kommt mit weniger als 30 Mitarbeitern aus, und hat nichtmal eine halbe Million aktive Mitglieder! Trotzdem arbeitet das Unternehmen erfolgreich, schreibt Gewinne und läuft.

Es ist noch viel Platz für weitere Social Networks, für weitere Social-Commerce-Plattformen, für Blog-Netzwerke, und so weiter. Und die meisten davon werden nie besonders stark in der Öffentlichkeit stehen, weil es gar nicht notwendig ist. Sie besetzen ihre regionale oder thematische Nische, bewegen sich in dieser und sind glücklich.

Das einzige, das sich ändern wird ist, dass Business Angels mit relativ kleinen Investitionen (< 500.000 Euro) immer mehr gefragt sein werden, während viele Firmen es vermeiden werden, große Risikokapitalgeber einsteigen zu lassen.

Millionen Euros müssen erst zurückverdient werden. Wer 10 Millionen Euro aufnimmt, muss vielleicht einer 50 Millionen Euro-Valuation gerecht werden. Wer 500.000 Euro einnimmt, muss viel weniger erreichen, und hat höhere Erfolgschancen.

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