Web 2.0 vs. AJAX vs. Google

Google verwendet kaum AJAX, wo es nicht notwendig ist. Im Gegensatz zu Meebo oder Yahoo! TV, das nach seinem Relaunch deutlich langsamer und komplizierter war als vorher, dafür aber haufenweise “AJAX” einsetzte oder Buxfer, bei dem alle Inhalte auf einer Seite sind, obwohl sich alles so anfühlen, als würde sich eine neue Seite laden – was natürlich nicht funktioniert!

Das ist alles lächerlich.

Google hat “AJAX” verstanden. AJAX wird hier kaum eingesetzt, nur wo’s halt wirklich Sinn macht. Die “Web 2.0-Konkurrenz” will das irgendwie nicht verstehen. Meebo setzt AJAX ein, wo eigentlich Flash sein sollte. (Google hat seinen Web-Chat-Client klugerweise in Flash umgesetzt.) Live.com setzt AJAX ein, wo wenigstens teilweise statische Links sein sollten. (Wie bei iGoogle.) Im Prinzip muss hier auch Netvibes und Pageflakes kritisiert werden: Zu viel AJAX, Leute!

Wenn Erik Schmidt also sagt, Web 2.0 ist AJAX, dann ist das ein Scherz! AJAX ist eine Sammlung an Technologien, die durch gezielten Einsatz die Entwicklung von effizienteren Web-Projekten ermöglichen soll. Aber doch bitte nicht Firmenpolitik!

Web 2.0 ist angekommen

Kritische Stimmen (und Investoren in Old-School-Plattformen, die sich nicht weiterentwickeln wollen) behaupten oft, “Web 2.0″ sei das ganz gewöhnliche Internet, aber mit größeren Schriften (“Ruby On Rails”-Style) und AJAX.

Ich hab auch für die 3h-Galerien, meine erste große Community, den Tipp bekommen, doch ein bisschen Web 2.0 Einzug halten zu lassen. Im Sinne von AJAX.

Also, Leute: Web 2.0 ist nicht AJAX!

AJAX ist eine Technologie, die die Gestaltung von Websites teilweise vereinfachen kann. TEILWEISE! Ich höre von Projekten, die JavaScript-Animationen so stark verwenden, dass die Seite ohne JavaScript gar nicht mehr aufgerufen werden kann. Und zwar ohne wirklichen Grund. Und ohne Alternativ-Interface.

Das ist Bullshit, meine Freunde.

Web 2.0 sind Web Services. Web 2.0 ist die Öffnung des Internets. Web 2.0 sind RSS-Feeds und APIs.

Google Reader ist Web 2.0. Netvibes ist Web 2.0. Twitter ist Web 2.0. iGoogle ist Web 2.0. Und während Google Reader und Netvibes massiv auf AJAX setzen, tut Twitter das nur unterschwellig. Trotzdem ist Twitter Web 2.0. Genauso wie iGoogle, das zwar Drag’n'Drop-Funktionalität besitzt, aber bei weitem nicht so exzessiv auf AJAX setzt, wie Netvibes.

Für mich ist Web 2.0, dass 95% der Inhalte, die ich im Internet konsumiere, bei Netvibes oder Google Reader aggregiert werden. Dass ich hier alle meine Blogs und konventionelle Nachrichten lese. Alles andere ist Pipifax.