G1: Geo-Mapping mit Android

Bei meinem österlichen Israel-Urlaub waren wir unter anderem in Süd-Israel, in der Wüste Negev, wo wir in Sde Boker (eigentlich im Sde Boker College) gewohnt haben. Auf der Open Source-Landkarte OpenStreetMap ist Sde Boker bisher nicht vertreten gewesen, deshalb hab ich mein Android-basiertes T-Mobile G1 geschnappt und bin jeden Abend durch die Siedlung spaziert. Ich hab zwar nur etwa die Hälfte geschafft, aber es ist ein guter Anfang, den andere weiterführen können.

Ich Kartografiere

Neben dem Dorf Sde Boker hab ich auch eine Wanderung gemappt, die ich auch auf Wandermap.net raufgeladen hab.

Strecken aufnehmen mit My Tracks

Die My Tracks-Applikation, die Google Betriebssystem entwickelt hat, war dafür das perfekte Programm. Eigentlich für Sportler/innen gemacht, die damit ihre Lauf-, Rad- & Wasauchimmer-Routen aufzeichnen können, hat Google drei nützliche Export-Funktionen eingebaut: Export als GPX, KML (Google Earth) und auf Google Maps.

GPX ist ein standardisiertes XML-Format, das man auf OpenStreetMap.org hinaufladen kann. Die meisten aktuellen GPS-Geräte (wie mein Garmin eTrex) unterstützen dieses Format leider nicht, man braucht Konvertierungs-Programme, bevor man die Daten auf OpenStreetMap raufladen kann.

Die GPX-Daten werden von My Tracks auf die eingebaute MicroSD-Karte gespeichert. Von der kriegt man die Dateien herunter, wenn man das Android-Gerät mit dem Computer verbindet.

Landkarte zeichnen auf OpenStreetMap.org

Auf OpenStreetMap.org muss man die GPX-Dateien hinaufladen, die werden auf deren Server gerendert, bevor man sie verwenden kann. Das hat bei mir ca. 10 Minuten gedauert – man wird nach Abschluss des Vorgangs per E-Mail benachrichtigt.

Danach kann man den Karten-Editor öffnen und beginnen, die Karten nachzuzeichnen. Eine kurze Anleitung, wie das geht, gibts in diesem Video von Helge:

Landkarte aktualisieren

Die neu erstellten Karten werden leider nicht sofort in Grafiken umgewandelt, da das ein sehr aufwändiger Prozess ist. (Die OSM-Weltkarte besteht aus mehreren Terabyte an Bildern.)

Wer die eigenen Erweiterungen dennoch sofort will, wisse folgendes: Es gibt verschiedene Karten-Designs, die wichtigsten sind “Mapnik” und “Osmarender”. Osmarender wird von der OSM-Community auf privaten Rechnern berechnet. Hier kann man Einfluss darauf nehmen, welche Kartenbereiche wann neu erstellt werden. Dazu geht man auf informationfreeway.org, wählt den gewünschten Kartenausschnitt aus, wechselt zur Zoom-Stufe 12 (im oberen Drittel der Skala), wählt mit der Maus einen Karten-Ausschnitt aus und drückt auf der Tastatur die R-Taste (“reload”).

Meine Rendering-Anfragen wurden innerhalb weniger Minuten durchgeführt.

Sde Boker College auf OpenStreetMap

Ich wurde bei meinem Urlaub leider nicht mit dem Erstellen der Landkarte fertig (rechts neben der langen vertikalen Straße gehts noch weiter), einen Anfang hab ich aber gemacht.

Und ja, ich bin sehr stolz darauf, ich bin da nämlich viele Kilometer weit herumspaziert! (Beachtet vor allem die 20km lange Route rechts unten, die nur im Ansatz am Screenshot drauf ist!)

Sde Boker, nachdem wir es gemappt haben!

G1: Status nach sechs Wochen

Sechs Wochen – so lange verwend ich das G1 jetzt schon, daran wird sich in nächster Zeit auch nichts ändern, auch, nachdem ich die Test-SIM-Karte zurück geben muss. Im Allgemeinen hat sich mein Gesamt-Eindruck weitgehend bestätigt: Google versucht, mit dem iPhone zu konkurrieren, schafft das aber nicht – und führt die Riege der Verfolger an.

Meine konkreten Eindrücke:

  • Die E-Mail-Anwendung funktioniert nicht gescheit. (Ich verwende nicht die mitgelieferte Gmail-Anwendung, weil ich mehrere E-Mail-Accounts verwende.) Sie verweigert, Nachrichten aus dem Posteingang zu laden.
  • Das User Interface ist fast schön. Je länger ich Android verwende, desto mehr realisiere ich das. Es könnte viel besser mithalten, wenn Google eine Gruppe von Designer/innen anstellen und ihre Arbeit machen lassen würde. Das ist aber nicht zu erwarten, Google ekelt diese Leute leider eher raus, als sie ernst zu nehmen.
  • Android hat Beta-Qualität, mehr nicht. Das lange erwartete Update hat das nicht wesentlich geändert. Die Abstürze haben bei mir zwar aufgehört (bei anderen nicht!), es gibt aber noch viele Bugs. Die letzte Peinlichkeit sind die Preise im Android Market, die in verschiedenen Währungen angezeigt werden.
  • Bonsai Blast ist ein wirklich lustiges Spiel. Ich spiel es immer, wenn mein Computer abstürzt (das tut er im Moment leider täglich), manchmal auch unterwegs (wobei ich dann eher mit Twidroid twittere).
  • Die Gmail-Anwendung braucht, wenn ich sie aktiviere, ca. 50 MB Speicherplatz für Nutzungsdaten (E-Mails, hoffe ich mal) und warnt mich dann, dass ich zu wenig Speicherplatz habe. Wichtig zu erwähnen: Die Speicherkarte ist komplett leer, da wäre mehr als genug Speicherplatz.

Ein Freund von mir hat sich übrigens vor einigen Tagen selbst ein G1 gekauft – die Tips und Infos auf Mobileblogger.at haben ihm damit sehr geholfen.

G1: Weitere Tricks zum Akku sparen

Wie ich in meinem ersten Artikel G1: Tricks zum Akku sparen angekündigt habe, schreibe ich heute einen zweiten Artikel zu den Kommentaren zum ersten Artikel.

Hintergrund-Programme/Task Manager

Robert Lender hat bemängelt, dass Google bisher keinen Task Manager anbietet, um (stromsaugende) Hintergrund-Prozesse zu erkennen und abzudrehen. Mir ist nicht klar, warum Google hier noch immer säumig ist. Zum Glück wird der Task Manager bereits entwickelt, er ist Teil des “Cupcake”-Updates – wann es ausgeliefert wird, ist leider nicht bekannt, es wird wohl noch einige Monate auf sich warten lassen.

Display Timeout

Eva Mader hat den Tipp gepostet, den Display Timeout der Displaybeleuchtung herunterzusetzen. Damit schaltet sich der Display schneller aus, wenn das Gerät bzw. der Bildschirm nicht benützt wird.

Das geht unter Einstellungen –> Sound und Display –> Display Timeout (ganz unten).

Programm: Battery Graph

Barbara Ondrisek hat das Programm Battery Graph vorgestellt, das regelmäßig den Akku-Lade-Zustand speichert und daraus ein Diagramm erstellt. Damit lässt sich sehr genau verfolgen, wie viel Akkuleistung von bestimmten Aktivitäten verbraucht wird.

Ich hab mir schon länger vorgenommen, den Akkuverbrauch verschiedener Aktivitäten zu messen und hier darüber zu berichten. Ich hoffe, dass ich demnächst Zeit dafür finde.

G1: Tricks zum Akku sparen

Die größte Schwäche des T-Mobile G1 ist der Akku, der nur ca. einen Tag durchhält, bei starker Verwendung noch viel weniger. HTC, T-Mobile und Google tun leider nichts dagegen, um das Problem zu beheben. Es wurde weder ein besserer Akku eingebaut (warum nicht?), noch werden Akku-Spar-Programme mitgeliefert.

Mit einigen Tricks kann man die Akkulaufzeit aber deutlich ausdehnen, damit bei aktiver Verwendung wenigstens eine Akkulaufzeit von einem ganzen Tag möglich ist. In meinem zweiten Artikel Weitere Tipps zum Akku sparen habe ich einige Kommentare und Hinweise, die ich von den Blog-Leser/innen bekommen habe, aufgeschrieben.

Diese Tricks funktionieren selbstverständlich nicht nur mit dem G1, sondern auch allen andern Android-Smartphones wie dem HTC Magic, dem bald kommenden HTC Hero und alle weiteren!

Programme

Eininge Programme übernehmen das Akku sparen oder machen es wenigstens sehr einfach. Die drei nützlichsten, die ich alle selbst installiert und mehrere Tage lang getestet habe, sind folgende:

Power Manager

Power ManagerDer Power Manager deaktiviert bestimmte Funktionen des Smartphone basierend auf der verbleibenden Akku-Ladung. In der Standard-Konfiguration werden beispielsweise ab weniger als 30% Akku die Hintergrundbeleuchtung heruntergeschalten und WLAN, Bluetooth und GPS deaktiviert. Damit kann man, wenns knapp wird, noch ein, zwei Stunden herausholen.

Die Anwendung war ursprünglich kostenlos, kostet jetzt aber 0,99 Dollar. Im Moment wird auf der Homepage auch die kostenlose Version noch zum Download angeboten, die Datei muss direkt vom Android-Smartphone heruntergeladen werden. (Wichtig: Dann natürlich nicht die Anwendung updaten, da sonst die kostenpflichtige Trial-Version geladen wird.)

Power Manager liefert die beste “Out of the Box”-Konfiguration.

zur Homepage (im Android Market unter “Power Manager”)

Locale

Locale ScreenshotLocale ist wesentlich komplexer als Power Manager. So kann die Android-Konfiguration auf Basis vom aktuellen Standpunkt, Uhrzeit, Anrufer/in oder bestimmten Terminen geändert werden. Damit könnte man am Arbeitsplatz (auf Basis der Uhrzeit) Services wie GPS und WLAN deaktivieren oder in der Nacht die unnötigen Datendienste (3G, WLAN) zu deaktivieren.

Durch das vielen Konfigurationsmöglichkeiten ist die Anwendung etwas komplizierter einzustellen, geht aber weit über Stromspar-Funktionen hinaus.

zur Homepage (im Android Market als “Locale” zu finden)

Dark Keys

Dark Keys deaktiviert auf Wunsch die Tastaturbeleuchtung. Die Anwendung schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Nicht nur spart es ein ganz kleines bisschen der Akkulaufzeit, es löst auch das Problem der unlesbaren Tasten beim weißen G1.

Zu finden im Android Market unter “Dark Keys”.

Einstellungen

Es gibt einige Einstellungen, deren Auswirkung man verstehen muss, um sie richtig verwenden zu können. Folgende (konfigurierbare) Funktionen gehören zu den Top Stromsaugern:

Hintergrundbeleuchtung

Die Hintergrundbeleuchtung eines jeden Bildschirms frisst viel Strom, das ist beim G1 nicht anders. Als ich am ersten Tag die Hintergrundbeleuchtung auf das Maximum eingestellt habe, war der Akku nach wenigen Stunden leer.
Die Beleuchtung runter zu drehen, kann viel Akku sparen.

Nicht vergessen: Ein zu dunkler Bildschirm ist schädlich für die Augen. Wir wärs also, wenn du die Hintergrundbeleuchtung am Abend (wo weniger Umgebungslicht vorhanden ist) mit Hilfe der Locale-Applikation heller drehst, untertags dafür vollständig abdrehst?

GPS

GPS ermöglicht die sehr genaue Positionierung des Smartphones und kostet, wenn aktiviert, ein Haufen Strom. GPS wird zwar nur aktiviert, wenn man es auch tatsächlich verwendet, manche Anwendungen verwenden GPS aber automatisch, auch wenn die Funktion im Moment nicht gewünscht ist.

Ich habe GPS grundsätzlich deaktiviert und aktiviere es nach Bedarf.

WLAN

WLAN ist ein cooles, aber nicht immer notwendiges, Feature. Wenn ich eine 3G-Verbindung habe und keine großen Dateien herunterlade, ist mir das mehr als genug. WLAN lohnt sich primär dann, wenn die 3G-Verbindung besonders langsam oder eine verfügbare WLAN-Verbindung besonders schnell ist.

Außerdem wurde das erste Android-Update nur über WLAN ausgeliefert! Wie das Update von Version 1.0 auf Version 1.5 “Cupcake” ablaufen wird, weiß ich auch nicht so recht.

G1: Palm Treo vs. Android – Mein erster Eindruck

Ich bin seit Montag einer der 10 Blogger/innen, die von T-Mobile ein G1 als Testgerät erhalten haben, um darüber zu bloggen. Ich bin gemeinsam mit Jana Herwig, Fabian Pimminer, Robert Hammerl und Hans-Peter Manzenreiter der vierte, die in der zweiten Runde neu eingestiegen ist. Auf Mobileblogger.at werden unsere Beiträge aggregiert und gesammelt. Ich steige in die Testrunde als einer der wenigen ein, die kein iPhone besitzen, sondern einen Windows Mobile-basierten Palm Treo 750.

Mein allererster Eindruck

1. Ich mag das Gerät.

2. Der Akku ist furchtbar. Er ist ein Dealbreaker, weil er nicht nur nicht so gut ist, sondern wirklich schlecht. Ich habe ihn heute in der Früh und am Nachmittag aufladen müssen. Zugegeben, ich hab das Gerät ungeschickt konfiguriert, mittlerweile ist das Gerät deutlich sparsamer. Das kostenlose Programm Power Manager hat mir enorm dabei geholfen, die Akkulaufzeit zu verlängern. Google sollte so eine Anwendung selbst entwickeln oder Power Manager von Haus aus mitliefern!

3. Android ist gut, aber buggy. Es gibt noch Probleme, beim G1-Stammtisch im Werkzeug H haben einige der Blogger/innen von Stabilitätsproblemen erzählt. Die sind aber behebbar, das Android lädt regelmäßig (?) Updates herunter, in den nächsten Tagen wird wieder eines ausgeliefert. In zwei, drei Monaten wird das Android-Betriebssystem wahrscheinlich so stabil sein wie jedes andere auch.
Abgesehen davon bin ich ein Fan davon. Es mag nicht so elegant wie das iPhone sein, aber es funktioniert bestens. Es gibt einige Mängel, die ich in einem späteren Artikel zusammenfassen werde.

Kamera-Vergleich

Ein kleiner Vorgeschmack auf den Vergleich zwischen Palm Treo und dem G1 sind diese beiden Fotos, bei denen ich das jeweils andere Smartphone fotografiert hab. Die G1-Kamera ist ganz gut, vor allem im Vergleich zum Treo-Kamera, das ein ziemlich unscharfes Foto gemacht hat. Sogar verkleinert schaut es noch ziemlich körnig – und eben unscharf – aus.

Foto von Palm Treo aufgenommen vom G1

G1-Foto vom Treo

Foto vom G1, aufgenommen vom Palm Treo

Treo-Foto vom G1

Android UI / Funktionalität

Ich war ja ziemlich enttäuscht über Google’s Ankündigung von “Android”, vor allem, weil nichts verfügbar war. Kein Händi – das hätte ich wirklich erwartet – aber nicht einmal das Software Development Kit.

Jetzt wurde es nachgereicht, inklusive einer Ankündigung, insgesamt 10 Millionen Dollar an Entwickler von Applikationen zu verteilen.

Und: Demonstrations-Videos. Die machen mich wieder etwas zuversichtlich. Auch, wenn ich weiterhin enttäuscht bin, dass noch kein Händi veröffentlicht wurde – sie haben einiges richtig gemacht. Wie zum Beispiel, verschiedene Typen von Händis zu unterstützen.

Es werden mehrere Geräte präsentiert, die von klassischem Treo-Design bis zum iPhone-Design gehen. Je nach technischen Funktionen verwendet Android auch eine 3d-Bibliothek, um schönere Effekte einzublenden.

Was fehlt, ist eindeutig noch eine Kopie von Apple’s Multi-Touch im iPhone-ähnlichen Gerät. Ein Doppel-”Klick” auf das Display zum Zoomen ist eindeutig nicht so elegant, wie das beim iPhone ist.

Ach, und noch etwas enttäuscht mich ein bisschen: Android ist primär ein Betriebssystem für Smartphones, nicht für klassische Händis. Leider, der Smartphone-Markt ist deutlich besser als diese ganzen grauenhaften Eigen-Entwicklungen von Motorola, Samsung, Nokia usw. Hier braucht es eine Vereinheitlichung. Weg mit dem ganzen grauenhaften Zeug. Hier hätte Google punkten können – mit einer abgespeckten Version von Android. Aber vielleicht kommt das ja noch…

Google's Open Handset Alliance

Kabumm. Google hat kein Händi angekündigt, sondern ein Betriebssystem. Leute, ich hab’s euch gesagt. Google ist nicht so dämlich. Google ist keine Hardware-Firma und kann wesentlich mehr Geld verdienen, wenn seine Programme auf jedem Händi installiert sind.

Gut, nachdem ich jetzt also stolz darauf bin, es den ganzen großen amerikanischen Blogs gezeigt zu haben, werden wir sachlicher.

Google’s Open Handset Alliance ist ziemlich genau das, was ich erwartet habe: Ein Betriebssystem und viele Partner aus den verschiedensten Bereichen der Händiproduktion. Große Firmen, die dabei sind, sind unter anderem Motorola, Samsung, T-Mobile, NTT DoCoMo, China Mobile, eBay, und natürlich Google selbst.

Android, Google’s Betriebssystem wird Open Source (lizenziert unter der Apache Licence v2) sein und auf Linux und Java aufbauen.

So weit, so gut. Was die Ankündigung so enttäuschend macht, ist der Zeitraum, in dem die Produkte veröffentlicht werden sollen. HTC und T-Mobile planen die ersten Geräte für die zweite Jahreshälfte 2008. Mein Gott, geht das nicht schneller? Wie lange hat Google da bitte geschlafen? Android wurde 2004 gekauft – wäre es nach drei Jahren unter Google’s Herrschaft nicht möglich, ein vernünftiges Betriebssystem hervorzubringen? Also wirklich, das ist ziemlich lächerlich. Ich hatte ehrlich gesagt mit der Veröffentlichung von wenigstens einem Händi auf Basis von Android gerechnet, das rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wenigestens in den USA verfügbar sein sollte.

Nach OpenSocial ist das eine weitere Ankündigung, die mich enttäuscht. Das Potential ist zwar da, aber Google hat in beiden Fällen überhaupt nichts zu zeigen.

Google’s Open Handset Alliance

Kabumm. Google hat kein Händi angekündigt, sondern ein Betriebssystem. Leute, ich hab’s euch gesagt. Google ist nicht so dämlich. Google ist keine Hardware-Firma und kann wesentlich mehr Geld verdienen, wenn seine Programme auf jedem Händi installiert sind.

Gut, nachdem ich jetzt also stolz darauf bin, es den ganzen großen amerikanischen Blogs gezeigt zu haben, werden wir sachlicher.

Google’s Open Handset Alliance ist ziemlich genau das, was ich erwartet habe: Ein Betriebssystem und viele Partner aus den verschiedensten Bereichen der Händiproduktion. Große Firmen, die dabei sind, sind unter anderem Motorola, Samsung, T-Mobile, NTT DoCoMo, China Mobile, eBay, und natürlich Google selbst.

Android, Google’s Betriebssystem wird Open Source (lizenziert unter der Apache Licence v2) sein und auf Linux und Java aufbauen.

So weit, so gut. Was die Ankündigung so enttäuschend macht, ist der Zeitraum, in dem die Produkte veröffentlicht werden sollen. HTC und T-Mobile planen die ersten Geräte für die zweite Jahreshälfte 2008. Mein Gott, geht das nicht schneller? Wie lange hat Google da bitte geschlafen? Android wurde 2004 gekauft – wäre es nach drei Jahren unter Google’s Herrschaft nicht möglich, ein vernünftiges Betriebssystem hervorzubringen? Also wirklich, das ist ziemlich lächerlich. Ich hatte ehrlich gesagt mit der Veröffentlichung von wenigstens einem Händi auf Basis von Android gerechnet, das rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wenigestens in den USA verfügbar sein sollte.

Nach OpenSocial ist das eine weitere Ankündigung, die mich enttäuscht. Das Potential ist zwar da, aber Google hat in beiden Fällen überhaupt nichts zu zeigen.

Die Händi-Innovation des Jahrzehnts

Nein, hier ist icht vom iPhone die Rede, sondern davon, was als “Google Phone” in der Gerüchteküche kursiert.

Das iPhone ist ein High-Tech-Multimedia-Gerät, das aber abgesehen vom Multi-Touch-Display und einer besseren Navigation nicht revolutionär ist. So kann man keine Software installieren, und es ist für den Massenmarkt viel zu teuer.

Die Händi-Innovation des Jahrzehnts wird auf dem Typ Telefon stattfinden, den der Großteil der Händi-Nutzer verwenden: Billige, zur Zeit völlig unbrauchbare Händis, mit denen man außer Telefonieren und SMS schreiben sicher nichts tun kann. Und selbst das ist noch eine Katastrophe.

Stimmt die Gerüchteküche, arbeitet Google an einem Betriebssystem für Händis und/oder Smartphones, das nicht mit dem iPhone konkurrieren soll, da es für deutlich günstigere Geräte verfügbar sein wird. (Insofern wird es auch weniger für Smartphones als für “normale” Händis gedacht sein.) Stimmt die Gerüchteküche, wird Google das Telefon nicht selbst entwickeln, abgesehen von Referenzgeräten. (Ja, ich hab’s euch gesagt!)

Das System soll Linux-basiert sein (Das macht Sinn, wieso auch einen eigenen Kernel entwickeln und warten?) , wie gesagt an Dritt-Hersteller lizenziert werden (Auch das macht Sinn, die Dritthersteller bekommen das System vermutlich gratis oder erhalten sogar Geld für die Installation und müssen kaum aktiv entwickeln.), wird verschiedene Google-Programme vorinstalliert haben (Logisch, Google will ja seine Programme verbreiten.) und Dritt-Programme zulassen (Eigentlich logisch, außer Apple macht das jede Smartphone-Plattform.).

Sinn machen würde eine Push-E-Mail-Anwendung für Gmail und eine kreative Integration von Google Maps und Calendar, außerdem GPS-Systeme, etc.

Wenn das halbwegs stimmt, ist das die Händi-Innovation und -Revolution des Jahrzehnts. Und im Gegensatz zum iPhone würd ich mir das auch definitiv kaufen, sobald in Europa verfügbar.