Die Gründer von dodgeball, einer Handy-Community, die im Mai 2005 von Google übernommen wurde, haben das Unternehmen jetzt aus Frust verlassen. Man habe sich mehr Ressourcen erwartet, stattdessen wurde das Projekt anscheinend fallen gelassen. Im noch jungen und innovativen Mobile Social Networking-Markt haben Projekte wie Twitter die Nase vorn.
Natürlich wird gerätselt, wieso Google das Projekt übernommen hat, wenn es nicht ernst genommen wird. Wegen den Gründern? Wohl kaum, sonst wären sie ja jetzt nicht gegangen. Wegen der Technologie? Vielleicht…
Für mich vervollständigt diese Meldung eigentlich nur eines: Google ist schlecht in Social Networking, und hat offensichtlich auch keine Ambitionen, das zu ändern. Das hab ich in meinem Interview mit Robert Scoble schon gesagt, und jetzt wurde das eindrucksvoll bestätigt.
Aber auch etwas anderes bestätigt meine These. Während viele Firmen bei jeder Acquisition genau überlegen, ob eine Firma das Geld wert ist, kauft Google einfach lieber ein Unternehmen zu viel, als zu wenig.
Bei Bargeld-Reserven in Milliardenhöhe macht es keinen Unterschied, ob für einen zweistelligen Millionenbetrag (mehr wird dodgeball sicher nicht gekostet haben) ein Unternehmen mehr oder weniger gekauft wird.
Damit lässt sich im Übrigen auch die Übernahme von DoubleClick begründen: Klar, die Integration des Unternehmens könnte schief gehen, und 3,1 Milliarden Dollar wären beim Teufel. Aber besser man hat das Unternehmen gekauft, als jemand anders tut es und profitiert davon.