G1: Status nach sechs Wochen

Sechs Wochen – so lange verwend ich das G1 jetzt schon, daran wird sich in nächster Zeit auch nichts ändern, auch, nachdem ich die Test-SIM-Karte zurück geben muss. Im Allgemeinen hat sich mein Gesamt-Eindruck weitgehend bestätigt: Google versucht, mit dem iPhone zu konkurrieren, schafft das aber nicht – und führt die Riege der Verfolger an.

Meine konkreten Eindrücke:

  • Die E-Mail-Anwendung funktioniert nicht gescheit. (Ich verwende nicht die mitgelieferte Gmail-Anwendung, weil ich mehrere E-Mail-Accounts verwende.) Sie verweigert, Nachrichten aus dem Posteingang zu laden.
  • Das User Interface ist fast schön. Je länger ich Android verwende, desto mehr realisiere ich das. Es könnte viel besser mithalten, wenn Google eine Gruppe von Designer/innen anstellen und ihre Arbeit machen lassen würde. Das ist aber nicht zu erwarten, Google ekelt diese Leute leider eher raus, als sie ernst zu nehmen.
  • Android hat Beta-Qualität, mehr nicht. Das lange erwartete Update hat das nicht wesentlich geändert. Die Abstürze haben bei mir zwar aufgehört (bei anderen nicht!), es gibt aber noch viele Bugs. Die letzte Peinlichkeit sind die Preise im Android Market, die in verschiedenen Währungen angezeigt werden.
  • Bonsai Blast ist ein wirklich lustiges Spiel. Ich spiel es immer, wenn mein Computer abstürzt (das tut er im Moment leider täglich), manchmal auch unterwegs (wobei ich dann eher mit Twidroid twittere).
  • Die Gmail-Anwendung braucht, wenn ich sie aktiviere, ca. 50 MB Speicherplatz für Nutzungsdaten (E-Mails, hoffe ich mal) und warnt mich dann, dass ich zu wenig Speicherplatz habe. Wichtig zu erwähnen: Die Speicherkarte ist komplett leer, da wäre mehr als genug Speicherplatz.

Ein Freund von mir hat sich übrigens vor einigen Tagen selbst ein G1 gekauft – die Tips und Infos auf Mobileblogger.at haben ihm damit sehr geholfen.

G1: Weitere Tricks zum Akku sparen

Wie ich in meinem ersten Artikel G1: Tricks zum Akku sparen angekündigt habe, schreibe ich heute einen zweiten Artikel zu den Kommentaren zum ersten Artikel.

Hintergrund-Programme/Task Manager

Robert Lender hat bemängelt, dass Google bisher keinen Task Manager anbietet, um (stromsaugende) Hintergrund-Prozesse zu erkennen und abzudrehen. Mir ist nicht klar, warum Google hier noch immer säumig ist. Zum Glück wird der Task Manager bereits entwickelt, er ist Teil des “Cupcake”-Updates – wann es ausgeliefert wird, ist leider nicht bekannt, es wird wohl noch einige Monate auf sich warten lassen.

Display Timeout

Eva Mader hat den Tipp gepostet, den Display Timeout der Displaybeleuchtung herunterzusetzen. Damit schaltet sich der Display schneller aus, wenn das Gerät bzw. der Bildschirm nicht benützt wird.

Das geht unter Einstellungen –> Sound und Display –> Display Timeout (ganz unten).

Programm: Battery Graph

Barbara Ondrisek hat das Programm Battery Graph vorgestellt, das regelmäßig den Akku-Lade-Zustand speichert und daraus ein Diagramm erstellt. Damit lässt sich sehr genau verfolgen, wie viel Akkuleistung von bestimmten Aktivitäten verbraucht wird.

Ich hab mir schon länger vorgenommen, den Akkuverbrauch verschiedener Aktivitäten zu messen und hier darüber zu berichten. Ich hoffe, dass ich demnächst Zeit dafür finde.

G1: Hardware-Review

Nachdem ich das G1 jetzt fast zwei Wochen lang verwende, hab ich genügend Erfahrung mit der Hardware bekommen, um darüber zu schreiben.

Für das Design des G1 wurden Google und HTC bekanntlich vielfach gescholten – es sieht einfach nicht so gut aus wie das iPhone. Eine Gemeinsamkeit, die das G1 mit fast allen Smartphones am Markt hat.

Wie angekündigt, werde ich das G1 vor allem mit meinem bestehenden Smartphone, dem Palm Treo 750, vergleichen. Über Kommentare, wie sich das G1 in den einzelnen Bereichen mit dem iPhone und anderen Smartphones vergleicht, freue ich mich sehr!

Bildschirm

Der Bildschirm kann sich sehen lassen. Die Auflösung gleicht mit 320×480 Pixel der des iPhones, er ist mit aufgedrehter Bildschirmbeleuchtung hell und kontrastreich. (Wobei ich nicht empfehle, die Bildschirmbeleuchtung aufzudrehen.)

Im Vergleich zu meinem Treo gewinnt das G1 eindeutig.

Trackball

Google hat sich natürlich nicht nur vom iPhone inspirieren lassen, sondern auch von Blackberry – und hat diesen eigenartigen Trackball eingebaut, mit dem man Scrollen und Klicken kann. Ich versuche, dessen Sinnhaftigkeit zu verstehen und komme immer wieder zu dem Schluss, dass dieses Ding einfach völliger Blödsinn ist.

Eine Bitte: Diese Blackberry-“Innovation” darf in zukünftigen Smartphones fehlen!

Tastatur

Ein viel kommunizierter Vorteil des G1 gegenüber dem iPhone ist die eingebaute Tastatur. In der Realität ist der nicht so groß. Eine eingebaute Tastatur ist zwar grundsätzlich praktisch, hier konkret aber sehr dilettantisch implementiert:

Die (weiße) Beleuchtung der Tastatur (beim weißen G1) führt dazu, dass die (weißen) Tastenbeschriftung nicht mehr lesbar ist.
Hier muss angemerkt werden, dass ich relativ schnell gut genug “blind” tippen konnte. Außerdem wird das Problem durch die Applikation Dark Keys teilweise behoben und besteht beim schwarzen G1 gar nicht.

Die Tasten sind kaum ertastbar. Die Tasten sind nicht abgerundet, was zwar gut aussieht, aber die Ertastbarkeit (die für blindes Tippen wichtig ist) ruiniert. Außerdem ist zwischen den Tasten zu viel Abstand. Die Tastatur fühlt sich nicht wirklich gut an.

In diesem Punkt gewinnt mein Treo. Die Tasten sind kleiner und enger beieinander, aber dennoch leichter zu bedienen.

Externe Funktionstasten

Das G1 hat acht Funktionstasten, abgesehen von der Tastatur. Manche sind nützlich (Lautstärke regeln, Foto knipsen), aber vor allem die fünf Tasten unter dem Display sollte Google noch einmal überdenken. Sie sehen nicht nur nicht aufregend aus, sie sind auch ersetzbar.
Ich kann verstehen, wenn ein Klumpert wie Windows Mobile nicht ohne diese vielen Tasten auskommt – Android sollte das aber nicht müssen.

Mein Treo ist natürlich um nichts besser. :)

Kamera

Die Kamera habe ich ganz kurz schon in meinem ersten Beitrag verglichen – das G1 hat eine 3,2 Megapixel-Kamera, die iPhone-Kamera hat 2 Megapixel und der Treo hat 1,3 Megapixel. Klarer Gewinner mit einem blauem Auge ist das G1. Das blaue Auge deshalb, weil all diese Kameras wegen der schlechten Linse und dem fehlenden Blitz nur unter besten Lichtbedingungen verwendbar sind. Blitzlose Vergleichsbilder mit dem Treo gibts hier.
(Das Palm Pre wird übrigens neben der 3,2 Megapixel-Kamera eine Art Blitzlicht und eine innovative Bildverschönerungstechnologie haben.)

Gewinnen tut in der Kategorie weder Treo noch G1: Ich finde Händi-Kameras ohne Blitz in etwa so überflüssig wie einen Kropf.

Kopfhörer

Ein Missgriff, über den ich bisher relativ wenig gelesen habe, ist die fehlende Musik-Player-Fähigkeit von G1 und Android. Ich weiß nicht, ob ich das G1 als MP3-Player verwenden wollen würde – es spricht aber grundsätzlich nichts dagegen: Ich hab das Gerät immer dabei und es hat einen erweiterbaren Speicher.

Leider ist hier nicht nur die Musik-Software furchtbar klobig, es fehlt auch der Standard-Kopfhörer-Anschluss. Stattdessen wird MicroUSB eingesetzt – an sich zwar eine Standard-USB-Schnittstelle, die Anzahl der MicroUSB-Kopfhörer, die ich in meinem Leben gesehen habe, lässt sich allerdings an einem halben Finger abzählen. So richtig als Kopfhörer zählt nämlich das mitgelieferte Headset nämlich nicht. Ein Adapter würde Abhilfe schaffen, wird allerdings nicht mitgeliefert.

Allgemeiner Formfaktor

Zwei Kritikpunkte:

  1. Der Knick unter dem Display schaut komisch aus und sollte nicht notwendig sein. (Jedes andere Smartphone kommt gut ohne zurecht.)
  2. Der Display ist ca. 1,5 Zentimeter zu weit oben, um es einhändig bedienen zu können.

Allgemein:

Das G1 lässt sich Design-mäßig relativ klar eingliedern: Ein deutliches Stück hinter dem iPhone, in einer Reihe mit den vielen anderen Verfolgern. Damit ist es für sehr viele Menschen mehr als geeignet, denn trotz iPhone werden millionenfach Smartphones anderer Marken verkauft.

Wichtig auch: Das Betriebssystem Android wird in diesem Artikel logischerweise nicht erwähnt, sollte aber bei einer Kaufentscheidung ebenfalls eine große Rolle spielen!

MobilePress + WordPress = Mobile Blog

Sebmos Mobile

Das T-Mobile G1 hat zwar einen sehr guten Browser, für kleine Bildschirme optimierte Websites surfen sich aber trotzdem besser. Deshalb wollte ich meinen Blog für Smartphones ein eigenes Design verpassen. Meine Erfahrungen damit möchte ich hier für andere WordPress-Blogger/innen präsentieren.

Designen für Smartphones

Designen für Smartphones funktioniert anders als für Websites. Während man bei Websites mehrere Spalten nebeneinander hat und mit der Maus eine sehr präzise Auswahltechnologie hat, hat man auf dem Smartphone einen schmalen Display und klobige Finger.

Die Adaption des Designs von sebmos.at für Smartphones habe ich auf dem mitglieferten MobilePress-Design aufgebaut – und einfach mein Farbschema darübergestülpt. Am wichtigsten ist dann, dass die Links anklickbar sind. Das muss man ausprobieren – ohne Smartphone geht das natürlich nicht.

MobilePress

Es gibt zwei WordPress-Plugins, die die Entwicklung von Smartphone-Designs parallel zum “normalen” Design sehr einfach machen. Das eine heißt WPtouch iPhone Theme, das andere MobilePress. WPtouch sieht wie eine iPhone Applikation aus – das halt ich für eine schlechte Idee. Das schaut weder gut auf Nicht-iPhones aus, sondern passt auch nicht. Eine Applikation ist eine Applikation, eine Website ist eine Website.

MobilePress dagegen ist ziemlich sehr flexibel und erlaubt die Auswahl verschiedener Designs für verschiedene Smartphone-Typen (iPhone, Opera Mini & Windows Mobile). Leider ist Android (noch) nicht darunter, daher muss man im Code des Plugins basteln.

In der Datei wp-content/plugins/mobilepress/check.php, wahrscheinlich in der Zeile 82, ist ungefähr folgender Code:

case ( preg_match('/(up.browser|up.link|...

Hier musst du “android|” einfügen:

case ( preg_match('/(android|up.browser|up.link|...

Damit wird Android erkannt. Damit gibt MobilePress zwar noch nicht die Möglichkeit, ein eigenes Design für Android-Smartphones zu entwickeln, immerhin wird es aber erkannt und bekommt das Standard-Design zugewiesen.

Problem: WP-Super-Cache

Der Grund, warum ich MobilePress momentan wieder deaktiviert habe, liegt aber ganz wo anders. Das Plugin WP-Super-Cache, das WordPress-Seiten auf dem Server zwischenspeichert, damit sie nicht bei jedem Aufruf neu geladen werden müssen, spießt sich mit MobilePress. Man kann zwar “Mobile device support” aktivieren, das löst aber das Problem nicht vollständig. Nicht nur muss man auch hier wieder Android-Support nachrüsten (in der Datei wp-content/wp-cache-config.php, in der viertletzten Zeile muss zur Variable $wp_cache_mobile_browsers die Zeichenkette “Android, “ ergänzt werden), das Wechseln zwischen Mobile und Standard-Design scheint Probleme zu verursachen – meine Startseite wurde in den letzten Tagen auf Desktop-Browsern mehrmals im Smartphone-Design ausgeliefert.

Im Moment bleibt MobilePress bei mir deaktiviert.

G1: Palm Treo vs. Android – Mein erster Eindruck

Ich bin seit Montag einer der 10 Blogger/innen, die von T-Mobile ein G1 als Testgerät erhalten haben, um darüber zu bloggen. Ich bin gemeinsam mit Jana Herwig, Fabian Pimminer, Robert Hammerl und Hans-Peter Manzenreiter der vierte, die in der zweiten Runde neu eingestiegen ist. Auf Mobileblogger.at werden unsere Beiträge aggregiert und gesammelt. Ich steige in die Testrunde als einer der wenigen ein, die kein iPhone besitzen, sondern einen Windows Mobile-basierten Palm Treo 750.

Mein allererster Eindruck

1. Ich mag das Gerät.

2. Der Akku ist furchtbar. Er ist ein Dealbreaker, weil er nicht nur nicht so gut ist, sondern wirklich schlecht. Ich habe ihn heute in der Früh und am Nachmittag aufladen müssen. Zugegeben, ich hab das Gerät ungeschickt konfiguriert, mittlerweile ist das Gerät deutlich sparsamer. Das kostenlose Programm Power Manager hat mir enorm dabei geholfen, die Akkulaufzeit zu verlängern. Google sollte so eine Anwendung selbst entwickeln oder Power Manager von Haus aus mitliefern!

3. Android ist gut, aber buggy. Es gibt noch Probleme, beim G1-Stammtisch im Werkzeug H haben einige der Blogger/innen von Stabilitätsproblemen erzählt. Die sind aber behebbar, das Android lädt regelmäßig (?) Updates herunter, in den nächsten Tagen wird wieder eines ausgeliefert. In zwei, drei Monaten wird das Android-Betriebssystem wahrscheinlich so stabil sein wie jedes andere auch.
Abgesehen davon bin ich ein Fan davon. Es mag nicht so elegant wie das iPhone sein, aber es funktioniert bestens. Es gibt einige Mängel, die ich in einem späteren Artikel zusammenfassen werde.

Kamera-Vergleich

Ein kleiner Vorgeschmack auf den Vergleich zwischen Palm Treo und dem G1 sind diese beiden Fotos, bei denen ich das jeweils andere Smartphone fotografiert hab. Die G1-Kamera ist ganz gut, vor allem im Vergleich zum Treo-Kamera, das ein ziemlich unscharfes Foto gemacht hat. Sogar verkleinert schaut es noch ziemlich körnig – und eben unscharf – aus.

Foto von Palm Treo aufgenommen vom G1

G1-Foto vom Treo

Foto vom G1, aufgenommen vom Palm Treo

Treo-Foto vom G1