Web 2.0 ist angekommen

Kritische Stimmen (und Investoren in Old-School-Plattformen, die sich nicht weiterentwickeln wollen) behaupten oft, “Web 2.0″ sei das ganz gewöhnliche Internet, aber mit größeren Schriften (“Ruby On Rails”-Style) und AJAX.

Ich hab auch für die 3h-Galerien, meine erste große Community, den Tipp bekommen, doch ein bisschen Web 2.0 Einzug halten zu lassen. Im Sinne von AJAX.

Also, Leute: Web 2.0 ist nicht AJAX!

AJAX ist eine Technologie, die die Gestaltung von Websites teilweise vereinfachen kann. TEILWEISE! Ich höre von Projekten, die JavaScript-Animationen so stark verwenden, dass die Seite ohne JavaScript gar nicht mehr aufgerufen werden kann. Und zwar ohne wirklichen Grund. Und ohne Alternativ-Interface.

Das ist Bullshit, meine Freunde.

Web 2.0 sind Web Services. Web 2.0 ist die Öffnung des Internets. Web 2.0 sind RSS-Feeds und APIs.

Google Reader ist Web 2.0. Netvibes ist Web 2.0. Twitter ist Web 2.0. iGoogle ist Web 2.0. Und während Google Reader und Netvibes massiv auf AJAX setzen, tut Twitter das nur unterschwellig. Trotzdem ist Twitter Web 2.0. Genauso wie iGoogle, das zwar Drag’n'Drop-Funktionalität besitzt, aber bei weitem nicht so exzessiv auf AJAX setzt, wie Netvibes.

Für mich ist Web 2.0, dass 95% der Inhalte, die ich im Internet konsumiere, bei Netvibes oder Google Reader aggregiert werden. Dass ich hier alle meine Blogs und konventionelle Nachrichten lese. Alles andere ist Pipifax.

Google Reader-Statistiken

Google Reader ist nicht nur der meiner Meinung nach beste Feed-Reader, weil er übersichtlich, intuitiv, schnell und ganz einfach “richtig” ist. Er bietet auch interessante Statistiken.

So weiß ich zum Beispiel, dass ich mittlerweile ca. 1700 Artikel aus 100 Abonnements pro Monat lese (vor einigen Tagen waren’s noch 1500 Stück), sondern auch wann.

Ich lese die meisten Artikel in der Früh zwischen 7 und 8 Uhr, gleich nachdem ich in die Arbeit komme. Dann nochmal einen Haufen in oder nach der Mittagspause, und einen ganzen Schub am Abend, zwischen 22 und 23 Uhr.

Das entsprach ungefähr meinen Vermutungen, aber das aufgrund der News-Feed-Aktivitäten zu sehen, finde ich höchst interessant.

Google Reader öffnet Leser-Statistiken

Google Reader, der RSS-Reader der Wahl von Robert Scoble und vielen anderen, hat bisher keine Statistiken dazu veröffentlicht, wie viele Google-Mitglieder einen Blog lesen. Seit heute ist das anders: Google’s “Feedfetcher” übergibt im User Agent ab sofort auch die Anzahl der Leser/innen.
Ich hab aus Interesse gestern die Anzahl der Leser von TechCrunch angeschaut – es waren ca. 195.000. Heute sind es 271.000. Wahnsinn: 28% der TechCrunch-Leser verwenden den Google Reader.

Bei Google Operating System ist’s noch krasser – da verwenden gar 75% der Leser Google Reader. Ok, bei diesem Blog geht’s primär um Google-Produkte, aber 75% ist selbst dafür ziemlich viel…

Um so mehr ist es Schade, dass Google nicht wirklich viele Ressourcen in dieses Produkt investiert…