#gruenevw: Warum ich trotzdem hingehe!

Der Wiener Grüne Landesvorstand hat es beinahe geschafft, die Grünen Vorwahlen im Keim zu ersticken. (Keine Angst, mehr dazu schreib ich nicht, das wurde alles bereits ausführlich elaboriert.) Viele fragen sich jetzt, ob sie überhaupt zur Landesversammlung der Wiener Grünen am 15. November (am Sonntag!) gehen sollten.

Meine Bitte: Geht hin! Und zwar aus zwei Gründen:

Einerseits ist die klare Konsequenz: Wenn wir daheim bleiben, haben die Grünen Vorwahlen verloren. Endgültig. Gehen wir dagegen hin, investieren wir einen Sonntag Nachmittag für die Chance, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Grünen bei den Gemeinderatswahlen 2010 noch besser abschneiden als letztes Mal. Viel gibts nicht zu verlieren.

Andererseits hab ich bei der Open Space-Veranstaltung gesehen, welche unterschiedlichen Kandidat/innen es gibt, von denen viele parteiintern nicht vernetzt sind (also von den nicht bzw. wenig vernetzten Vorwähler/innen profitieren können). Von Dampfplauderern bis zu in unterschiedlichsten Themen versierten Spezialist/innen – am Sonntag stehen viele interessante Personen zur Wahl.

Wen wählen?

Die Stimme an die richtigen Personen zu vergeben wird für mich eine Herausforderung. Ich will die meisten aktuellen Gemeinderät/innen wieder im Gemeinderat sehen, es gibt aber auch neue Personen, die ich gerne wählen würde. Da nur wenige aufhören, wird es nicht möglich sein, alle auf realistische Plätze zu wählen. Das geht sicher nicht nur mir so, deshalb ein Tipp: Überlegt euch, welche Kandidat/innen auch außerhalb des Gemeinderats Projekte umsetzen können bzw. welche Personen speziell davon profitieren können, im Gemeinderat zu arbeiten. Mir wird das auf jeden Fall eine Entscheidungshilfe sein.

Ich weiß, wer meine Stimme erhalten wird, und hab viel Zeit in die Überlegungen investiert. Ich empfehle euch, das auch zu tun.

Weitere Infos

Wir machen Grüne Vorwahlen!

Gestern Abend war ich bei einer konspirativen Veranstaltung, wo Helge, Jana und Martin eine Initiative vorgestellt haben, an der sie die letzten Wochen gearbeitet haben: Grüne Vorwahlen

Wie sich herausstellt, gibt es bei den Grünen Wien für Nicht-Parteimitglieder die Möglichkeit, an Landesversammlungen teilzunehmen und mitzubestimmen. Zum Beispiel an den Abstimmungen zur Kandidat/innenliste für die nächste Gemeinderatswahl.

Es gibt nur zwei Bedingungen: Man darf kein Mitglied einer anderen Partei sein (no na ned) und muss sich vier Monate (plus einen zusätzlichen  Monat, da die Grünen ein paar Wochen zum Bestätigen der Anträge brauchen) vor der Landesversammlung bewerben. (Die nächste findet am 15. November 2009 statt, es ist also bis 15. Juni Zeit zur Anmeldung.)

Warum?

Das warum ist leicht beantwortet: Nenne die Namen der Hälfte der grünen Nationalratsabgeordneten (ohne nachschauen) und was sie tun. Die Chancen stehen gut, dass du das nicht schaffst.

Die Ziele sind einfach:

  • Mehr Bekanntheit. Wer auf der Liste steht, soll einer möglichst großen Anzahl an potentiellen Grün-Wähler/innen bekannt sein. Damit es nicht so ist, dass der/die Spitzenkandidat/in die einzige bekannte Person ist.
  • Veränderung. In den letzten Jahren sind kaum neue Personen in nennenswerte Rollen gekommen. Quereinsteiger/innen wie Alexander van der Bellen oder Eva Glawischnig gibts schon viel zu lange nicht mehr. Warum? Weil im Moment nur die Personen in Spitzenpositionen kommen, die in der Parteibasis am besten vernetzt sind.
    Eine Ausweitung der (Vor-)Wähler/innen-Basis würde es unbekannten Kandidat/innen eine Chance geben, die sonst nicht gewählt würden.
  • Interesse wiederherstellen. Ich hab heute am Gang einem Bekannten von den Grünen Vorwahlen erzählt. Er war sofort begeistert und hat mir erzählt, dass er sich in letzter Zeit von den Grünen nicht mehr so gut vertreten fühlt, ihn aber diese Aktion wieder zurück bringen wird.

Worum es nicht geht:

Bei der Diskussion gestern war uns allen klar, dass manche diese Vorwahlen-Initiative als Putschversuch sehen werden. Das sind sie nicht. Es ist weder das Ziel der Initiative, gezielt eigene Kandidat/innen aufzustellen und zu bewerben, noch die grüne Führung zu stürzen.

Das Ziel ist, die Listen-Erstellung transparenter zu machen, damit wir bei der nächsten Wahl mehr Leute kennen, als Personen an den ersten zwei, drei Plätzen. Damit wir wissen, was die Leute, die wir wählen werden, eigentlich tun. Genau so, wie sich die Gründer/innen der Grünen das vorgestellt haben.

Die Gefahr, dass diese Initiative missbraucht werden kann, ist dabei gering: Die Grünen haben das Recht, jede/n Vorwähler/in abzulehnen.

Also: Registrieren!

Es ist wirklich nicht viel Arbeit!

  1. Registrierungsformular ausdrucken und ausfüllen.
  2. In eine Vorwahlbox (im Werkzeug H oder im Lux) werfen, an 01/2533033 4948 faxen, an “Grüne Vorwahlen”, Postfach 86, 1014 Wien schicken oder einscannen und an anmeldung /ät/ gruenevorwahlen /punkt/ at e-mailen.
  3. Sommer & Herbst: Über die Kandidat/innen informieren und informieren lassen.
  4. 15. November: Zur Landesversammlung gehen und für deine Lieblings-Kandidat/innen stimmen.
  5. 2010: Bei der Wahl für die demokratischste grüne Gemeinderatsliste stimmen, die es je gegeben hat.

Übrigens: Alle Tweets zum Thema gibts unter http://gruene.sebmos.at/vorwahlen/!