Web 2.0 ist angekommen

Kritische Stimmen (und Investoren in Old-School-Plattformen, die sich nicht weiterentwickeln wollen) behaupten oft, “Web 2.0″ sei das ganz gewöhnliche Internet, aber mit größeren Schriften (“Ruby On Rails”-Style) und AJAX.

Ich hab auch für die 3h-Galerien, meine erste große Community, den Tipp bekommen, doch ein bisschen Web 2.0 Einzug halten zu lassen. Im Sinne von AJAX.

Also, Leute: Web 2.0 ist nicht AJAX!

AJAX ist eine Technologie, die die Gestaltung von Websites teilweise vereinfachen kann. TEILWEISE! Ich höre von Projekten, die JavaScript-Animationen so stark verwenden, dass die Seite ohne JavaScript gar nicht mehr aufgerufen werden kann. Und zwar ohne wirklichen Grund. Und ohne Alternativ-Interface.

Das ist Bullshit, meine Freunde.

Web 2.0 sind Web Services. Web 2.0 ist die Öffnung des Internets. Web 2.0 sind RSS-Feeds und APIs.

Google Reader ist Web 2.0. Netvibes ist Web 2.0. Twitter ist Web 2.0. iGoogle ist Web 2.0. Und während Google Reader und Netvibes massiv auf AJAX setzen, tut Twitter das nur unterschwellig. Trotzdem ist Twitter Web 2.0. Genauso wie iGoogle, das zwar Drag’n'Drop-Funktionalität besitzt, aber bei weitem nicht so exzessiv auf AJAX setzt, wie Netvibes.

Für mich ist Web 2.0, dass 95% der Inhalte, die ich im Internet konsumiere, bei Netvibes oder Google Reader aggregiert werden. Dass ich hier alle meine Blogs und konventionelle Nachrichten lese. Alles andere ist Pipifax.

Google Apps Premium

Eric Schmidt, Google’s CEO, hat im März 2006 angekündigt, aus Google eine 100-Milliarden-Dollar-Firma zu machen. Dabei ließ er offen, ob er damit die Marktkapitalisierung oder den Umsatz meinte – wenige Wochen später erreichte Google dann einen Marktwert von mehr als 100 Milliarden Dollar – das kann es also nicht gewesen sein.

Schon damals hab ich vermutet, dass ein großer Teil dieser 100 Milliarden nicht nur aus Werbung, sondern aus Gebühren für die Benutzung der Google-Services für Unternehmen resultieren werden.

Heute hat Google “Google Apps Premium” angekündigt, eine Kombination aus Gmail, Google Talk, Google Calendar, Start Page, Docs & Spreadsheets und Page Creator (gibts nicht mehr). Außerdem – und hier wirds interessant – gibt’s neben dem üblichen Control Panel eine API, um diese Anwendungen direkt ins existierende Intranet zu integrieren

Der Kostenpunkt liegt bei 50 Dollar pro User & Jahr, also einem eher günstigen Preis, verglichen zu einer Vollversion von Microsoft Office, für 500 Dollar.
Das Produkt hat zwar nicht alle Funktionen von Microsoft Office, für 90% der Anwender dürfte es aber mehr als genügen, und wenn nur noch 10% der Angestellten einer Firma eine Microsoft Office-Vollversion brauchen, kann ziemlich viel Geld gespart werden.

Es ist davon auszugehen, dass diese Anwendungen noch erweitert werden, schon länger wird eine Diagramm-Unterstützung für Google Spreadsheets erwartet, und auch für ein Präsentationsprogramm gab es schon erste Hinweise im Quellcode.