Seit dem Oktober 2001 kursiert auf der ganzen Welt ein Virus-ähnliches Programm, das den Computer wie ein Scheunentor für Angreifer öffnet. Richtig, die Rede ist vom Internet Explorer 6.
Dieser Browser, der wohl als schlechteste weit verbreitete Software unserer Zeit in die Computergeschichte eingehen wird, ist so unglaublich unsicher, dass das Besuchen verseuchter Websites genügte, um Viren auf dem Computer zu installieren.
Zum Glück wurde ein alternativer Browser, dessen Source Code vollständig offen liegt und einsehbar ist, erfolgreich genug, um Microsoft zur Verbesserung des Internet Explorers zu zwingen. Richtig, die Rede ist vom Mozilla Firefox.

Das Internet hat sich seit 2001 weiter entwickelt, so wie Microsoft. Demnächst wird die Version 8 des Internet Explorer veröffentlicht, die Web-Standards endlich vernünftig unterstützt (und unter anderem den ACID2-Test besteht).
Dennoch schließt Microsoft mit dem Programm bestenfalls auf die Konkurrenz auf, die sich ihrerseits längst noch weiter entwickelt hat.
Wie sehr Microsoft unter Druck geraten ist, sieht man an der Browser-Statistik dieses Blogs (siehe Grafik oben). Mozilla Firefox ist hier mit mehr als 50% Marktanteil führend, vor dem Internet Explorer mit 37% und Opera mit 5%.
Mozilla Firefox wurde aus mehreren Gründen zur einzigen erfolgreichen Konkurrenz – sowohl, weil er das Grundparadigma Usability, Usability, Usability! des Internet Explorer teilt, aber auch, weil er mit einer geschickten Marketing-Strategie beworben wurde.
Vor allem aber sind die Funktionen des Mozilla Firefox um Welten besser als das, was Microsoft im Moment mit dem Internet Explorer 7 anbietet. Diese sind zwar grundsätzlich auch in den anderen Browsern verfügbar, Mozilla hat aber besondere Liebe zum Detail bewiesen und die Features damit besonders gut gemacht.
Adressleiste/Awesome Bar
Die “Awesome Bar” ist eine Entwicklung von Mozilla, um die besuchten Seiten und die Bookmarks besser durchsuchbar zu machen. Anstatt in die Adressleiste eine Url einzugeben, kann man Suchbegriffe eingeben, die in den bisher besuchten Seiten gesucht werden.
Dieses Feature ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber unglaublich praktisch. Im Screenshot bringe ich ein Beispiel, mit dem mir der Vorteil der Awesome Bar zum ersten Mal richtig bewusst wurde: Ich will manchmal schauen, welche Filme gerade im Fernsehen laufen. Das Fernsehprogramm meiner Wahl (Tele) zeigte lange auf der Startseite (www.tele.at) Produktübersicht (mittlerweile geändert), bevor man auf das TV-Programm klicken und nach einem weiteren Link auf das aktuelle Programm kommt.
Gebe ich in der Awesome Bar dagegen “was läuft” ein, wird die Seite sofort gefunden, da “was läuft” Teil des Titels der Seite ist.
Tipps
- Mit der Tastenkombination STRG + L springt man jederzeit in die Adressleiste bzw. Awesome Bar.
- Gibt man einen Suchbegriff ein und drückt die Enter-Taste (ohne einen von der Awesome Bar vorgeschlagenen Link auszuwählen), wird der Begriff automatisch mit Google gesucht. Falls Google den Begriff eindeutig zuweisen kann (zB “myspace” –> “www.myspace.com”), wird man direkt auf die Website weitergeleitet.
Suchfeld
Das Suchfeld ist die zweite Möglichkeit, mit dem Firefox zu suchen. Es sucht im Gegensatz zur Awesome Bar im Internet, nicht am Computer. Das Suchfeld ist eine simple Erfindung und für den Großteil von Mozillas Umsatz verantwortlich. Während in einigen asiatischen Ländern Yahoo bzw. in Russland Yandex voreingestellt sind, ist im Rest der Welt Google voreingestellt.
Tipp
- Mit der Tastenkombination STRG + K springt man jederzeit in das Suchfeld.
Opera & Co
Opera spielt, obwohl der erste kommerzielle Browser-Anbieter, am Desktop-Markt weiterhin eine untergeordnete Rolle. Dafür sind Operas Browser auf Smartphones sehr beliebt, werden allerdings auch hier nach und nach von Open Source-Browsern erdrängt (iPhone: Safari Mobile; Android: Webkit-basierter Browser; WebOS: Webkit-basierter Browser; Symbian: Webkit-basierter Browser befindet sich in Entwicklung; außerdem entwickelt Mozilla gerade unter dem Codenamen “Fennec” den Firefox Mobile).
Vor einem Jahr hab ich unter dem Titel Opera vs. Firefox bereits einen Artikel dazu geschrieben.

