Firefox vs. Internet Explorer

Seit dem Oktober 2001 kursiert auf der ganzen Welt ein Virus-ähnliches Programm, das den Computer wie ein Scheunentor für Angreifer öffnet. Richtig, die Rede ist vom Internet Explorer 6.
Dieser Browser, der wohl als schlechteste weit verbreitete Software unserer Zeit in die Computergeschichte eingehen wird, ist so unglaublich unsicher, dass das Besuchen verseuchter Websites genügte, um Viren auf dem Computer zu installieren.

Zum Glück wurde ein alternativer Browser, dessen Source Code vollständig offen liegt und einsehbar ist, erfolgreich genug, um Microsoft zur Verbesserung des Internet Explorers zu zwingen. Richtig, die Rede ist vom Mozilla Firefox.

Browser-Statistik www.sebmos.at

Das Internet hat sich seit 2001 weiter entwickelt, so wie Microsoft. Demnächst wird die Version 8 des Internet Explorer veröffentlicht, die Web-Standards endlich vernünftig unterstützt (und unter anderem den ACID2-Test besteht).
Dennoch schließt Microsoft mit dem Programm bestenfalls auf die Konkurrenz auf, die sich ihrerseits längst noch weiter entwickelt hat.

Wie sehr Microsoft unter Druck geraten ist, sieht man an der Browser-Statistik dieses Blogs (siehe Grafik oben). Mozilla Firefox ist hier mit mehr als 50% Marktanteil führend, vor dem Internet Explorer mit 37% und Opera mit 5%.

Mozilla Firefox wurde aus mehreren Gründen zur einzigen erfolgreichen Konkurrenz  – sowohl, weil er das Grundparadigma Usability, Usability, Usability! des Internet Explorer teilt, aber auch, weil er mit einer geschickten Marketing-Strategie beworben wurde.
Vor allem aber sind die Funktionen des Mozilla Firefox um Welten besser als das, was Microsoft im Moment mit dem Internet Explorer 7 anbietet. Diese sind zwar grundsätzlich auch in den anderen Browsern verfügbar, Mozilla hat aber besondere Liebe zum Detail bewiesen und die Features damit besonders gut gemacht.

Adressleiste/Awesome Bar

Firefox Awesomebar

Die “Awesome Bar” ist eine Entwicklung von Mozilla, um die besuchten Seiten und die Bookmarks besser durchsuchbar zu machen. Anstatt in die Adressleiste eine Url einzugeben, kann man Suchbegriffe eingeben, die in den bisher besuchten Seiten gesucht werden.

Dieses Feature ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber unglaublich praktisch. Im Screenshot bringe ich ein Beispiel, mit dem mir der Vorteil der Awesome Bar zum ersten Mal richtig bewusst wurde: Ich will manchmal schauen, welche Filme gerade im Fernsehen laufen. Das Fernsehprogramm meiner Wahl (Tele) zeigte lange auf der Startseite (www.tele.at) Produktübersicht (mittlerweile geändert), bevor man auf das TV-Programm klicken und nach einem weiteren Link auf das aktuelle Programm kommt.
Gebe ich in der Awesome Bar dagegen “was läuft” ein, wird die Seite sofort gefunden, da “was läuft” Teil des Titels der Seite ist.

Tipps

  1. Mit der Tastenkombination STRG + L springt man jederzeit in die Adressleiste bzw. Awesome Bar.
  2. Gibt man einen Suchbegriff ein und drückt die Enter-Taste (ohne einen von der Awesome Bar vorgeschlagenen Link auszuwählen), wird der Begriff automatisch mit Google gesucht. Falls Google den Begriff eindeutig zuweisen kann (zB “myspace” –> “www.myspace.com”), wird man direkt auf die Website weitergeleitet.

Suchfeld

Firefox Suchfeld

Das Suchfeld ist die zweite Möglichkeit, mit dem Firefox zu suchen. Es sucht im Gegensatz zur Awesome Bar im Internet, nicht am Computer. Das Suchfeld ist eine simple Erfindung und für den Großteil von Mozillas Umsatz verantwortlich. Während in einigen asiatischen Ländern Yahoo bzw. in Russland Yandex voreingestellt sind, ist im Rest der Welt Google voreingestellt.

Tipp

  1. Mit der Tastenkombination STRG + K springt man jederzeit in das Suchfeld.

Opera & Co

Opera spielt, obwohl der erste kommerzielle Browser-Anbieter, am Desktop-Markt weiterhin eine untergeordnete Rolle. Dafür sind Operas Browser auf Smartphones sehr beliebt, werden allerdings auch hier nach und nach von Open Source-Browsern erdrängt (iPhone: Safari Mobile; Android: Webkit-basierter Browser; WebOS: Webkit-basierter Browser; Symbian: Webkit-basierter Browser befindet sich in Entwicklung; außerdem entwickelt Mozilla gerade unter dem Codenamen “Fennec” den Firefox Mobile).

Vor einem Jahr hab ich unter dem Titel Opera vs. Firefox bereits  einen Artikel dazu geschrieben.

Microsoft sollte Windows 7-Upgrade verschenken!

windows-logoWindows Vista war ein totaler Flopp. Auch ich hatte meine Probleme damit, obwohl ich versucht habe, dem System neutral gegenüberzustehen. Microsoft hat das mittlerweile anerkannt, erlaubt den Verkauf von Windows XP bis zur Veröffentlichung und schenkt ein gratis Upgrade zu Windows 7 dazu, wenn man einen XP-Computer kauft.

Das ist zu wenig.

Microsoft sollte allen Besitzern einer Windows Vista-Lizenz ein Upgrade auf Windows 7 schenken, eventuell sogar den Windows XP-Benutzern. Der Grund ist einfach: Windows Vista hat so viel böses Blut und schlechte Presse verursacht, dass Apple alleine im letzten Jahr 3% Marktanteil zulegen konnte.

Viel kann Microsoft dabei nicht verlieren. Die wenigsten Leute werden sich die neue Version Windows 7 kaufen, ohne den Computer zu ersetzen. Damit würde Microsoft bestenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag verdienen – die kann man als Marketing-Aufwand abschreiben. Microsoft könnte damit das leidige Vista-Kapitel schnell abschließen.

Geben sie diese Möglichkeit auch Windows XP-Benutzern, die einen kompatiblen Computer haben, könnten sie den Marktanteil dieses notorisch unsicheren Betriebssystem verringern – und würden ihn nicht in Richtung Apple oder Linux verlieren, sondern zum neuen, eigenen, nach bisherigen Testberichten recht gutem Windows 7. Wer dann in zwei Jahren auf einen neuen Computer umsteigt, wird viel eher doch wieder ein Windows-Gerät kaufen, weil die letzten Computer-Abstürze aufgrund kaputter Treiber nicht zwei Wochen, sondern zwei Jahre zurück liegen.

Oder anders: Eine Aktion wie diese wird notwendig sein, um mich als Kunden zu behalten!

MSN Movies: Gratis Filme von Microsoft

MSN Movies

Microsoft bringt sich in Deutschland zurück ins Spiel um die Vormacht bei den Video-Seiten mit professionellen Inhalten. Microsoft folgt Hulus Vorbild, einem amerikanischen Start-Up, das mit professionellen Inhalten in hoher Qualität innerhalb kürzester Zeit zur drittgrößten Video-Seite in den USA wurde.

Das Repartoire ist noch klein und besteht im Moment hauptsächlich aus älteren Filmen (keine Serien), seit Gründung des Services hat sich daran nichts geändert.

Das Angebot wird mit Werbung finanziert, im Gegensatz zum Fernsehen besteht sie aber nur aus einzelnen Werbeclips anstatt langer Werbeblöcke. Diese Werbungen können nicht umgangen werden, sind aber nicht sehr störend.

Top 10 Filme

Good Will HuntingAmerican History X

  1. Good Will Hunting
  2. Crocodile Dundee 3
  3. Eve und der letzte Gentleman
  4. Rush Hour
  5. The 13th Floor
  6. Lost in Space
  7. Das Leben ist schön
  8. American History X
  9. Mr. Nice Guy
  10. Eine Hochzeit zum Verlieben

Gratis Serien bei RTL Now

Eine Konkurrenz-Seite für Serien ist RTL Now. Dort befinden sich alle bzw. sehr viele RTL-Serien. Es können im Gegensatz zu MSN Movies nicht alle Serien kostenlos angesehen werden, vor allem amerikanische Sendungen sind kostenpflichtig.

Suchmaschinen-Qualität (Warum Google Marktführer ist)

Microsoft will Google bei Suchmaschinen überholen – immer noch. Wenn Microsoft das ernst meint, ist es ein großer Fehler, das Such-Geschäft von Yahoo nicht zu kaufen! Yahoo ist zwar nicht so gut drauf wie Google, aber doch um Welten weiter.

Man kann die Qualität von Suchmaschinen verschieden testen. Zwei unterschiedliche Bereiche sind da wichtig: Der Web-Index & der Ranking-Algoritmus. Algoritmen sind ein bisschen subjektiv, da gibt’s Studien, nach denen Suchresultate als “besser” gesehen werden, sobald sie im Google-Design präsentiert sind.

Die Index-Größe und -Aktualität hat da mehr Einfluss. Nicht, weil groß gleich gut bedeutet – sondern weil nur bei einem großen Index garantiert werden kann, dass für unbekanntere Suchabfragen Ergebnisse gefunden werden.

Beispiel Presentify.at

Wir haben vor ca. einem Monat von Presentify.com auf Presentify.at umgestellt. Ohne jetzt überheblich sein zu wollen: Wir haben (unbekanntere) Events, die sonst kaum zu finden sind und sind auch der Meinung, dass unsere Event-Seiten genau so in Erwägung gezogen werden sollten wie bekanntere.

Das ist außerhalb von Google aber kaum möglich.

Wir haben Sitemaps bei Google Webmaster Tools, Yahoo Site Explorer und Live Webmaster Center eingereicht (Ask hat sowas nicht) – nur Google und Yahoo kommen auf mehr als 1.000 indexierte Websites.

Aber gut, zu erwarten, dass Presentify gefunden wird, kommt vielleicht überheblich rüber.

Beispiel Facebook.com

Hier schaut die Situation aber ähnlich aus – beim zweitgrößten Social Network.

Ich kann also von Google alleine deshalb schon bessere Suchresultate erwarten, weil sie ganz einfach mit einer höheren Wahrscheinlichkeit die Seiten im Index haben, die ich suche!

Wenn Microsoft ernsthaft gegen Google eine Chance haben will, wären sie gut damit beraten, Yahoo’s Suchgeschäft aufzukaufen!

Microsoft + Yahoo: Bitte nicht!

Die Yahoo!-Microsoft-Übernahme-Streitereien der letzten Monate sind wohl niemandem entgangen, gerade am Samstag ist wieder eine Deadline abgelaufen. Hoffentlich veranlasst sie Microsoft, seine Avancen gegenüber Yahoo zu stoppen. Yahoo ist für Microsoft keine 45 Milliarden Dollar wert, Yahoo ist das ohnehin zur Zeit nicht wert.

Das Management scheint Jerry Yang, den alten neuen Yahoo-Chef zwar zur Übernahme drängen (weil sie ihre Aktien verschachern wollen und von Microsoft weitere Optionen erwarten, damit sie bleiben), die übrigen Mitarbeiter sind dagegen, primär aus ideologischen Gründen.

Yahoo macht aber weder wirtschaftlich noch produktpolitisch Sinn für Microsoft. Das einzige, was Microsoft nützliches von Yahoo erhalten würde, wäre das Werbe-Inventar und der Suchmaschinen-Marktanteil. 45 Milliarden sind diese Dinge aber nicht wert.

Microsoft sollte stattdessen 20 Milliarden Dollar (darüber würden sich die eigenen AktionärInnen sehr freuen) einsetzen, um massenhaft Start-Ups aufzukaufen, diese aber eigenständig weiterarbeiten lassen. Keine Zwangs-Integration mit Windows Live, kein Re-Branding, kein Einsetzen von eigenen Managern. Das einzige sollte sein, dass sie die Vermarktung übernehmen, wo das sinnvoll ist.

Unter anderem sollten sie dabei versuchen, Infrastruktur-Unternehmen zu kaufen. Nicht in Form von Hardware-Infrastruktur, sondern in Form von populären APIs. Das ist etwas, was Microsoft mit Live Mesh ohnehin bereits versucht.

Mögliche Übernahmekandidaten wären:

  • Twitter: Als Infrastruktur-Unternehmen (Twitter wird immer mehr als Kommunikationsplattform für Anwendungen verwendet, die mit Chatten nichts mehr zu tun haben.) würde es gut ins Portfolio passen. Microsoft kann es sich leisten, kein Geschäftsmodell zu suchen und könnte ohne weiteres die notwendigen 200+ Millionen Dollar aufwenden.
  • Zooomr/Smugmug: Eine Foto-Sharing-Community würde Microsoft gut tun. Microsoft könnte Smugmug öffnen (zzt ist Smugmug kostenpflichtig) und hätte damit auf einen Schlag eine würdige Flickr-Konkurrenz. Zooomr geht noch mehr in Richtung Flickr und hat sich geschäftlich Japan zugewandt – aber wer weiß, das kann genau so gut ins Schema passen.
  • Digg: Digg ist groß genug, dass der Hass gegen Microsoft nur eine laute Kern-Schicht betreffen würde. Die kann man halten, da sehe ich kein Problem. Im Notfall müssten sie die Kern-Contributors bezahlen, oder so. Damit könnten sie vor allem das Image aufbessern.
  • Plaxo: Plaxo passt zu Microsoft wie der Topf auf den Deckel. Wichtig wäre allerdings, dass sie auch Third-Party-Connector-Software weiterhin zulassen, im Sinne einer offenen Plattform, wie Plaxo das jetzt schon ist. Zusätzlich könnten sie die Software kostenlos machen. Damit würden sie sich bei den GeschäftskundInnen “einkaufen”.
  • Automattic (WordPress.com): Ein No-Brainer, meiner Ansicht nach, wenn Microsoft sich dazu durchringen kann, WordPress als Open Source-Projekt zu unterstützen.
  • imeem: Mit imeem, ein amerikanisches Multimedia-Social-Network und ebenfalls relativ günstig, könnte Microsoft einen weiteren Fuß ins Social Networking-Business setzen. Möglicher Interessenskonflikt mit Facebook, andererseits vermarktet Microsoft Facebook nur, hat dort aber nichts zu sagen. Niemand ist also wirklich gefährdet.

Diese Übernahmen würden Microsoft ca. 3 Milliarden Dollar kosten. Man stelle sich vor, was Microsoft mit weiteren 17 Milliarden Dollar alles aufkaufen könnte.

Ich muss zugeben, dass einige der Vorschläge Microsoft teilweise eine radikale Änderung der bisherigen Firmenkultur abverlangen. Unter Ray Ozzie denke ich aber, dass das durchaus möglich ist. So lange sich Steve Ballmer raus hält…

Live Mesh: Gescheites Synchronisieren, Nicht Mehr!

logo-top.pngMit großem Trara hat Microsoft-CTO und Bill Gates-Nachfolger Ray Ozzie “Live Mesh” präsentiert, nach mehr als zwei Jahren Arbeit soll Live Mesh die Rettung und Lösung aller Probleme sein.

Live Mesh sollte Google, Linux und Apple vernichten und Windows retten – so in etwa war die Erwartungshaltung.

Geworden ist Live Mesh eine Synchronisierungs-Plattform. Oder, wenn man es besser vermarkten will: ein virtuelles Dateisystem.

Jetzt versteht mich nicht falsch, ich habe lange nach einem vernünftigen Tool gesucht, dass meine Dateien zwischen Laptop und PC synchronisiert, wenn möglich auch noch teilweise auf den PDA, und Live Mesh sieht, soweit ich das von außen sehen kann, nach ziemlich genau dem aus, was ich suche.

Aber: Das ist die große Internet-Strategie?! Daran hat Ray Ozzie jahrelang gearbeitet? Damit will er Microsoft für die Zukunft wappnen? Das ist ein nettes Tool, aber es wird Microsoft’s Probleme nicht lösen. Microsoft wird damit nicht zu einem “Teil” des Internets (wie Google oder in manchen Kreisen Twitter), was es aber werden müsste, um wirklich vernünftig für die Zukunft gewappnet zu sein…

Voraussagen für 2008

Ein beliebter Trend, seit im Internet endlich wieder was weiter geht, sind Vorhersagen, was im nächsten Jahr passieren könnte. Interessant ist dann immer, was tatsächlich passiert ist. (Im Deutschen zum Beispiel von Georg Holzer.)

#1: Yahoo! kauft Twitter

Ganz einfach: Yahoo! wird Twitter für ca. 80 Millionen Dollar kaufen.

#2: Casual Gaming

Kongregate und MochiAds sind die ersten Websites im Bereich Casual Gaming. Es werden noch einige Websites dieser Art entstehen, sowohl als Gaming-Plattformen (wie Kongregate) als auch als Vermarkter für Unabhängige (wie MochiAds). Eine davon wird in den USA einen Marktanteil von mindestens 60% an sich reißen.

Das besondere an diesen Start-Ups ist, dass sie mit sehr wenig Kapital auskommen, maximal mit 3 Millionen Dollar Risikokapital.

#3 Copycats

Weiterhin werden in Deutschland Copycats entstehen, sie werden die europäischen Märkte vor den amerikanischen Versionen besetzen. Wie Verwandt.de werden sich manche aber durch gutes Management besser entwickeln, als die amerikanischen Originale.

#4 StudiVZ wird verkauft

StudiVZ wird Mitte des Jahres für mindestens 300 Millionen Euro verkauft werden, nachdem es finanziell stabil ist aber technisch stagniert.

Ende des Jahres wird das Wachstum von StudiVZ auf Kosten von Facebook.de stoppen.

#5 Viele Konkurse

Nächstes Jahr werden viele Start-Ups in Konkurs gehen. In der Technologie-Szene wird eine Bubble ausgerufen werden, die Mainstream-Medien werden aber kaum darüber berichten, weil nicht viel Geld dabei verloren geht.

#6 VCs kommen unter Druck

Die meisten Start-Ups benötigen anfangs kaum Kapital, was die klassischen Risikokapitalgeber gehörig unter Druck bringt. Geld wird nur noch von etablierten Start-Ups für die Finanzierung von schnellerem Wachstum oder in Form von Angel Investments unter einer Million Dollar benötigt.

#7 Yahoo! und Microsoft kaufen Start-Ups

Yahoo! wird weiterhin kleine Start-Ups im Kostenrahmen von ca. 5 bis 50 Millionen Dollar kaufen, sie aber in Zukunft im Rahmen des Yahoo! Brickhouse-Projekts eigenständig weiterarbeiten lassen und erst später integrieren. (Wie bei Flickr im Gegensatz zu MyBlogLog, das gehörig verhunzt wurde.)

Microsoft wird sich dem Trend anschließen, aber nicht besonders erfolgreich damit sein. (Die Fehler machen, die Yahoo! mit MyBlogLog machte.)

Google tut das weiterhin nicht bzw. in der gleichen Form wie bisher. (Technologie-Start-Ups, keine Community-Start-Ups.)

Ich bin echt gespannt, wie viel davon tatsächlich wahr wird!

Mac OS 10.5 Leopard ~ Windows Vista?

Ich hab selten so viele so schlechte Kritiken über ein neues Betriebssystem von Apple gelesen. Ich ignoriere dabei die Kritik an verhunzten Funktionen – der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und alles, was neu ist, ist schlecht. Selbst, wenn’s gut ist. Ich spreche hier nur von Kritik an der miesen Stabilität.

Mein Gott, es gibt den “Blue Screen of Death” im Mac OS 10.5! Abgesehen davon ist das Betriebssystem instabil, hat regelmäßig Probleme beim Hochfahren des Computers, etc.

Nachdem Apple das Betriebssystem schon verschieben musste, hat man also ein instabiles Betriebssystem veröffentlicht, nur um in der Zeit veröffentlichen zu können. Erinnert uns das an etwas? Richtig, an Windows Vista. Wurde auch verschoben und startete schlussendlich auch als instabiles Produkt.

Darüber kann ich nur lachen. Denn während Microsoft sein Betriebssystem für tausende verschiedene Hardwarekomponenten optimieren muss, und das schlussendlich so halbwegs hingekriegt hat, schafft es Apple nicht einmal, für seine eigene, kleine Produktlinie ein funktionierendes Betriebssystem anzubieten, das an der Qualität der Vorgängerversionen anschließt.

EU überprüft DoubleClick-Übernahme genauer!

Juhu! Google’s Übernahme von DoubleClick wurde zwar in den USA von den Kartellwächtern durchgewunken, in Europa wird es Google aber schwerer gemacht. Zwar hat man die Übernahme nicht abgelehnt, aber wenigstens den Entschluss verschoben und eine genauere Prüfung angekündigt.

Ich freue mich sehr darüber, denn je mehr ich über den Deal nachgedacht habe, um so mehr ist mir klar geworden, dass Google einen gefährlich großen Marktanteil im Werbemarkt besitzt. (Im Suchmarkt sowieso, aber da sehe ich die wirtschaftliche Gefahr nicht so stark.)

Man kann noch nicht davon sprechen, dass Google ein Monopol im Werbemarkt besitzt. Aber die nächsten Jahre könnten dazu führen, und das muss verhindert werden.

Noch gibt es keinen Grund, ein riesiges Kartellverfahren gegen Google zu starten, wie seinerzeit gegen Microsoft. Es gibt keinen Grund, mit der Aufspaltung des Unternehmens zu drohen. Aber Google besitzt mit Google AdWords einen derart großen Anteil am weltweiten Werbe-Markt, dass die Gefahr besteht, dass Werbekunden nur noch zu Google gehen, um Werbung zu kaufen. Konkurrenten hätten kaum noch Chancen, ein solches Monopol aufzubrechen – genauso, wie es unglaublich schwer ist, Microsoft’s Desktop-Monopol zu knacken.

Meine Wunschlösung wäre, die DoubleClick-Übernahme zu verbieten, wahrscheinlich ist jedoch, dass Google Zugeständnisse ankündigt und einige Firmenteile an die Konkurrenz (Yahoo! oder Microsoft) verkauft.

Microsoft investiert 240 Millionen in Facebook

Die Gerüchteküche hat schon länger gebrodelt, jetzt ist es offiziell: Microsoft hat Google im Bieterwettstreit geschlagen und investiert 240 Millionen Dollar in Facebook – bei einer 15-Milliarden-Dollar-Valuierung. Microsoft besitzt also 1,6% an Facebook.

Nicht nur hat Facebook jetzt einen Haufen Geld, um seine Expansion nach Europa voranzutreiben. (Die vermutlich von einigen Übernahmen begleitet werden wird!) Microsoft darf auch international die Display-Ads für Facebook vermarkten.

Für 240 Millionen Dollar bekommt Microsoft also nicht nur einen kleinen Anteil an Facebook, der durchaus noch wertvoller werden könnte, sondern vor allem Zugriff auf das zweitgrößte Social Network der Welt. Oder mit anderen Worten: Microsoft ist endlich zur Konkurrenz für Google geworden.

Wer profitiert davon?

  • Facebook, da es mit dem neuen Geld seine Expansion nach Europa vorantreiben kann. (Die vermutlich von einigen Übernahmen begleitet werden wird!)
  • Microsoft, da es das zweitgrößte Social Network der Welt vermarkten darf, was den Abstand zwischen Microsoft adCenter und Google AdWords verkleinern wird.
  • Alle anderen Social Networks, da diese Valuierung weiteres Risikokapital in die Branche pumpen wird, vor allem in Europa. Außerdem werden Yahoo!, Google und vielleicht auch AOL Übernahmen tätigen. (Mein Tipp: Yahoo! kauft Bebo; Google kauft einige kleinere Anbieter und bastelt etwas neues, basierend auf orkut.)

Jetzt muss nur aufgepasst werden, dass sich die Risikokapitalgeber nicht verzetteln. In Social Networking ist noch viel Geld zu machen, aber Facebook wird andererseits nicht das nächste Google werden.

Auch wird nicht jede Nische einen Erfolg haben. Sinnvoller ist es, auf Sub-Applikationen zu setzen, die sich in Facebook, MySpace, Friendster, Hi5 und allen anderen Plattformen, die kürzlich angekündigt wurden, einnisten. Eine Nur-Facebook-Strategie ist gefährlich, aber ein breit gestreuter Mix hat durchaus Erfolgschancen.

Twitter‘s Rolle in dem Spektakel

Und wirklich interessant ist auch die Rolle von Twitter in der Angelegenheit. Ich bin normalerweise nicht aktiv auf Twitter, hab mir aber schon gedacht, dass ich dort als erster erfahren würde, wer endgültig das Rennen gemacht hat.

Und Twitter’s “tracking”-Funktion hat mir erlaubt, einfach alles, wo “Facebook” drin vorkommt, zugeschickt zu kommen. Zack bum. Ich wusste das endgültige Ergebnis deutlich bevor es auf TechCrunch oder gar Techmeme stand.

Macht das einen Unterschied? Vielleicht nicht! Aber es zeigt, wie schnell sich über Twitter Nachrichten verbreiten.