miomi und andere Timeline-Projekte

Nachdem ich zweimal über miomi, einem Projekt, auf dem jedes Mitglied Punkte auf der Zeitleiste kaufen kann, geschrieben, und auch Antworten von Gründern zwei ähnlicher Projekte bekommen.

Beide hier vorgestellten Projekte sagen von sich, vor miomi auf ihre Idee gekommen zu sein und haben definitiv den Vorteil des früheren Starts. Jetzt stellt sich selbstverständlich die Frage, ob sie ausreichend Marketing betreiben können, bevor miomi startet, das sicher von Anfang an die Hilfe von professionellen Marketing-Agenturen haben wird.

http://www.99moments.com/images/logo.gif

99Moments ist ein privates Projekt, das auf dem gleichen Prinzip wie miomi basiert.

Zur Zeit ist zwar noch eine recht eingeschränkte Version der Seite online. (Es können nur öffentliche Zeitleisten erstellt werden, keine privaten, was den Anreiz, es tatsächlich zu verwenden, stark vermindert. Ich will bitte nicht meine privaten Daten auf eine öffentliche Zeitleiste stellen!)

Eine neue Version, die alle meine Kritikpunkte am Projekt beseitigen wird, ist aber in Arbeit und sollte demnächst online gehen.

Das Projekt verfolgt laut den Gründern, Peter-Paul Kremser, Werner Leuteritz und Wolfgang Macalik, keine kommerziellen Interessen!

http://www.memoloop.de/themes/garland/images/logo.png

Memoloop hat 15. August gestartet, und ist ebenfalls ein miomi-Konkurrent, allerdings mit einem etwas anderen Modell.

Memoloop will, wie der Name schon verrät, Memos verwalten, die mit einem Zeit- und einem Ortsstempel versehen werden können/müssen. Nützlich ist das laut Gründern zum Beispiel dafür, herauszufinden, woher man bestimmte Leute kennt. Dieses konkrete Beispiel zweifle ich zwar an – dafür sind Social Networks (sowohl “konventionelle”, wie Facebook, als auch “spezialisierte” wie XING und LinkedIn) viel praktischer.

Ich spreche dem Konzept aber nicht die Nützlichkeit ab, ganz im Gegenteil. Ich fände dennoch Tools zum Kategorisieren und eine Ansicht auf einer Zeitleiste als sehr praktisch.

Das Gründer-Team, sind Florian Wagner, Ex-Manager Gruner + Jahr und Holtzbrinck und Carsten Pasternack, Berater für “Online-Marketing, Datenbanken und CMS” – was auch immer das heißt.

Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die beiden Projekte weiter entwickeln und ich hoffe weiterhin, dass sich kostenlose und erfolgreiche Konkurrenz zu miomi entwickelt.

miomi, Teil 2

Alex hat kommentiert:

Also ich muss ehrlich sagen: wenn die Leute auf so was in Massen reagieren, dann hör ich besser auf mit Start-Ups.

Ich hab nicht die leiseste Ahnung was an der Idee auch nur irgendwie sinnvoll sein soll???

Ich wollte unbedingt darauf mit einem Blog-Post antworten, weil das natürlich eine wesentliche Frage ist.

Die Frage hier ist: Wer legt fest, was “sinnvoll” ist? Ich finde die Idee gut, eine persönliche Zeitleiste mit den Events zu haben, die man als wichtig betrachtet. Ich würde das sicher verwenden. Ich bin nämlich ziemlich vergessen – fast alles, was länger als zwei Tage zurück liegt, verschwindet aus meinem Gedächtnis.

Allerdings gibt es noch keinen Mobile-Client, und ohne dem macht es überhaupt keinen Sinn.

Da ich ohnehin keine Zeit/Möglichkeit habe, dieses Projekt umzusetzen, hier ein bisschen detailliertere Ideen:

Ein Mobile Client lässt micht “Zeitpunkte” anlegen, auf Basis eines Fotos, Videos oder Audio-Files. Das wird sofort hinaufgeladen, aber beim nächsten Login von einem “normalen” Browser zur Nachbearbeitung (Ergänzung vom Text, Teilnehmern, etc.) angezeigt. So vergesse ich wesentliche Dinge nicht, hab wie gesagt Fotos und so gleich dabei.

Dann würde ich eine kostenlose Version entwickeln, mit eingeschränkten Funktionen, aber kostenlos. Und die Bezahlung sollte nicht auf Basis von Pay-per-”Zeitpunkt” laufen, sondern mit einer monatlichen Subscription, oder verrechneten Upload-Kosten für Bilder/Videos.

Die Seite ist ja eigentlich noch eine private Beta-Version, man kann sich aber zur Zeit schon anmelden, und zwar unter: http://beta.miomi.com/

Wie gesagt: Es ist eine Beta-Version, das muss klar gesagt werden, und das merkt man auch. Ich hoffe dass die Ideen, die ich oben geschrieben habe, sowieso geplant sind. Vielleicht kommt man auch von diesem eigenartigen Geschäftsmodell noch weg.

miomi, österreichisches Millionen-Projekt

In Europa gibt es keine Unternehmensgründungs-Kultur. Es ist nicht erstrebenswert, Risiken einzugehen. Und in Österreich ist das noch schlimmer. Ich hab darüber bereits geschrieben.

Doch die Zeiten ändert sich, und das beste Beispiel ist der Tiroler Karlheinz Toni, der mit einem Partner einen Businessplan-Wettbewerb gewonnen hat, der mit 5.000 Pfund dotiert war, und dann gleich noch einen Investor fand, der in sein Projekt 100 Millionen Pfund investierte.

100 Millionen Pfund? Das ist irgendwie unglaublich viel – die Idee ließe sich auch mit viel weniger Geld umsetzen. Aber jetzt erst zur Idee:

miomi (der ursprüngliche Projektname war “Design the time”) erlaubt es jedem Mitglied, für einen Dollar einen Moment auf der Zeitleiste zu kaufen. Damit kann dann jeder die Familien- oder Firmenchronik online stellen. Und miomi verdient kräftig dabei.

Die Frage ist: Wer soll das tun? Die Idee ist leicht kopierbar. Ich hab den Prototypen hier vor mir – das kann man mit einer kleinen Finanzierungsrunde in einem kleinen Team relativ schnell umsetzen. Werbefinanziert ist das zwar nicht so lukrativ, aber welche Ressourcen braucht man denn bitte für das Betreiben eines solchen Projekts?

Kein Aspekt des Projekts, so wie ich es jetzt kenne, benötigt überdurchschnittlich viel Personal oder Rechen-Power.

Was das Projekt allerdings außergewöhnlich machen könnte wäre es, das Internet automatisch nach Themen zu durchsuchen. Nur … wer bezahlt dann noch?

Wie auch immer: Dieses 100-Millionen-Projekt schafft Vorbilder, zumindest wenn es erfolgreich werden sollte.