Die Mozilla Foundation bzw. Corporation hat überlegt, wie es mit dem Mozilla Thunderbird weitergehen soll, der immer weiter hinter Firefox zurück fällt.
Die meiner Ansicht nach beste Idee wäre es, eine separate Firma für Mozilla Thunderbird zu schaffen, die wie die Mozilla Corporation weiterhin unter dem Dach der Mozilla Foundation steht. Ein eigenes Management, ein eigenes Budget, ein eigener Business Plan (ja, auch ein gratis Programm darf Geld verdienen wollen), eigenes Personal.
Erstes Problem: Die Community
Die Open Source-Community ist sehr anti-kommerzialistisch, was nicht per se schlecht ist. Nur: Man sollte Bestrebungen, der Community mit Geld zu helfen, nicht immer sofort als schlecht ablehnen.
Sehen wir die Situation in Relation: Als die Mozilla Foundation gegründet wurde, hatte sie nur einige wenige Mitarbeiter. Es war nie klar, ob man ein Geschäftsmodell finden würde und ob die Foundation in fünf Jahren noch existieren würde.
Die Situation für Mozilla Thunderbird hat sich nie verschlechtert. Ganz im Gegenteil, man hat von den Arbeiten an der Gecko Runtime bzw. am XULRunner immer profitiert – zusätzlich dazu gibt es zwei Vollzeitmitarbeiter, die die Arbeiten am Thunderbird koordinieren.
Aber gejammert wurde schon immer. Zum Beispiel, als die Mozilla Corporation gegründet wurde. Damals wurde von einem Verkauf an Google, von einer Bereicherung des Managements (Wie, wenn die Corporation zu 100% der Foundation gehört?) und so weiter. Heute…? Nichts. Firefox lebt und gedeiht, und nun macht ein gutes Management, was es eben macht: Es sieht die Probleme der Firma (ergo: Thunderbird) und versucht, sie zu beheben (ergo: Eigenständigkeit in irgendeiner Form).
Zweites Problem: Der Fokus
Mozilla Thunderbird will ein einfach zu bedienendes Mail-Programm ohne unnötige Funktionen sein, brav nach dem Pareto-Prinzip (80/20er-Regel). Und das hat vor fünf Jahren auch gepasst. Damals, als es noch kein Gmail, Yahoo! Mail Beta oder Windows Live Hotmail gab.
Heute ist das Blödsinn. Ein einfaches Mail-Programm kann ich auch im Browser haben – Thunderbird braucht einen neuen Fokus, und der muss auf High-End Features liegen:
- Kalender/To Do-Lists
- Anbindung zu MS Exchange (etc.)
- Synchronisierung mit PDAs
Und: Thunderbird braucht sichtbare Killer-Features. Wie zum Beispiel Tabs – die machen ja sogar Sinn, verdammt.
Meine Hoffnung ist es, dass Mozilla Thunderbird in einer separaten Firma aufgeht, wo ein Geschäftsmodell (zB Support für Unternehmen) gefunden werden kann, das der Firma wiederum die Möglichkeit gibt, mehr Entwickler anzustellen, damit endlich wieder was weiter geht!