Al Qaida gewinnt jeden Tag

Mit jeder Politiker/in vom Kaliber George W. Bush, Maria Fekter oder HC Strache – Leute also, denen gefühlte Sicherheit wichtiger ist als Menschenrechte oder die Verfassung, gewinnt die Al Qaida ihren Krieg gegen den Westen jeden Tag aufs Neue.

Al Qaida war niemals eine Bedrohung für den Westen. Die Terrorattacken in New York, London und Madrid hatten nie eine Chance auf regelmäßige Wiederholung, ein konventioneller Krieg gegen westliche Länder stand nie zur Debatte. Terrorismus ist im Westen wohl eine der niedrigsten Todesursachen überhaupt.

Das einzige, was die Al Qaida erreichen und erwarten konnte, war die Aufweichung unserer Demokratien – und genau das ist passiert. In den USA wurde Folter zur Regel. In Großbritannien werden Gegner der völlig nutzlosen Überwachungskampera-Kampagne ganz offen vom Inlandsgeheimdienst überwacht. In Österreich versucht die Innenministerin Maria Fekter, die Gewaltentrennung aufzuheben. (Gut, letzteres ist nicht direkt Terrorismusbezogen – aber die, auch von Fekter betriebene systematische Einschüchterung der Bevölkerung hat erst möglich gemacht, dass sie ob ihrer offensichtlichen Unkenntnis der Österreichischen Verfassung nicht sofort zum Teufel gejagt wurde.)

Maria Fekter George W. Bush. Photo by Eric Draper, White House

Sieht man von den World Trade Center-Attacken ab, deren “Erfolg” reines Pech war, die der komplizierten Struktur der US-Geheimdienste und den daraus resultierenden Streitigkeiten zu verdanken sind.

Das heißt nicht, dass es keinen Sinn gemacht hat, die Taliban zu stürzen, die Afghanistan in Geiselhaft gehalten haben (und das teilweise wieder tun). Aber alles, was wir unseren Demokratien angetan haben, war totaler Schwachsinn.

Nach Jahren des Kriegs gegen den Terror, der Milliarden gekostet hat und kostet, der den Hass auf westliche Länder überall auf der Welt wachsen ließ, ist die Al Qaida heute stärker, sind unsere Demokratien schwächer, sind Menschenrechte weniger wert und unsere Innenminister/innen ungebildeter als jemals zuvor.

Das ist mal eine wirklich schwache Bilanz!

Bali-Terroristen hingerichtet, leider!

Im Jahr 2002 haben islamistische Terroristen in Bali einen Terroranschlag verübt, der 202 Menschen das Leben gekostet hat, vor allem ausländische Tourist/innen. Die drei Männer wurden zum Tod verurteilt und heute hingerichtet. Da stellt sich die unweigerliche Frage: Haben diese Menschen den Tod verdient? Hätte man sie anders bestrafen sollen?

Ich bin ein grundsätzlicher Gegner der Todesstrafe. Ich denke, dass sie fast immer falsch ist. Es gibt vielleicht wenige Ausnahmen. Saddam Hussein hat vielleicht den Tod verdient, Osama Bin Laden und die Terroristen vom 11. September wohl auch. Selbst bei diesen Personen halte ich sie aber für falsch, aus einem einfachen Grund:

Märtyrer

Was passiert, wenn ein Terrorist hingerichtet wird? Er wird zum Märtyrer. Sobald ein Terrorist im Gefängnis sitzt, ist er für die Organisation ohnehin “verloren” und kann nur durch seinen Tod noch “aufgewertet” werden. Der hinrichtende Staat hingegen hat von der Hinrichtung nichts, außer vielleicht einer langfristigen Geld-Ersparnis, die im Strafvollzug aber keine Rolle spielen soll.

Die dritte Gruppe, die Opfer der Terroristen, wird meistens den Tod der Täter bevorzugen – das ist zwar verständlich, man sollte darauf aber nicht hören. Die Opfer fordern Rache – das ist aber nicht die primäre Aufgabe des Strafvollzuges (die ist die Verbrechensprävention, die funktioniert bei Terroristen aber nicht auf die klassische Art und Weise).

Eine humanere Strafe, von der die Terrororganisation nicht profitieren kann wäre, die Terroristen lebenslang einzusperren. Wenn ein Land befürchtet, dass die eigenen Gefängnisse nicht sicher genug sind, wird es die Leute sicher in einem anderen Land unter bringen.

Die Krönung wäre dann wohl die lebenslange Dauerbeschallung mit amerikanischen Heldenfilmen.