Ich habe heute meinen neuen Laptop bekommen, ein Lenovo Thinkpad x200s. Ich hab zwei Wochen lang darauf gewartet und hab mich schon ziemlich drauf gefreut, nachdem ich verschiedenste Test-Berichte gelesen habe.
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Ich werde hier keinen objektiven Test-Bericht schreiben, es gibt genügend ausführliche Tests der Prozessor-Geschwindigkeit, der Display-Helligkeit oder der Hitze-Produktion. (Zum Beispiel bei NotebookReview.com)
Ich habe im letzten Jahr einen Sony VAIO SZ71 mit 13 Zoll verwendet, das Thinkpad ist preislich dank einem Studentenangebot von Lenovo im gleichen Bereich angesiedelt.
Größe
Der Lenovo x200s hat einen 12 Zoll-Monitor – meiner Ansicht nach die kleinste Bildschirmgröße, mit der man noch vernünftig arbeiten kann. Ich bin kein Fan von Netbooks, die sind sowohl zu klein als auch zu leistungsschwach für Arbeit. Reiner Elektronikschrott, mehr nicht.
Einschließlich des 9-Zellen-Akkus (der hinten beim Laptop ca. 2,5cm heraussteht) ist der x200s etwa gleich groß wie der Sony VAIO SZ71. Dadurch geht sich eine richtige Tastatur (ohne zusammengequetschte Tasten) aus, was natürlich ein absolutes Muss ist.
Der 9-Zellen-Akku ist etwas, das mich nervt. Ohne diesen Riesen-Akku wäre das Gerät doch deutlich schöner. Aber 10 Stunden Akkulaufzeit sind eine recht gute Entschuldigung dafür. Ich überlege trotzdem, einen zusätzlichen 6-Zellen-Akku zu kaufen.
Leistung
Mein x200s-Modell hat einen Core 2 Duo-Low-Voltage-Prozessor mit 1,86 GHz eingebaut. Der hat einen niedrigeren Verbrauch als normale Mobil-Prozessoren, aber trotzdem eine gute Leistung. In der Hinsicht bin ich so zufrieden, dass ich überlege, mir eine x200 Ultrabase Docking Station für zu Hause zu kaufen, an die ich meine üblichen Geräte (Bildschirme, etc.) und den Computer entsorge (= verkaufe). Das erspart Platz und Synchronisierungs-Aufwand.
Einen objektiven Leistungs-Vergleich zwischen PC, altem und neuem Laptop hab ich nicht – einen ausführlichen Benchmark durchzuführen, ist mir zu aufwendig. Gefühlsmäßig ist der Laptop langsamer etwas langsamer als der PC und schneller als der alte VAIO.
Verarbeitung/Material & Design
Eine der Sachen, für die Lenovo besonders gelobt werden muss, schon immer wurde, ist die Verarbeitung des Geräts. Das Displaygehäuse besteht aus Kohle- und Glasfaser (besonders leicht und solide). Das Gerät ist wie üblich für Thinkpads in schwarz gehalten.
Die Schönheit der Thinkpads ist Ansichtssache. Ich finde sie schön, aber eben anders schön als MacBooks. Sie ist simpel und funktionell. Es gibt viele Kleinigkeiten, die man “schöner” lösen könnte, aber eben nur auf Kosten der Haltbarkeit oder Qualität des Geräts. Mein “alter” VAIO hatte zum Beispiel eine schönere Tastatur, weil die Tasten flacher waren. Tippen ist aber mit den Thinkpad-Tasten angenehmer & leiser.
Spezial-Features
Ich habe unter anderem deshalb den Lenovo x200s gewählt, weil er ein UMTS-Modem und einen Fingerprint Reader eingebaut hat.
Das UMTS-Modem ist eine praktische Sache – ich verwende mein UMTS-Modem sehr oft, direkt eingebaut ist es einfach bequemer, als dieses unsägliche USB-Kabel-Klumpert, das dank schlechtem Anschluss immer wieder einfach nicht funktioniert, etc.
Beim ersten UMTS-Test hab ich übrigens nicht mit meiner Orange-Datenkarte verbinden können (es hat nach einem SIM-Lock ausgesehen), beim zweiten Versuch ist dann aber alles korrekt gelaufen. Ich war ganz kurz geschockt. Mitgeliefert wird nämlich eine Vodafone-Karte, und Vodafone gibts in Österreich gar nicht. :)
Der Fingerprint Reader dagegen ist mehr eine Spielerei, aber eben auch so gut integriert, wie man ihn eben integrieren kann.
Der Lenovo x200s hat übrigens kein Touchpad, sondern nur den roten Trackpoint. Das wirkt abschreckend, ist aber kein großes Problem. Ich fand Touchpads schon immer nervig und komme mit dem Trackpoint nicht schlechter zurecht.
Fn-Taste
Kommen wir zum einzigen wirklichen Kritikpunkt, die einzige Sache, die ich bei der Kaufentscheidung nicht mitbedacht habe: Die Position der Fn-Taste auf der Tastatur.
Lenovo baut, im Gegensatz zu Sony (und den meisten anderen Laptop-Herstellern), die Fn-Taste links außen in der Tastatur, also links der STRG-Taste. Das ist so sagenhaft nervig – eigentlich unglaublich, dass sich dieser Mist über die Jahre gehalten hat.
Ich vertippe mich regelmäßig und kann mich nicht richtig daran gewöhnen, weil das Tastenkürzel zum Wechseln zwischen Tabs im Firefox (STRG + Tab bzw. STRG + Shift + Tab) nicht funktioniert. Dieses Problem ist nicht behebbar, weil der Fn-Key auf Hardware-Ebene abgefangen wird, nicht auf Software-Ebene. Übliche Keymapping-Programme helfen nichts.
Lenovo scheint das Problem aber erkannt zu haben und überlegt, einen BIOS-Switch einzubauen, mit dem die Funktion umgeschalten werden kann.
Fazit
Der Thinkpad x200s ist mein erster Thinkpad, aber vermutlich nicht mein letzter. Ich mag das Design, die Verarbeitung ist der Hammer, der Preis ist super. Was will man mehr?