Notizen zum neuen Facebook-Design

Allgemein

Ich find das Design-Upgrade gut. Es ist nicht notwendigerweise eine Vereinfachung als der Versuch, die bestimmte Facebook-Features (Suche, Chat) sichtbarer zu machen, Spiele von anderen Anwendungen visuell zu trennen und die Anzahl der Seiten-Bereiche zu reduzieren. (Es gibt jetzt im Endeffekt die Profile, was Gruppen und Seiten beinhaltet, die Einstellungen und alles andere, also eine Zusammenfassung von News Feed, Nachrichten, Veranstaltungen, etc.)

Facebook - Neues Design - Screenshot

Spiele vs. Anwendungen

Die visuelle Separierung ist aus zwei Gründen klug: Einerseits wird es so einfacher, die tatsächlich nützlichen Anwendungen in der Flut der Spiele und Quizze zu identifizieren. Andererseits kann Facebook damit Werbeanzeigen für Spiele maximieren, die angeblich schon jetzt einen wesentlichen Anteil am Werbeumsatz haben.

Ich wäre nicht überrascht, wenn die Spiele-Seite in Zukunft bunter würde und grafische Werbung beinhaltet.

Übrigens hat Facebook still und leise die virtuelle Währung (bisher nur für die hauseigene Gifts-Anwendung) für Spiele aktiviert. Ich bin gespannt, wie viel Geld sich hier für Facebook verdienen lässt.

Status-Leiste ade

Die eigene Status-Leiste, in der rechts der Chat und links das Anwendungs-Menü zu finden waren, ist weitgehend weg. Es ist jetzt nur noch im rechten Eck der Chat zu finden. Das macht Sinn – niemand schaut ins linke untere Bildschirm-Eck.

Das ist insofern relevant, als Facebook damit wieder von einer Computer-Desktop-Metapher weg geht (Anwendungs-Menü oben links, Status-/Task-Leiste unten, Inhalte dazwischen). Die direkten Auswirkungen für die User/innen sind natürlich relativ gering.

Sichtbarere Chat-Integration

Ich verwende den Facebook-Chat immer wieder, bisher leidet er aber darunter, dass er nicht besonders auffällig ist. Es ist auch nicht wahnsinnig bequem, dass man das Chat-Fenster öffnen muss, dass den meisten Leuten mit normalen Bildschirmen im Weg ist, um zu sehen, wer online ist.

Das neue Design zeigt einige der Freund/innen, die gerade online sind, auf der Startseite an. Leider ist ziemlich undurchsichtig, welche Leute es konkret sind, die hier angezeigt werden.

Vielleicht könnte Facebook dabei eines Tages die Nutzungsdaten verwenden, die ja zweifellos gesammelt werden und wenn möglich die Leute anzeigen, mit denen ich am öftesten chatte (oder allgemein in Kontakt bin).

Ich bin gespannt, ob ich jetzt öfter via Chat kontaktiert werde. Leider veröffentlicht Facebook so wenige Daten darüber, ob und wie die Design-Updates funktionieren bzw. welche Ziele mit verschiedenen Updates verfolgt werden.

Der Unwille, Änderungen zu akzeptieren

Was haben Mozilla, MySpace und Facebook gemeinsam? Neue Versionen ihrer Produkte. Was haben sie noch gemeinsam? Laute Gruppen, die sich Änderungen deshalb beschweren, die mit Boykott drohen. Meistens zu unrecht. Wartet man nämlich diesen Sturm der Entrüstung ab, schrumpft die Gruppe langsam zusammen. Nicht, weil ihr die Änderungen egal werden, sondern weil man merkt, dass sie eigentlich gut sind.

Anderes Beispiel: Presentify

Wir haben vor ca. zwei Monaten das Design geändert, basierend auf dem Feedback unserer Mitglieder und eigenen Beobachtungen. Wir haben den Platz, den die Haupt-Navigation einnimmt, reduziert. Wir haben die Version für kleine Bildschirme optimiert. Wir haben die Farbtöne optimiert. Wir haben die Übersichtlichkeit erhöht.

Alle, die das alte Presentify flüchtig kannte und das neue Presentify gesehen haben, haben die Änderungen gelobt. Bestehende Mitglieder fanden die Änderungen mehrheitlich schlecht. Wenn mir jemand geschrieben deswegen hat, hab ich geantwortet, dass der neuen Version eine Chance geben sollen. Einfach eine Woche abwarten und schauen, ob das nicht doch alles einen Sinn macht.

Es hat einen Sinn gemacht – und mittlerweile versteht das auch fast jeder. Neue Mitglieder bleiben mit viel höherer Wahrscheinlichkeit aktiv, es kommen auch ganz einfach mehr neue Mitglieder.

Ich hab damit gerechnet. Als ich bei den 3h-Galerien vor einigen Jahren die Seite vollständig neu programmiert habe, inklusive Design-Veränderung (nicht komplett, aber unter anderem farblich), wurde ich in der Schule auf das Design angesprochen (und kritisiert). In den zwei darauffolgenden Monaten hat sich die Anzahl der Mitglieder verdreifacht – und als die 3h-Galerien vom Netz genommen wurden (und eine Weiterleitung zu Presentify aktiviert wurde), war einer der Hauptkritikpunkte das Design, das nicht wie das der 3h-Galerien sei.

Fazit

Die Leute wissen nicht, was sie wollen. Wenn man sie fragt, ob sie Funktion X, Y und Z wollen, werden sie wahrscheinlich “Ja” sagen. Wenn man die dann umsetzt, werden sie sich wahrscheinlich beschweren.

Das wichtige Feedback kommt aus anderen Quellen: Wie verwenden Mitglieder die Seite? Welche Links klicken sie an? Welche Auswirkung hat eine Layout-Änderung?

Eine Änderung am Event-Seiten-Design, die wir gestern durchgeführt haben, hat zur Folge, dass es sehr deutlich auffällt, wenn keine Event-Beschreibung angegeben wird. Niemand hat danach gefragt, das zu tun. Aber noch am selben Abend wurde zu einigen neuen Events eine ausführliche Beschreibung erstellt. Davor war das nicht üblich.

Man darf als Entwickler vor Veränderungen keine Angst haben. Es wird immer Kritik geben, egal, wie viel Sinn eine Änderung macht. Die beste Reaktion darauf ist eine offene Kommunikation. Größere Design-Änderung werden in einer Feedback-Gruppe kommentiert. Dort lassen wir negative Kommentare zu – und beantworten sie.

Firefox Menü-Verwucherungen

Heute auf Golem.de gelesen: “Menü-Entrümpelung im Firefox”

Und glatt fällt mir ein, wie sehr es mich ärgert, dass ich in meinem “Tools”-Menü folgende Menüpunkte finde, die durch Extensions hinzugefügt wurden:

  • Google Gears Settings
  • Nightly Tester Tools
  • PDF Download – Options (sogar mit einem Logo!)
  • Web Developer
  • Firebug

Mir ist nicht klar, wozu das gebraucht wird! Vor allem die Optionen sollten doch eigentlich im Add-Ons-Fenster zu finden sein.

Langsam aber sicher gibt es so viele Extensions, die Menüs in meinen Firefox hineinwurschteln, dass ich mir wünschen würde, Mozilla würde eine Art “Firefox User Interface Guidelines” schreiben, als Empfehlungen.

Wann ist es sinnvoll, einen Menüeintrag zu machen, wie soll er getitelt werden, wo soll er sein? Wann ist es erlaubt, automatisch einen Menü-Button im Hauptmenü zu ergänzen? Welche Design-Richtlinien soll er befolgen? Wann darf ich in die Statusleiste ein Icon einfügen? Wie soll das aussehen? Wie soll es sich verhalten? (Kontextmenü oder doch eine bestimmte Aktion beim Rechtsklick?)

Da ich noch nichts dergleichen gefunden habe, habe ich hier einen Bug in Bugzilla gemacht.