Ich hab das Gefühl, Wilhelm Molterer versteht von Wirtschaft so viel wie John McCain – nämlich nichts. Er sieht den Finanzsektor in Österreich nämlich nicht von der gravierenden weltweiten Finanzkrise betroffen. Aha. Das hat John McCain auch vor ein paar Tagen über die US-Wirtschaft gesagt. So schaut der ATX über die letzten drei Jahre aus:
Der ATX ist also heute ungefähr da, wo wir vor drei Jahren waren, angefangen hat die Krise ungefähr da, wo die Spitze der Kurve ist. So richtig begonnen hat die Krise aber erst jetzt – jetzt gehen nämlich die Bankhäuser in Bankrott, und zwar nach der Reihe. Als Molterer das gesagt hat, hat Lehman Brothers gerade Konkurs angemeldet, ob AIG schon von der US-Regierung mit 75 Milliarden Dollar gerettet (und verstaatlicht) worden ist, weiß ich nicht, in der Zwischenzeit ist dieses konkrete Problem zwar schon wieder mehr oder weniger behoben (es gibt schon wieder Gerüchte, dass die 75 Milliarden nicht ansatzweise genug waren), dafür ist die nächste Firma, der britische Bankenriese HBOS, gewaltig in Schieflage geraten und versucht, mit der Lloyds TSB zusammengehen – etwas, das vor einer Woche noch von jeder Kartellbehörde abgelehnt worden wäre.
Ich frage mich manchmal, wie lächerlich Molterer noch werden muss, bevor er endlich weg vom Fenster ist. Jemand, der in dieser Situation so etwas sagt, sollte wirklich nicht Finanzminister sein.
