Jede Partei hat Wahlzuckerl (also Forderungen, die im Wahlkampf besonders lautstark betont werden) im Angebot, aber sie sind unterschiedlich teuer. Hier eine Liste der Zuckerl inklusive voraussichtlicher Kosten:
SPÖ
Weg mit Studiengebühren, 13. Familienbeihilfe, Halbierung der Umsatzsteuer für Lebensmittel, Erhöhung des Pflegegelds & Verlängerung der Hacklerregelung
Voraussichtliche Kosten: 1,3 Mrd. Euro
ÖVP
Erhöhung von Pflegegeld & Familienbeihilfe, gratis Kindergartenjahr, “Österreich-Ticket” für Öffis
Voraussichtliche Kosten: 550 Mio. Euro
Grüne
Gratis Öffis für Kinder, Lehrlinge, SchülerInnen und StudentInnen für den Weg vom Wohnort in die Arbeit oder Schule.
Voraussichtliche Kosten: 420 Mio. Euro
FPÖ
Senkung der Mineralölsteuer, Entfall von Umsatzsteuer auf Medikamente
Voraussichtliche Kosten: 6 Mrd. Euro
BZÖ
“Kärntner Modell”: Teuerungsausgleich von 100 Euro & Billigdieseltankstellen
Voraussichtliche Kosten: unbekannt
Witziges Detail am Rande: Die ÖVP war die erste Partei, die mit Wahlzuckerl an den Start gegangen ist – lustigerweise mit SPÖ-Forderungen, die die ÖVP selbst allesamt während der Regierungszeit abgelehnt hat. Jetzt fordert die ÖVP einen Stop der Wahlzuckerl. Na ja.
Die Forderungen der Grünen sind die billigsten von allen Parteien – auch nicht schlecht.
Deine Aufstellung ist leider nur ein Auszug. Insgesamt wird noch viel mehr gefordert. Insbesondere bei den Grünen. Laut Van der Bellen kommen die Grünen auf rd. 6 Mrd. Kosten, rd. 5 Mrd. werden durch Neueinnahmen gegenfinanziert. Der läppische Rest von rd. 1 Mrd. muss halt kreditfinanziert werden. Zumindest hat er das bei der letztwöchigen Präsentation des Grünen Wahlprogramms gesagt.
Ich unterscheide in diesem Fall zwischen dem Parteiprogramm und den Wahlzuckerl. Letztere werden viel stärker kommuniziert und als “Wahlversprechen” interpretiert, haben also eine höhere Umsetzungs-Erwartung und -Wahrscheinlichkeit.
Die Programme im Detail sind viel komplexer und schwerer vergleichbar, meist mit Gegenfinanzierungsplänen, etc. (Die werden meistens *nicht* als Wahlversprechen propagiert.)
Beträgt der Teuerungsausgleich des BZÖ nicht 200 Euro?