Wissenslücken von Palin ein Scherz?

Sarah PalinSarah Palin, in den Tagen nach der Wahl zur Lachnummer der (US-)Nation geworden, ist vielleicht doch nicht so dämlich, wie ursprünglich angenommen. Bei der Geschichte, Sarah Palin wüsste nicht, dass Afrika ein Kontinent sei, wurden Quellen aus der McCain-Kampagne zitiert. Später hat sich ein angeblicher Berater von John McCain, Martin Eisenstadt vom Harding Institute for Freedom and Democracy, als Quelle gemeldet. Weder Eisenstadt noch das Harding Institute existieren tatsächlich, der Blog und die Instituts-Website sind Scherz-Websites, erstellt von den Filmemachern Dan Mirvish und Eitan Gorlin.

MSNBC hat die Geschichte mittlerweile zurück genommen, Fox News hält weiterhin daran fest und sagt, dass die Filmemacher nur behauptet hätten, für die Geschichte verantwortlich zu sein (sie wurde anfänglich anonym verbreitet, “Martin Eisenstadt” kam erst später dazu), was nicht stimmen muss.

Spannend ist das in mehrerlei Hinsicht: (1) Man hat Palin zugetraut, das nicht zu wissen. (2) Sollte die Geschichte wirklich falsch sein, hätten sie die Mainstream-Medien nicht überprüft – genau das, was sie auch Blogger/innen vorwerfen und als eigene Existenzberechtigung sehen. (3) Diese Geschichte hat das Image von Palin beschädigt – egal, wie sie sich weiterentwickelt.


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2 Kommentare »

co
16. November 2008 @ 11:40 Uhr

naja, wenig überraschend; die bloße Fortsetzung der dumpfen Hetze, die man in den Mainstream Medien bereits gegen George Bush gewohnt ist…

sehenswert, McCain über Sarah Palin bei Jay Leno bei seinen ersten post election Auftritt:
http://de.youtube.com/watch?v=ouMqBKDFNGk

dieter
18. November 2008 @ 10:27 Uhr

Da Martin Eisenstadt nicht existiert, kann er auch FOX News keine Fehlinformationen untergejubelt haben. Letzlich muss man einem Medium vertrauen, dass es seine anonym gehaltenen Quellen vorher überprüft.

Lügnern kann man natürlich immer auf den Leim gehen. Siehe Hitler-Tagebücher. Der Vorwurf, den man an Blogger machen kann, ist, dass sie überhaupt selten Informationen von Dritten einholen und Recherche-Arbeit machen. Die meisten plaudern einfach aus dem Nähkästchen über das, was sie wissen, oder zu wissen glauben.

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