Yasni, 123people und die Privatsphäre

Start-Ups wie Yasni, 123people, Spock und andere führen zunehmend zu einem Aufschrei der Internet-Benutzer/innen. Die Drei haben eines gemeinsam: Sie versuchen, persönliche Daten im Internet durchsuchbar zu machen. Während die amerikanische Personen-Suchmaschine Spock versucht, verfügbare Daten zu konkreten Profilen zu gruppieren (also ein eigenes Profil für jeden “Hans Maier”), gehen die europäischen Pendants Yasni und 123people den einfacheren Weg und fassen für jeden Namen die Suchergebnisse verschiedener Services (Google, Facebook, Herold, etc.) zusammen (also eine Seite für alle “Hans Maier”).

Viele Anwender/innen sind schockiert über die Fülle an Informationen, die oft im Internet zu finden ist. Oft lassen sich Hauptschulaufsätze, peinliche Fotos oder Kommentare finden, von denen man längst vergessen hat, dass man sie jemals geschrieben hat.

Kraken

Mangelnde Sensibilisierung

Das Problem dabei ist offensichtlich: Weder die Entwickler/innen von Webprojekten noch deren Anwender/innen waren auf Privatsphäre sensibilisiert, dadurch wurden Web-Projekte entwickelt, die auf Datenschutz wenig Wert legten und von den Anwender/innen ungefragt mit Informationen gefüllt.

Die Entwickler/innen haben den Anwender/innen keine geeigneten Werkzeuge in die Hand gegeben, um ihre Privatsphäre zu kontrollieren, die haben aber auch nie danach gefragt.
Heute sind wir in einer Situation, in der den Anwender/innen die Sensibilität eingeprügelt wird, weil sie plötzlich bemerken, wie viele Daten eigentlich bereits verfügbar sind. Aber auch die Entwickler/innen werden sensibilisiert: Facebook hat vorgezeigt, dass es möglich ist, die Privatsphäre der Mitglieder zu schützen, wenn das ihr Wunsch ist.

Don’t shoot the Messenger

Wir dürfen jetzt nicht anfangen, die falschen Leute kritisieren. Angebote wie Yasni und 123people haben eine breite Masse an Menschen erst auf das Problem der Privatsphäre sensibilisiert, veröffentlichen selbst aber keine neuen Daten. Amazons Wunschlisten (als Beispiel) sind nunmal öffentlich (und können “privat” gemacht werden).

Die positive Seite ist auch klar: Die Anwender/innen fangen langsam an, ihre Online-Präsenz zu kontrollieren und Beschränkungen in der Datenverarbeitung zu fordern (siehe StudiVZ, wo man seit heftigen Protesten personalisierte Werbung deaktivieren kann).

Vor allem aber sind alle Daten, die heute auf Yasni oder 123people zu finden sind, auch anderorts zu finden. Die “Bösen” wussten schon immer, wie man sie findet. Die haben im Browser 10 Tabs geöffnet und verschiedene Services (Google, Herold, Facebook, MySpace, Google Images, etc.) durchsucht und hatten die gleichen Informationen am Bildschirm.

Wir sollten froh sein, dass einer immer größeren Anzahl an Menschen bewusst wird, wie viele Informationen über sie im Internet vorhanden sind!

Presentify

Diese Diskussion hat für mich als Mitgründer von Presentify auch eine persönliche Dimension. So hab ich bemerkt, dass in den letzten Monaten zunehmend die Privatsphäre-Einstellungen angepasst wurden, einige Mitglieder sogar ihre Accounts gelöscht haben, um damit nicht mehr bei Google gefunden werden zu können.

Wir ermöglichen unseren Mitgliedern selbstverständlich, den Grad der Veröffentlichung ihrer Daten zu kontrollieren und in Suchergebnisseiten aller Art (Mitglieder-Suche auf Presentify, Google, 123people) nicht vorzukommen.


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21 Kommentare »

Thomas
5. Februar 2009 @ 23:50 Uhr

Seh ich ganz ähnlich, nicht die Suchmaschinen sind “böse”, eigentlich ist es niemand, solange die Daten nicht missbraucht werden (was eben auch vorher schon ging). Die konkrete Möglichkeit die Daten zu kontrollieren wird wohl zunehmend zur Herausforderung für Datenschützer, Rechtssprecher und eben die Anbieter der Services werden.

Sebastian Moser
6. Februar 2009 @ 11:21 Uhr

@Thomas
Ich denke, dass die Datensammler durchaus stärker in die Pflicht genommen werden sollten. (Fast) niemand ist so “böse”, absichtlich Daten zu missbrauchen – wenn man sich aber die Geschichte ansieht, ist fast alles, was missbraucht werden kann, irgendwann missbraucht werden.
Es genügt, dass die Gesetzgebung in den USA strenger wird und (beispielsweise) Geheimdiensten Zugriff auf Facebooks und Googles Daten gibt. Die könnten aus diesen Daten, wenn sie wollen, sehr detaillierte Personenprofile erstellen. Dann genügt ein einzelner radikaler Mitarbeiter, um Personen zum Beispiel die Einreise ins Land zu verweigern. (Diese Terror-Verdachts-Listen gibt es ja schon lange, und es sind viele Fälle dokumentiert, wo offensichtlich unschuldige Menschen auf die Listen gekommen sind, die aber kaum Chance haben, wieder herunter zu kommen.)

Andererseits genügt ein krimineller Mitarbeiter einer Firma, der Daten verkaufen kann. AOL hatte da bereits Probleme mit Mitarbeiter/innen, die Millionen Kund/innen-Datensätze (mit E-Mail, Name, PLZ & Kontodaten) verkauft haben. Die Mitarbeiter/innen wurden zwar geschnappt, die Daten waren trotzdem verkauft.

Alleine die Tatsache, dass einzelne Firmen so viele Daten haben, ist ein Problem. Das ist aber eine völlig andere Diskussion als die rund um die Personensuchmaschinen, dazu werd ich vielleicht einen separaten Artikel schreiben.

jopra
9. März 2009 @ 21:45 Uhr

Ich bin hier ganz deiner Meinung. Es wird immer Unternehmen geben, die Daten weitergeben und diese zu ihrem Nutzen verwenden wollen. Es liegt ganz bei den Anwendern, die eben zweimal darüber nachdenken müssen, was sie im Internet schreiben, bzw. welche Fotos, etc. sie online stellen. Was mir zukünftlich in irgendeiner Weise schaden könnte, stelle ich auch nicht ins Web, so einfach ist das. Es gibt heute schon genügend Personalmanager welche Dienste wie 123people oder ähnliches verwenden, das wird in Zukunft natürlich nur stärker verbreitet sein…wie sowieso alles das mit Internet zu tun hat.

[...] RealitätIn meinen Artikeln zum Thema Datenschutz bzw. Privatsphäre hab ich darüber geschrieben, wie böse Personensuchmaschinen wirklich sind und wie Online Tracking funktioniert. Heute möchte ich über das Sammeln von Daten im Internet [...]

[...] lassen, weil sie diese Suchresultate längst gespeichert haben: Profil-Aggregatoren wie Spock (aber nicht wie 123people und Yasni) und Langzeit-Suchmaschinen wie das Web Archive. Letzteres ist zwar unbekannt, langsam und schwer [...]

gast
13. Mai 2009 @ 07:01 Uhr

Es geht nicht um die “Bösen” , sondern um die Leichtigkeit, mit der Daten gesammelt werden. Wo wird das enden? Mit Google Street View kommt der nächste Wahnsinn.

Barnes
16. Juni 2009 @ 15:47 Uhr

Personensuchmaschinen, und insbesondere diese, vertreten eine Verschleierungstaktik. Das immer wieder betonte Argument – die Suchmaschine ermöglicht dem User seine im Netz veröffentlichte Informationen zu überblicken – ist doch reine Augenauswischerei.

Hier geht es ganz klar darum, verknüpft mit Reputation Defender, durch zielgruppenspezifsche Werbung Geld zu machen. Was ja ansich nicht verwerflich wäre.

Was deren Argument völlig entkräftet ist allerdings die Tatsache, dass hier Daten doch gespeichert werden!!

Behauptet wird, dass Daten maximal 14 Tage im Zwischenspeicher verbleiben.

Ich weiss aber von mehreren Fällen, dass personenbezogene Daten und Informationen bei 123people abgebildet wurden und das obwohl diese Daten/Informationen schon seit über einem Jahr nicht mehr auf der Orginalquelle existierten! Nachdem darauf hingewiesen wurde, sagte man, man werde die Daten “manuell” löschen. Warum “manuell” löschen wenn die Daten durch eine automatisierte Echtzeitsuche gefunden werden?

Selbst der PR-Verantwortliche, Bernhard Lehner, konnte die Orginalquellen nicht finden, anstatt aber einer Antwort, brach er den E-Mail Kontakt einfach ab.

Es wird hier auch gezielt mit der Unwissenheit der Menschen gespielt und auf die Hürden einer zivilrechtlichen Klage gesetzt. Die erste Aufforderung zur Löschung der personenbezogenen Daten wird zuerst mal abgelehnt. (siehe Standardabsage – wurde schon von einigen Blogusern im Internet veröffentlicht)

Ich empfehle HARTNÄCKIG zu bleiben, eine Unterlassungsaufforderung zu schicken und gegebenenfalls den Anwalt einzuschalten.

Bertolini
18. Juni 2009 @ 18:37 Uhr

123people sind dreiste Betrüger sondergleichen!

Unglaublich, dass die Betrüger von 123people bis jetzt damit duchgekommen sind.
Ist es nicht schon illegal personenbezogene Daten auch nur 14 Tage zwischenzuspeichern? Ein Wahnsinn was die sich leisten, in einen Augen ist das Betrug und “gewerbsmässige” Datenschutzverletzungen.
Ich übergebe den Vorgang unserem Anwalt, wir klagen auf Rufschädigung und Schadensersatz.

Sebastian Moser
18. Juni 2009 @ 21:55 Uhr

123people sind sicher keine Betrüger, es ist kein Betrug oder “gewerbsmäßige Datenschutzverletzung”, Links zu Websites, die im Internet öffentlich auffindbar sind, zwei Wochen lang zwischenzuspeichern.

Ich wünsche Ihnen viel Glück mit Ihrem Anwalt, aber ganz ehrlich gesagt: Es haben schon viele Leute behauptet, einen Anwalt einzuschalten, ich hab aber noch nirgends gelesen, dass irgendjemand damit Erfolg hatte.

Bernhard Lehner
19. Juni 2009 @ 08:06 Uhr

@Bertolini: 123people ist ein hart und erfolreich arbeitendes Startup-Unternehmen, dass sich in 100prozentiger Übereinstimmung zu allen gültigen, rechtlichen Rahmenbedingungen befindet. Auf die Haltlosigkeit Ihrer nicht sehr überlegten Zuschreibung gehe ich nicht weiter ein. Um Ihnen Anwaltskosten zu sparen, schlage ich Ihnen den Weg der Kommunikation mit uns vor: unser Support-Center hilft immer gerne und ohne Vorbehalt.

@Barnes: Hier haben Sie also auch per Copy&Paste Ihre Botschaft hinterlassen ;)? Übrigens: ReputationDefender ist lediglich ein Werbepartner, der für die Verlinkung auf unsere Seite zahlt. Der daraus generierte Umsatz hat einen Mikro-Anteil an unserem Gesamtumsatz. Unser Geschäftsmodell hängt aber auch schon rein gar nicht an Reputation Defender oder einem ähnlichen Anbieter ….

Ines
22. Juni 2009 @ 13:48 Uhr

Sebastian, ich muss mich hier kurz einschalten und meine Erfahrung mit 123people und Yasni schildern:

das kleinere Problem ist ja, dass 123people nicht nur verlinkt, sondern Links mit Content anzeigt. Ob diese Zwischenspeicherung von fremdem Content rechtmäßig ist, darüber lässt sich sicher streiten…

Das größere Problem ist aber, dass 123people fremden Content viel länger speichert als sie behaupten. Ich hatte vor einiger Zeit auf meiner Homepage einen Text von mir online mit meinem Namen drunter. Den Text habe ich schon vor Monaten gelöscht. Weder im Suchmaschinen-Cache noch sonst wo ist der Text zu finden. Trotzdem zeigt 123people immer noch meinen Content inklusive meinem Namen an…..Betrug würde ich das natürlich nicht nennen, aber Verletzung des Urherberrechtes, des Persönlichkeitsrecht (Recht am eigenen Namen/Bild) und des Datenschutzes sehr wohl.

Auch die Zwischenspeicherung von Bildern ist rechtlich ein großes Problem, wie das Google-(Bildersuche-)Urteil des Hamburger Landgerichts vom Oktober 2008 zeigt.
Und dass 123people im rechtlichen Rahmen handelt, kann stark bezweifelt werden. Ich verweise hier auch auf die Urteile des Landgerichts Krefeld und Köln. Da regt sich inzwischen gewaltig Widerstand.

Sebastian, ich empfehle dir es selbst auszuprobieren. Lösche einen Text, warte bis er nicht mehr im google-cache aufscheint, und dann kuck ob 123people den Link + Content/Textauszüge immer noch anzeigt. Du wirst sehen, dass 123people Auszüge deines Textes speichert. Probier es aus…

Lg :)

Ines

Sebastian Moser
22. Juni 2009 @ 16:46 Uhr

@Ines
Leider kann ich deine Angaben nicht selbst überprüfen. Du solltest aber auch bedenken, dass 123people nicht nur Google, sondern auch Yahoo (wenns sie “123people” als Quelle angeben) und Live Search/Bing. Yahoo findet manchmal mehr Dokumente, beide (Yahoo & Microsoft) speichern Dokumente aber länger (man kann es auch so formulieren: sie crawlen das Web weniger regelmäßig).

Ines
22. Juni 2009 @ 18:48 Uhr

Sebastian, ja darüber bin ich mir im Klarem, darum schrieb ich “Suchmaschinen-Cache”, damit meinte ich google/yahoo/altavista/live search usw.

Frank G.
15. Juli 2009 @ 15:01 Uhr

Im netz gibt es unzählige Berichte von usern, die kritisieren, dass 123people personenbezogene Daten veröffentlicht, obwohl diese Daten nicht mehr existieren, weil gelöscht auf der Datenquelle. Ergo speichert 123people diese Daten.

Was mich an der Sache richtig ärgert, ist deren Umgang mit Leuten, deren Daten von Ihnen unrechtmässig veröffentlicht werden.
Schriebt man 123people an, die Daten doch bitte zu löschen, kommt von anonymen Support erst einmal eine Antwort ala Wir sind Datenschützer, sie müssen froh sein, das es uns gibt, denn wir zeigen Ihnen wo Sie Daten ungewollt veröffentlicht haben, wir löschen nichts-. Hakt man nach und besteht auf den Löschungsanspruch, kommt eine freche antwort, – ja ok, wir löschen es, aber nur aus Kulanz-.

Ist doch ein Wahnsinn, ich müsste jetzt regelmässig checken, ob 123people wieder Daten von mir veröffentlicht und wie sie es nennen “zwischenspeichert” (bei mir über viele Monate hinweg), um dann meine wertvolle Zeit zu vergeuden, indem ich wieder emails schreibe,.. wie gesagt dazu braucht es mehrere, bis 123eople einlenkt – “aus Kulanz”….

123people verkauft die Leute ganz bewußt für blöd indem sie ständig behaupten sie würden nix speichern und das trotz sehr vielen Berichten von Internetusern, die aus eigener Erfahrung das Gegenteil behaupten…. jaja wir sind ja alle blöd…

Bernhard Lehner
16. Juli 2009 @ 06:28 Uhr

Bernhard von 123people. Möchte einige Dinge gerade rücken.

1) Links zu Daten sind maximal einige Tage im Cache = Zwischenspeicher, in der Regel weniger.
2) Da wir auch Daten von anderen Suchmaschinen abfragen, die eineinhalb Jahre und länger speichern, sind dort leider immer wieder alte Daten dabei. Wenn User uns diese Links schicken, werden die selbstverständlich sofort auf die Blacklist gesetzt.
3) Da wir keine Daten speichern, können wir auch nicht löschen. Wenn wir überhaupt was zwischenspeichern, sind das lediglich Links zu Information, und die eben auch nur ein paar Tage maximal.
4) Was wir aber können, ist, einzelne Links zu sperren. Ein Mail an den Support unter Angabe dieser Links genügt.
5) Das Sperren von ganzen Namen ist theoretisch möglich, aber nicht unproblematisch, da damit auch Informationen von Menschen, die dezidiert gefunden werden wollen, gesperrt werden. 123people ist ja streng genommen eine Namenssuche und keine Personensuche.
6) 123people findet ausschließlich frei im Netz verfügbare Daten, die bereits veröffentlicht wurden.

Paul Pütz Thapa
23. Juli 2009 @ 05:45 Uhr

Guten Tag allen Kommentatoren,

Wollen wir doch einmal etwas festhalten. Ich als Internetbesucher – Nutzer gebe z.b. meine Webseitenurl in Google.de ein damit diese Indexiert wird. Ich gebe meine Daten dort und dort und dort ein um etwas zu bekommen oder ähnliches. Sprich mit allen diesen Webseiten gehe ich ein stilles beidseitiges Nutzungsrecht ein. Yasni.de – 123people.de und andere aber ziehen Content und Bildmaterial aus allen möglichen Quellen des Internets zusammen und zeigen dieses auf ihren Webseiten an ohne mit mir ein stilles Nutzungsrecht eingegangen zu sein. Dieses nennt man Content und Bilderklau was Rechtlich gesehen Strafbar ist. Meine Beiträge – meine Daten – meine Bilder etc.pp bleiben mein geistiges Eigentum und haben ohne meine schriftliche Einwilligung auf anderen Webseiten mit denen ich kein stilles Nutzungsrecht verabredet habe, nichts zu suchen.

Und wenn dann meine Daten noch in Zusammenhang mit Pornograhpie oder Rechtsradikalismus gebracht werden, dann ist essisch und denen wird mal kräftig auf die Finger geklopft.

Ja wenden wir uns speziell mal Yasni.de zu. Na lieber Besucher – Nutzer von Yasni.de. Ihre IP wird Sicherheitshalber gespeichert. Laut einem rechtsgültigen Urteil übrigens ein Teil Ihrer persönlichen Daten. Nun speichert Yasni.de zusätzlich Daten über Google Analytik und schwupps kann man Ihre Daten personalisieren. Von der Weitergabe Ihrer Daten ganz zu schweigen, man kann es schwer überprüfen.

Diese Personensuchmaschinen sind der Rechtsbruch an sich und jede für sich wird in absehbarer Zeit mit den rechtlichen Konsequenzen leben müssen.

In diesem Sinne
Paul Pütz Thapa
Freier Journalist
Institut für Ökonomie und eCommerce

Sebastian Moser
23. Juli 2009 @ 06:56 Uhr

Lieber Paul, ich glaube, du solltest erstmals im 21. Jahrhundert ankommen. Google findet Websites ganz von selbst, niemand muss dort “Daten eingeben”. Es gibt vor allem kein “beidseitiges Nutzungsrecht”.
Suchmaschinen, sowohl die Großen (Google, etc.) als auch die Kleinen (123people, Yasni) nützen vielmehr die Möglichkeit des Copyrights, Ausschnitte eines Textes anzuzeigen, was völlig legal ist. Man würde erwarten, dass das wenigstens ein “Freier Journalist” wüsste.

Das speichern von Daten wie der IP-Adresse ist nicht illegal und wird von fast jeder Website durchgeführt. (Das ist eine Funktion, die bei fast jedem Webserver schon von Haus aus aktiviert ist.)
Daten von Google Analytics sind nicht “personalisierbar” (dh man kann nicht von Ihren Google Analytics-Daten auf Ihre Person schließen), noch viel wichtiger ist wohl auch, dass 123people bei Google Analytics keinen Zugriff auf die Statistik-Daten, sondern nur auf die Auswertung hat.

Es ist eigentlich traurig, wie viele Leute ohne irgend eine Ahnung zu haben, hier große Reden über die Legalität von Personensuchmaschinen schreiben… :(

Paul Pütz Thapa
23. Juli 2009 @ 15:54 Uhr

Hallo Herr Moser,

Bei meinen Artikel gehe ich immer von der Annahme aus, das diese in der Ganzheit auch gelesen werden. Verlangen kann ich dies natürlich nicht.

Wollen wir doch einmal den Begriff “Beidseitiges stilles Nutzungsrecht” anhand Ihrer Webseite etwas genauer definieren. Zugrunde gelegt wird hier also Deutsches Recht und nicht das Recht Österreichs.

Ich schreibe hier einen Kommentar (mein Nutzen). Damit dieser Kommentar von Ihnen freigegeben wird muss ich meinen Namen – meine eMailadresse und den Sitz meiner Webseite über dem Kommentarfeld eintragen. Ohne diese Angaben wird mein Kommentar nicht veröffentlicht (also Ihr Nutzen). Da wir nun aber keinen direkten Vertrag miteinander abschließen, nennt man diesen Vorgang eine “stille Nutzungsvereinbarung” die sich auf beidseitigen Willen gründet. Und so verhält sich es mit allen Vorgängen im Internet an dem immer zwei Parteien beteiligt sind.

Ich weiß natürlich nicht ob Sie Google Analytik bereits kennen oder einsetzen. Sehr wohl lassen sich unter hinzunahme einer IP, Daten von Google Analytik personalisieren. Das Sie das System als solches anscheinend nicht kennen und stattdessen mit destruktiver Kritik Ihre Kommentatoren als “indirekt Dumm” bezeichnen, läßt sodann eher darauf schließen, das Sie in wirklichkeit nicht wirklich wissen warum Sie diese Webseite betreiben.

Ich habe auch nie behauptet, das dass speichern von IP illegal sei. Und wenn ich mir Ihre Aussage einmal so zwischenzeilig anschaue, so kommt doch tatsächlich der Verdacht auf das Sie diesen Blog zum “Verwischen” nutzen und einem der o.g. Personensuchmaschinen angehören. Konstruktive Kritik jedenfalls sieht anders aus und auch die Tonwahl ist der eines sich gegenüber Respektieren angemessen.

Sie haben sich ja noch nicht mal die Mühe gemacht, auf die Grundaussage meines Kommentars zu antworten, stattdessen nehmen Sie sich Stichwortartig jene Passagen aus meinen Kommentar heraus, interpretieren diese dann auch noch teilweise falsch und kommen dann mit vorpupatären Sprüchen an um den Eindruck zu erwecken Sie hätten mit 22 Jahren die Intelligenz und das Wissen dieser Welt bereits in sich aufgesogen. Yasni.de z.b. verstößt eindeutig gegen geltendes Recht. Es werden z.b. 104 Bilder die unter meinem Copyright stehen angezeigt. Hierzu gibt es bereits einschlägige Urteile deutscher Gerichte sowie amerikanischer Gerichte. Gerne bin ich Ihnen bei der Suche dieser Urteile behilflich bzw. übersende Ihnen diverse Aktenzeichen.

Doch was will man von jemanden mit gerade mal 22 Jahren Lebenserfahrung erwarten? Nichts – rein gar nicht, denn es ist noch nichts da, was auch nur im Ansatz erkennen lassen würde, das man Ihnen auch als jungen Menschen gegenüber den notwendigen Respekt erbringen müsste. Schade – schade – schade.

In diesem Sinne
“Ihr dummer Jurnalist”

Sebastian Moser
23. Juli 2009 @ 16:30 Uhr

Zuerst: Dieses ist ein privater Blog, hier gibt’s kein Siezen. (Du kannst das natürlich gerne tun, erwarte aber nicht das Gleiche von mir.)

Ich glaube, du hast das Internet nicht ganz verstanden. Das Internet sind nicht die Nutzer und Google (was eine “stille Nutzungsvereinbarung, die auf beidseitigem Willen gründet” ermöglichen würde). Google ist *nicht* das Internet. Google ist eine Suchmaschine wie Yahoo, Bing, Yasni, 123people und viele andere.
Es gibt daher nur einen *vielseitigen* stillen Nutzungsvertrag zwischen Ihnen und allen anderen, die sich im Internet tummeln. Wie Google, Yasni, mir und allen anderen Web-Benutzer/innen.

Ich kenne Google Analytics übrigens sehr gut, setze es bei den meisten meiner Web-Projekte ein, auch auf diesem Blog.
Deshalb weiß ich sehr gut, dass ich überhaupt keine Möglichkeit habe, im Google Analytics-Interface personenbezogene Daten zu sehen. Es gäbe wohl eine Möglichkeit, herauszufinden, wo du ungefähr herkommst (auch nur Eingrenzung auf Bezirksebene, aber nicht sehr zuverlässig), dafür wär es aber notwendig, dass du der einzige Leser dieses Blogs bist. Recht viel mehr ist nicht drin. Aber wenn du etwas weißt, das ich nicht weiß, dann wär ich dir sehr dankbar für deine Hilfe. Kannst du mir eine Anleitung schicken, wie ich via Google Analytics herausfinden kann, wo jeder einzelne Kommentator herkommt (Genauigkeit allerwenigstens auf Gemeindeniveau) und wie sie heißen? Ohne diese Informationen wären sie ja nicht personenbezogen, oder? (Oder haben Sie eine andere Definition davon?)

Zu der Bilder- und Text-Problematik: Es gibt hier viele Urteile, die im Wesentlichen alle das Gleiche sagen: Ein Vorschaubild, wie es alle möglichen Bilder-Suchmaschinen anzeigen, fällt unter die Fair Use-Klausel. Das gleiche gilt für Text-Ausschnitte, die man ganz klar verwenden darf.

Auf den persönlichen Angriff, dass ich mit 22 Jahren noch nicht intelligent genug bin, verzichte ich zu antworten. Ich halte nichts von persönlichen Beleldigungen.

PS: Ich bin nicht mit diesen Personensuchmaschinen verbandelt. Aber gut zu Wissen, dass Personen, die Ihre Meinung kritisieren, mit solchen Angriffen zu rechnen haben. Das hilft den Leser/innen dieses Artikels, Ihren Kommentar mit dem nötigen Augenzwinkern zu lesen.

Paul Pütz Thapa
23. Juli 2009 @ 17:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Moser,

Persönliche “Angriffe” ignorieren Sie haben aber keine scheu andere persönlich anzugreifen.

Und gegen eine rein sachliche Kritik habe ich nichts einzuwenden, sie ist mir sogar herzlich willkommen.

Und entschuldigen Sie, das meine Kritik gegen Sie, als Angriff von Ihnen gewertet wird.

Zu Ihrer Information – weitere Urteile kann ich nachreichen sobald mir alle Aktenzeichen im Zuge einer Recherche vorliegen.

Aktenzeichen AZ 7 O 8506/07 – Landgericht München
Aktenzeichen AZ 308 O 449/03 – Landgericht Hamburg
Aktenzeichen AZ 308 O 42/06 – Landgericht Hamburg
Aktenzeichen AZ 308 O 42/06 – Landgericht Hamburg
Aktenzeichen AZ 308 O 248/07 – Landgericht Hamburg

Ihr Journalist
“Ohne Ahnung”

Sebastian Moser
23. Juli 2009 @ 18:49 Uhr

zu AZ 7 O 8506/07:
Hier geht es um etwas völlig anderes, nämlich die Verwendung ausgewählter, leicht veränderter Bilder in Originalgröße. Das hat nichts mit Suchmaschinen zu tun.

zu AZ 308 O 449/03:
Es wurde zwar eine Urheberrechtsverletzung festgestellt, Google muss allerdings keinen Schadensersatz zahlen, weil es für Suchmaschinen nicht üblich ist, für geschützte Bilder zu bezahlen.
http://www.openpr.de/news/205050/Thumbnails-verletzen-das-Urheberrecht-aber-Suchmaschinenbetreiber-haften-trotzdem-nicht.html

zu AZ 308 O 42/06 & AZ 308 O 248/07:
Google hat gegen diese Urteile Berufung eingelegt, die sollten wir abwarten, bevor wir die Legalität der Bildersuche von Google in Frage stellen.
Beide Prozesse scheinen aber im Kern den gleichen Inhalt wie “AZ 308 O 449/03″ zu haben.

Gibts auch Prozesse, in den rechtskräftige Urteile gefällt wurden?

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