Yasni – schlechter Spock-”Klon”

yasni, eine deutsche “Menschen-Suchmaschine”, hat vor einigen Tagen mit ein bisschen Trara gestartet. Blognation spricht davon, dass das Unternehmen in Konkurrenz zu Spock, PeekYou, etc. stehe, was sich nur um einen Witz handeln kann.

Yasni tut nichts anderes, als Wikipedia, Amazon (!?) sowie diverse Social Networks und Suchmaschinen nach einem Namen zu durchsuchen. Das ganze wird einfach nacheinander aufgelistet. Und zwar in einer unglaublich unübersichtlichen Art und Weise.

Eine Suche nach Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin, bringt mir ein paar kleine Bilder, eine kurze Zusammenfassung des Wikipedia-Artikels, drei Angela Merkel-Fake-MySpace-Profile, die Amazon Bücher-Wunschliste (!?) von einer Angela Merkel aus Bayern, Links zu “StayFriends” und zu einigen Suchmaschinen. Unter anderem ist eine Seite mit dem Namen “Angela Merkel – Merkelwitze” dabei.

So, und jetzt zu dem, was nicht hier ist:

  • Eine Übersicht über verschiedene Frauen mit dem Namen Andrea Merkel. Vermutlich ist die Frau Merkel aus Bayern nicht die Angela Merkel, oder?
  • Ihr Alter, ihr voller Name und vielleicht ihre Tätigkeit.

Spock, die angebliche Konkurrenz von Yasni, zeigt mir dagegen folgendes:

  • Eine Liste von 10 Angela Merkels – 23 werden insgesamt gefunden. Von den ersten 10 sind drei aus Deutschland.
  • Für die Bundeskanzlerin Merkel wird ein Foto angezeigt.
  • In ihrem Namen ist erkennbar, dass sie den Doktor-Titel trägt.
  • Neben ihrem Namen steht ihr Geschlecht und ihr Alter.
  • An den Tags ist zu erkennen, dass sie Lutheranisch ist, dem deutschen Parlament angehört, Bundeskanzlerin ist, und von Forbes zu einer der mächtigsten Frauen ernannt wurde.

Und all das war nur die SERP (Search Engine Result Page). Die Detail-Seite zeigt mir einige Tags über sie, sowie 4 von 17 mit ihr zusammenhängende Personen (Kabinetts-Mitglieder und einige Kanzler-Vorgänger). Dazu noch 6 Fotos, die allesamt seriös sind.

Zusammenfassung

Klar, Spock hat eine größere Benutzer-Basis und schon einige Monate Vorsprung. Spock gibt sich aber Mühe, die gefundenen Daten zu gruppieren und in Profilen zusammenfassen. Bei Yasni muss man das selbst tun. Yasni lebt also davon, dass die Mitglieder die Informationen, die sie als richtig erachten, selbst gruppieren. Das wird unweigerlich dazu führen, dass es weniger Profile geben wird.

Spock im Gegensatz dazu sucht alles an Informationen, was es finden kann, gruppiert es bereits in Profilen, und lässt die Benutzer diese Informationen korrigieren und erweitern.

Yasni macht es sich zu leicht. Vielleicht kommt manches davon noch, man sieht aber an der Umsetzung der Seite – am Layout, am Design – UND am Konzept, dass das nicht wahrscheinlich ist. Und damit reiht sich Yasni in eine Reihe an peinlichen deutschen Web 2.0-Fehlschlag. Leider.

Zur Veranschaulichung:
Angela Merkel @ Spock
Angela Merkel @ Yasni

21 Gedanken zu “Yasni – schlechter Spock-”Klon”

  1. hmm, in’s “Unlike its competitors in the US (Spock, PeekYou, etc.) yasni does less magic and restricts itself to displaying what easily can be found anyways.” hast du glaub ich etwas zu viel Euphorie hineingelesen.

  2. Nicht bös sein, aber Yasni ist selbst gegen Google echt “evil” – eine richtige Krake!!
    Fakt ist: Jeder, der meinen Vor- und Nachnamen bei yasni sucht, bekommt als ersten Treffer meinen persönlichen Amazon-Wunschzettel, den ich never ever öffentlich gemacht habe. Ich finde das einen Skandal!!

  3. @Markus Kahn
    Doch, der wurde öffentlich gemacht. Amazon-Wunschzettel sind nämlich automatisch öffentlich (er kann aber versteckt werden).
    Wenn Amazon die Daten anbietet, dann darf Yasni die auch laden. Yasni ist keine Datenkrake, Yasni liest nur ein paar Daten aus, die mit Google genauso geladen werden können, weil sie von Amazon angeboten werden, weil sie von DIR eingegeben wurden.

    Der Begriff “Datenkrake” wird als viel zu negativ gesehen. Wer Informationen ins Web stellt und nicht versteckt, der hat Pech gehabt. So einfach ist das.

    (Btw: Ich finde unter “Markus Kahn” bei Yasni keine Amazon-Wunschliste.)

  4. Ich finde yasni echt gruselig. Klar, die Suchmaschine findet auch nicht wirklich viel mehr als man bei Google sowie schon finden würde, da sie aber auf die Personensuche optimiert ist liefert sie einen viel schnelleren überblick. Die bei der suche generierte Tag Cloud kann man beinahe schon als Personen Profil bezeichnen.

  5. Eine wichtige Klarstellung zum Artikel:
    Die von Spock.com angebotene automatische Profilierung ist nach deutschem Datenschutrzrecht (aus unsrere Sicht zu Recht) verboten. yasni verhält sich datenschutzkonform.
    Ein Vergleich yasni // Spock wie oben angestellt “hinkt” also.
    Richtig ist aber, dass yasni auf die Suche nach Namen / öffentlichen Profilen getuned ist und i.d.R. heute schon bessere Ergebnisse als “nur Google” liefert. Nicht bei jedem, aber es ist ja auch gerade erst gestartet…

  6. darauf hat die Welt gewartet.

    Zitat Yasni:
    Persönliche Informationen im Internet sind sensibel. Deshalb:
    - yasni hilft beim Datenschutz!
    Nehmen Sie sich 2 Minuten Zeit und profitieren Sie von yasni:
    - Kostenloses Personen-Profil anlegen
    Zitat Ende

    Ja wat denn nu? Willste ma schützen oder soll ick en Datenstripp machen?

    WS

  7. Die Datenkraken sind andere, nicht yasni. Das Ding liefert doch lediglich, wie ich finde doch recht übersichtlich, die öffentlich zugänglichen Informationen für all jene, die zu faul sind zum ‘googlen’.
    Mit der Plattform kann jeder seine Informationen zumindest versuchen zu kanalisieren und glaubwürdig zu machen. Spock bekommt zudem die eindeutige Zuordnung auch nur hin, wenn Mitglieder bei er Klassifizierung helfen.

  8. … leider ist das projekt yasni total illegal, denn die speichern daten ohne zustimmung der nutzer und generieren daraus “profile” die dann bei google gefunden werden. ich habe mich selbst dort gesucht und werde jetzt mit einer yasni-URL bei google gefunden – das nenn ich mal frech und v.a. gegen geltendes recht! nur bemerkt es derzeit wohl noch kaum jemand!

  9. Ihr seid wirklich Spinner1

    Der SINN von yasni ist doch gerade, dass andere, die nach euch suchen, nicht gleich JEDEN Quatsch zu lesen bekommen, der unter eurem Namen SOWIESO SCHON im Netz von JEDEM – z.B. mittels google – zu finden ist,

    sondern dass ihr darauf Einfluss nehmen könnt, was im von euch selbst angelegten Profil in yasni gefunden wird.
    (In google ist es dann trotzdem noch zu finden, aber man kann hoffen, dass die anderen dann nicht mehr danach suchen.)

    D.h., wenn ein potentieller Personalchef euren Namen in google eingibt und dann erstmal bei yasni nachschaut (hoffentlich), dann liest er eben das über euch, was ihr ausgewählt habt und was auch wirklich zu euch gehört.

    Die meisten Leute haben Namens-Doppelgänger, wie z.B. Angela Merkel, und das kann schwer ins Auge gehen, wenn die Namensdoppelgängerin z.B. eine Nackttänzerin ist.

    Woher soll denn yasni wissen, welche Treffer zu euch gehören und welche nicht?

    Wir können sehr froh sein, dass das Anlegen von Persönlichkeitsprofilen durch Dritte in Deutschland verboten sind. DAS wäre ja gerade von Übel.

  10. der SINN wäre also, nach ines, dass ich bei JEDER “personensuchmaschine” die in kommenden jahren noch auf den markt kommen wird, mich registriere und meine “zu mir gehörenden” ergebnisse in einem profil speicher?!

    für mich persönlich hat es keinen schutz, da jeder andere in meinem namen ein profil anlegen kann, und somit gerade vortäuschen kann, dass voellig andere “suchergebnisse” zu mir gehören. wie ich das verhindern kann? naja, natuerlich indem ich mich bei der suchmaschine selbst anmelde und das kontrolliere. hab ich nichts anderes zu tun?!

    für personalchefs hat es keinen sinn: wer ist denn bitte so dämlich, und sucht in einem (selbst-)zensierten system nach “schmutzigen geheimnissen”? wenn man danach suchen wollte, würde man andere möglichkeiten nutzen.

    letzen endes ist es also nicht mehr als eine der vielen selbstdarstellerischen plattformen, denn weder kann ich selbst als mensch, der seinen ruf verteidigen will, noch als personalchef, der bewerber kritisch hinterfragen möchte, interesse an dieser personen-”suchmaschine” haben.

    also wem nutzt es? wenn es keinem kunden nutzt, nutzt es meistens dem betreiber.
    mit viel theater um datenschutz – was, wie jemand schon anmerkte, einfach übertrieben heuchlerisch klingt – und der so geschürten angst (vor gespenstern) wird dann eine relativ leicht- (da selbst-) verwaltbare plattform geschaffen, in der hoffnung dass die bald erscheinenden werbeeinblendungen genug geld machen, oder besser noch, dass jemand frühzeitig das ganze ding überteuert abkauft, bevor die blase platzt.

    und selbst wenn sie geplatzt ist, werden tonnen an feinst zusammengetragenen und größtenteils authentischen daten übrigbleiben – bei denen doch wohl wirklich keiner so naiv glaubt, dass sie in einer angemessenen zeremonie öffentlich verbrannt würden.
    oder?!

  11. Yasni nervt wirklich. Mittlerweile gebe ich fast nirgends meinen richtigen Namen mehr an und sperre das Impressum für Robots. Selbst Diente wie Xing sind nicht richtig nutzbar, da jeder Post in einem Forum wieder bei Yasni auftaucht. Man kann zwar die Suche durch Robots auch bei Xing verhindern, dann funktioniert der RSS Feed leider auch nicht.

    Der hier als Nummer 5 postende Peter Yasni scheint auch nicht real zu sein.

    @10, sehe ich genauso. Das eigentliche Geschäftsmodell ist meiner Meinung nach, die Bude so teuer wie möglich zu verkaufen.

    Yasni scheint offenbar doch personenbezogene Daten zu speichern, anders kann ich mir die Pfadangaben in den Google Suchergebnissen nicht erklären.

  12. Natürlich speichert Yasni die Daten, Yasni benutzt Google Analytics, wertet Zugriffe aus, kooperiert mit Adressen Dealern wie Telefongesellschaften. Dein Name ist in der Description, Keywords und anderen Metatags, weiterhin sind Dateien mit deinem Namen benannt. Und das ist nur der Anfang.

    Unser Herr Rühl läßt nichts aus um mit der zugeschoßenen Kohle anderer Leute sein Yasni Projekt in den höchsten Tönen zu loben und zu promoten.
    Ihm ist nicht klar das jeder wissen will was Yasni über einen selbst gespeichert hat und nur deswegen die Zugriffszahlen so hoch sind. Nicht weil Yasni soll toll ist, sondern aus Neugier was andere mit meinen Namen machen.

    Wie Tom Jones schon sagte, Dienste wie XING sind für mich gestorben. Warum soll ich mich in einer Community anmelden wenn jeder andere meine Beiträge lesen kann die eigentlich nur einer bestimmten Benutzergruppe zugänglich sein sollten.

    Nach mehreren Tausenden Euro Umsatz bestelle ich auch bei Amazon nichts mehr.

    Hier macht eine Firma Geld mit Sachen die Ihnen nicht gehören. Selbst auf Bitten den eigenen Namen bei Yasni nicht zu verwenden reagiert Rühl nicht, was klar ist da sein Projekt sonst bald Offline wäre.

    Datenschutzkonform ist relativ, niemand hat das Recht meinen Namen zu verwenden um damit Kohle zu verdienen.

    Yasni zeigt auf was sonst nur mit erheblichen Recherchenaufwand im Internet zu finden wäre. Dieser Aufwand lohnt der Mühe nicht.

    @ Ines, du tickst nicht richtig…
    wenn andere mich suchen, rufen sie mich an, mailen mir oder kommen vorbei. Vielleicht möchte ich auch nicht das man mich sucht. Glaubst du wirklich wir alle sind eine “Familie” wo jeder das Recht hat über den anderen alles zu wissen und “auszuschlachten”?
    Wenn ich meine Namen bei Amazon angebe, heißt das nicht ich erlaube Yasni damit zu dealen….

    Und gerade weil das System manipulierbar ist, gerade weil es zu Verwechslungen kommen kann die für einen gesellschaftlich den Ruin bedeuten könnten ist das System Scheiße.

    Leute wacht auf, wir sind auf den Weg das selbsternannte Profiler über die Masse bestimmen und mit uns Geld machen.
    Wir sind “Ware”!!!

    Was man mit Euren Daten machen kann geht zur Zeit ausführlich durch die Presse.

    Yasni hat angeblich 20 Mitarbeiter, laut Rühl. Die müssen bezahlt werden. Bezahlen kann man diese nur wenn man was verkauft, ich sehe aber nichts was Yasni anbietet um damit Geld zu machen. Jetzt hat er den Business Angel die Kohle aus der Tasche gelockt, die ist sicher auch bald alle.
    Und dann, nun überleg mal mit was Yasni Geld machen kann….

  13. @Jonas
    Deine Herangehensweise an das Thema ist falsch.

    1.
    Natürlich nützt Yasni Amazon – jeder kann sich unter http://partnernet.amazon.de/ dafür anmelden – und wieso sollten sie die Links gratis setzen?

    2.
    Das ist nicht illegal. Yasni verlinkt Daten, die öffentlich sind, die modifizieren hier nichts und erstellen keine speziellen Linklisten, die darauf optimiert sind, dass möglichst oft drauf geklickt wird. Sie fügen nur einen Partnerprogrammlink hinzu – etwas, das tausende Websitebetreiber machen – auch in Deutschland.

    3.
    Wenn es ein Problem ist, dass deine Wunschliste bei Amazon öffentlich ist, dann musst du sie bei Amazon privat machen. Geht ganz einfach – ist nur ein klick.

  14. @Sebastian:
    ad2: Yasni bearbeitet (verkleinert) z.B. Bilder, die unter einer by-nc CCL veröffentlicht wurden. Das ist illegal. Stephan Hansen-Oest mag das zwar anders sehen (“Wes Brot ich ess…”), aber hier wird ein Profil erstellt, über die Laufzeit hinaus gespeichert und veröffentlicht. (das ist so mit TMG und BDSG nicht vereinbar)
    Dummerweise hat der Gesetzgeber etwas Mangel an Handwerklichen Geschick an den Tag gelegt und somit uns als Privatleuten nicht alle Handwerkszeuge (strafbewehrte Abmahnung) in die Hand gegeben.
    ad3: Und dann? Schließlich behält Yasni immer noch Wochen und Monate lange den alten Zettel im Cache, selbst wenn Google ihn gelöscht oder ins DeepWeb verlegt hat.

  15. @Fa lk D.
    Verkleinerte Versionen von Bildern zu speichern und veröffentlichen ist “Fair Use”, da wurde Google schon öfter verklagt, das Ergebnis war jedes Mal eindeutig. (1. Es ist Fair Use; 2. Ein einfacher Eintrag in der robots.txt verhindert den Zugriff darauf.)

    Wie lange Yasni die Daten konkret im Cache behält, weiß ich nicht. Müsste man nachfragen. Bei 123people, einem Konkurrenzunternehmen, sind es zwei Wochen. Ich bezweifle stark, dass das illegal ist. Aber niemand hindert eine betroffene Person daran, Yasni in dem Zusammenhang zu verklagen, das ist der einzige Weg, um Rechtsklarheit herzustellen.
    Wenn ein Gericht hier Klarheit verschafft, ist das in jedes Interesse.
    Übrigens cacht auch Google Suchergebnisse (die können ja nicht alle Web-Inhalte jeden Tag neu indexieren) und ich hab bisher noch nichts davon gehört, dass das illegal sei.

  16. Der Eindruck eines kompleten “Profils” den Yasni bei Menschen mit eher seltenen Namen erzeugt ist das Problem. Da werden schon mal halb-pornografische Webseiten mit dem Namen eines “unbescholtenen” Bürgers verknüpft. Und dann noch ganz oben in den Google Suchergebnissen! Yasni ist ein Haufen von Müll – aber nicht jeder der nach einer Person sucht und auf dem prominent gelisteten Eintrag klickt wird das auch sofort erkennen. Glücklicherweise ist die Seite voll von hässlicher Werbung. Das zeigt dann wenigsten optisch, dass es sich hier um unseriösen Müll handelt

  17. Ja – diese schweiss Yasni “Resultate” sind immer ganz oben bei Google. Hat jemand von Euch eigentlich schon mal nach Stefan Rühl gegoogelt? Dem Wixer scheint es selbst egal zu sein mit welchen Schrott sein eigener Name verknüpft wird. Da ist es dann kein Wunder, dass er sich einen Dreck drum schert was für einen Schaden seine idiotische “Personensuche” für andere Leute anrichten kann.

  18. Vielleicht ist das Problem mit Yasni ja bei Google zu finden. Wieso bevorzugt Google geklautes auf Yasni und nicht originales bei der eigenen Webseite. Yasni ist immer ganz oben in der Liste. Hirnloses sammeln von Content wie bei Yasni wird von Google belohnt. Jemand der einen einfallsreichen Blog schreibt findet sich ganz unten in den Suchresultaten bei Google. Yasni kann frisch fröhlich Sex Seiten verlinken währenddem unsereins richtig vorsichtig mit der Wortwahl auf dem Blog sein muss.

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