YEurope, zweite Auflage?

Vor ca. einem Jahr ist YEurope angetreten, um das YCombinator Start-Up-Konzept nach Europa zu bringen. Das Prinzip von YCombinator ist einfach: Wenig Geld (5000 Dollar plus 5000 Dollar pro Gründer/in) wird in viele Start-Ups investiert, die bekommen neben dem Geld vor allem das kompetitive Umfeld und das Kontakt-Netzwerk von YCombinator.

Klingt leicht, oder? YEurope hat sich nicht so leicht getan. Nur zwei Start-Ups (Soup.io & Qoove) wurden finanziert, eine zweite Runde bisher noch nicht angekündigt. Entweder ist Europa wirklich so ein langweiliger Markt – laut Paul Böhm fanden sich einfach keine gescheiten Start-Ups – oder die Leute hinter YEurope haben das YCombinator-Konzept nicht ganz verstanden.

Das Ziel war für YEurope, Firmen mit einfachem und fertigem Geschäftsmodell zu finanzieren, die nur noch umgesetzt werden müssen. Na, jetzt ratet mal – das ist gar nicht so einfach! Die einfach umsetzbaren Geschäftsmodelle sind längst umgesetzt, die restlichen Geschäftsideen entweder für ein YEurope-Start-Up zu kompliziert oder ohne klarem Geschäftsmodell.

Qoove (gibts nicht mehr) ist eine web-basierte Invoicing-Anwendung für Kleinunternehmen. Das Projekt ist irgendwann im Februar oder März online gegangen, mitgekriegt hat es niemand, nicht einmal der Qoove-Blog wurde upgedatet. Mittlerweile ist Qoove praktisch tot – die Gründer gehen alle anderen Projekten bzw. Jobs nach.

Das Dilemma: Qoove ist eine interessante Idee, hätte mit entsprechendem Marketing sicher eine Zukunft, ist aber zu kompliziert für das YEurope-Konzept. Es hat mehr als ein halbes Jahr lang gedauert, bevor das erste öffentliche Release raus gegangen ist. Da war jeder noch so kleine Buzz rund um YEurope längst tot.

Soup.io im Gegensatz passt genau ins Konzept von YEurope: Es hat kein richtiges Geschäftsmodell (Premium Accounts, das wird kaum funktionieren), war dafür relativ schnell entwickelt, und hat in allen großen Blogs Erwähnung gefunden. Schade hier halt, dass Soup nichts anderes als Tumblr ist, das international den meisten Buzz bekommt.

Immerhin – die Leute arbeiten kontinuierlich daran, der Traffic wächst, und wenn eines Tages Werbe-Euros lauern, könnte daraus ein richtiges Business werden.

Mein Tipp: Probiert YEurope noch einmal. Nehmt es diesmal aber ernst, sorgt für Buzz in den großen Blogs. Vor allem aber: Geht mehr Risiko bei der Start-Up-Auswahl ein!


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